Google indiziert Text aus Videos

admin, 9. Oktober 2008 2 Kommentare RSS

Noch ist es ein Versuch, der aber zu einer kleinen Sensation werden könnte: Google experimentiert in seinen amerikanischen Labors daran, den gesprochenen Text in Videos auszulesen und zu indizieren. Der Test wurde anlässlich der Endphase des amerikanischen Wahlkampfs durchgeführt und bezieht sich nur auf politische Videos, die in YouTube veröffentlicht worden sind. Und das Ganze gibt es derzeit auch nur in den USA unter dem Namen Google Audio Indexing, kurz GAudi. Für Deutschland und speziell für Bayern sollte sich Google sicher eine andere Abkürzung ausdenken….

Wie das Search Engine Land berichtet, gibt es allerdings noch einige ungelöste Probleme, z.B. bei unklarer Aussprache oder mehrdeutigen Wörtern.Wenn aber alles einmal funktioniert, wird der Text aus den Videos sogar höher bewertet als die Meta-Informationen, die in YouTube eingegeben werden.

Insgesamt läuft hier sicher ein interessantes Projekt. Allerdings fallen mir dazu gleich ein paar konkrete Fragen ein:

  • Was passiert mit Musik in Videos, entweder reinen Musikvideos oder mit Musik hinterlegt sind?
  • Wie verhält sich Google, wenn in einem Video mehrere Personen gleichzeitig sprechen, z.B. in einer polititschen Diskussionsrunde? Wird dann aus dem Stimmengewirr gar nichts berücksichtigt, oder der lauteste?
  • Wird es dann eines Tages sogar eine Suchmaschinen-Optimierung für Videos geben, d.h. extra hergestellte Videos, die bewusst Schlüsselwörter mehrfach wiederholen?
  • Wird Google die Qualität von Videos unterscheiden können und diese als Wichtungsfaktor mit berücksichtigen?
  • Wie verhält es sich mit der Länge des Videos? Je länger ein Video, desto häufiger kann sicher das Schlüsselwort genannt werden. Ein solches Video muss aber nicht zwangsläufig gut sein. Oder wird die Häufigkeit bestimmter Begriffe auf die Gesamtzahl an Wörtern umgerechnet?

Vielleicht beantworten sich zumindest einige der Fragen, wenn Google auch deutschsprachige Videos auslesen kann. Interessant ist das Thema auf jeden Fall, und es verdient weitere Beobachtung.

xt:Commerce Veyton und Magento im Vergleich

admin, 7. Oktober 2008 27 Kommentare RSS

Konkurrenz belebt das Geschäft. Varien hat mit Magento die Latte im E-Commerce-Bereich auf eine neue Höhe gelegt. Für die Kunden wäre es sicher kein Nachteil, wenn sich die anderen Anbieter nun ihrerseits mit dieser Latte beschäftigen würden. Vielleicht geht es ja auch anders oder sogar noch besser.
Das stellt sich natürlich gleich die Frage ob die neue xt-Commerce Enterprise Version – auch xt:Commerce Veyton genannt – an der Latte von Magento kratzen kann? Ein erster Vergleich der beiden Shopsysteme sollte dabei erste Anhaltspunkte liefern.

Dazu eines noch vorweg: Wir sind zwar offizieller Magento-Partner, was aber nicht bedeutet, dass wir neue und interessante Produkte bzw. Produktalternativen nicht genauestens unter die Lupe nehmen und ggf. auch damit arbeiten. Insofern lasse ich Voreingenommenheit als Argument hier nicht zählen. Aber alles der Reihe nach.

Veyton- wo kommt wohl dieser Name her? Bevor wir hier mit “wilden Vermutungen” ankommen, wollen wir vielmehr nach konkreten Kriterien und messbaren Ergebnissen suchen.

Informationsmöglichkeiten

Hier hat Magento eindeutig die Nase vorn.  Denn auf der Website gibt es nicht nur umfangreiche Informationen in Wort und Bild, sondern auch eine Demoversion des Front- und des Backends, in der man sich sofort, online und anonym einen Eindruck von der Anwendung verschaffen kann. All das gibt es bei xt:Commerce Veyton (bislang zumindest) nicht. Auf der Website erscheint Veyton erst unterhalb der Bildschirmkante. Nur wer scrollt, erfährt also, dass es neben xt:commerce v 3.04 noch etwas anders gibt. Auch der Demoshop zeigt diese Version.

Prominenter wird Veyton im xt:commerce-Shop dargestellt. Eine Demoversion oder weitere Informationen sucht man allerdings auch hier vergeblich. Die 14 Tage gültige Testlizenz erhält man nur nach Eingabe seiner kompletten Adressdaten und unter Angabe einer Testdomain. Das ist doch eine sehr hohe Hürde. Denn es ist ja durchaus denkbar, dass sich ein potenzieller Shopbetreiber, der die Einrichtung nicht selber vornehmen möchte, dennoch einen Eindruck von Veyton gewinnen möchte. Wird so jemand standardmäßig eine Testdomain parat haben? Wahrscheinlich nicht, meine ich.
Wozu denn diese Geheimniskrämerei? Kein vernünftiger Mensch wird die “Katze im Sack” kaufen und sich einzig auf eine Feature-Liste verlassen – zumal einige Begriffe durchaus einen weiteren Interpretationsspielraum zulassen und Screenshots oder Videos – zumindest auf den ersten Blick – nicht verfügbar sind.

Wenn man nun wirklich sehr intensiv sucht, findet man schließlich im Blog ein paar Screenshots, durch die man sich allerdings nur kommentarlos durchklicken kann, ohne zu sehen, welcher Klick zu welchem Ergebnis führt. Das Layout des Backends macht einen modernen Eindruck. Mehr kann derzeit leider nicht sagen.

Blog
Beide Anbieter betreiben einen Blog zu ihren Produkten und internen Themen. Bei xt:commerce gab es in den letzten Monaten durchschnittlich 3 Beiträge pro Monat. Dabei wird den Verpackungen, die ebenfalls von xt erhältlich sind, ziemlich viel Platz eingeräumt. Auch Partner sind mit ihren Produkten prominent vertreten. Ab und zu wird dabei die Groß- und Kleinschreibung nicht ganz Ernst genommen, sei es in den Texten der Blogbeiträge, sei es in den Antworten des Admin auf Kommentare. Natürlich kann man sich mal vertippen, aber insgesamt wirkt das alles nicht wirklich professionell. Immerhin ist der Blog aber in Deutsch verfügbar.
Bei Magento gibt es zumeist mehrere Beiträge pro Tag, aber alle in Englisch. Die Inhalte sind: Vorstellung von Referenzshops, Updates und Releases, Webinars, Veranstaltungen und Interviews, mit Texten, Bildern und Videos.

Kosten
Magento ist eine Open-Source-Anwendung, die kostenlos heruntergeladen und genutzt werden kann. Auch alle Upgrades und Bugfixes können kostenlos heruntergeladen werden. Natürlich lässt sich ein Magento-Shop nicht zum Nulltarif aufbauen, und vor allem zur Programmierung individueller Templates und Funktionen sind weitreichende, spezielle Programmierkenntnisse erforderlich. Für die Implementierung eines Magento-Shops sollte man daher tendenziell den einen oder anderen Euro mehr veranschlagen, da die Software nicht mal schnell installiert und betriebsbereit sein wird.

Für Veyton sind einmalige Lizenzkosten in Höhe von 179, 299, 499 oder 990 EUR zu entrichten, je nach Anzahl der Produkte und Subshops (=Mandanten). Dazu kommt für das erste Jahr ein obligatorischer Wartungsvertrag, der für die unterschiedlichen Versionen zwischen 4,90 und 14,90 EUR pro Monat kostet. Seltsamerweise wird über diese Wartungsverträge aber nur im Blog berichtet, nicht im Shop. Sollten die Angaben aus dem Blog veraltet sein?

Für zusätzliche Module, z.B. FAQs, Lexikon und Merkzettel müssen bei Veyton jeweils weitere 100 EUR gezahlt werden. Möglicherweise sind es auch mehr, denn auf der Übersichtsseite des Shops steht “ab 100 EUR”, im Warenkorb sind es aber exakt 100 EUR. Der Merkzettel ist als Wunschzettel bereits standardmäßig in Magento enthalten. Den Screenshots nach zu urteilen, kann man in Veyton mehrere Merkzettel führen. Wie die praktische Arbeit mit mehreren Merkzetteln erfolgt, ist leider nicht im Detail erkennbar.

Hosting
xt:commerce Veyton kann für kleine Shops auch mit Shared Hosting-Paketen betrieben werden. Was ein kleiner Shop ist, wird allerdings nicht genauer definiert. Und Shared Hosting ist auch nicht Shared Hosting. Mit den preisgünstigsten Angeboten ist auch xt:commerce nicht kompatibel, weil diese kein php anbieten.
Magento und Shared Hosting vertragen sich allerdings grundsätzlich nicht, egal wie groß oder klein der Shop ist. Hier sollte es dann schon eine “eigene Maschine” sein.

Produktarten
Die Configurable Products, die eigentliche Neuheit bei Magento, gibt es auch bei xt:commerce Veyton. Dort wird von Master Slave-Produkten gesprochen. Wie diese im Detail angelegt und gepflegt werden, ist leider nicht erkennbar. Aber das Prinzip, dass ein Artikel, der in mehreren Größen verfügbar ist, zu einem Produkt zusammengefasst wird, scheint das gleiche zu sein.

Produktsets sind in Magento bereits verfügbar. Es ist einerseits möglich, mehrere Produkte gemeinsam anzubieten (z.B. Jacke, Hose und Weste), und andererseits Produkte nach Kundenwunsch zu konfigurieren (z.B. ein Rechner mit Tastatur, Maus, Monitor nach Wahl). In xt:commerce Veyton werden Produktsets – offenbar in letzterem Sinne nach Magento – erst über ein separates Plugin zur Verfügung gestellt. Es hat den Anschein, dass dieses Plugin aber derzeit noch nicht verfügbar ist.

Download von Software ist bei Veyton bereits jetzt möglich. Dieses Feature steht bei Magento noch auf der Roadmap, allerdings an erster Stelle. Wann es dort zur Verfügung stehen wird, ist noch nicht absehbar.

Mengeneinheiten
Normalerweise kann immer nur eine natürliche Zahl an Produkten gekauft werden. Das ist ja auch sinnvoll, denn wer möchte schon 1,5 Sessel oder 4,2 Eier kaufen? Wird lose oder Meterware verkauft, kann es aber durchaus Sinn machen, 1,5 m Stoff oder 2,5 kg Mehl zu kaufen. Das ist in Magento möglich. In Veyton steht dieses Möglichkeit auf der Roadmap und wird zu gegebener Zeit auch verfügbar sein.

Rechnung
In Magento kann der komplette Kaufprozess abgewickelt werden. Im Back-End können also auch die Versanddokumente und Rechnungen erstellt werden. xt:commerce Veyton bleibt allerdings ein reines Shopsystem. Rechnungen müssen in einem externen System erstellt werden. Zum den Produkten der Partner gibt es bereits Schnittstellen, weitere sollen folgen.

Site-Sales
Magento bietet verschiedene Möglichkeiten an, wie Kunden im weiten Sinne zum Kauf weiterer Artikel animiert werden können. Es können alternative Produkte, spezielle Zusatzprodukte oder allgemein beliebten Produkte vorgeschlagen werden. Die Anzeige erfolgt an eigens definierten Positionen. Bei xt:commerce Veyton gibt es nur Cross Selling unter dem Motto “Kunden kauften auch”. Details dazu werden allerdings nicht zur Verfügung gestellt, so dass nur vermutet werden kann, dass Magento hier mehr Funktionen anbietet.

Support
Für EUR 165,83 kann man die Installation und Erstkonfiguration eines neuen Veyton-Shops auslagern. Magento bietet eine Neuinstallation für $ 149 an. Konfigurationsarbeiten sind hier allerdings nicht enthalten.

Für alle weiteren Fragen gibt es bei Veyton zwei unterschiedliche Support-Alternativen, die jeweils 6 Monate laufen. EUR 234 sind für 7 Supportanfragen per Mail mit 48 Stunden Reaktionszeit fällig. Für 12 Anfragen per Mail mit 6 Stunden Reaktionszeit und zusätzlichem Rückrufservice sind für 6 Monate EUR 414  zu entrichten. Offen bleibt, was passiert, wenn man die maximale Zahl an Anfragen bereits erreicht hat, aber weiteren Support benötigt.

Bei Magento laufen die Supportverträge auf Jahresbasis. Die günstigste Variante für $ 500 erlaubt 8 Supportanfragen per Mail mit 48 Stunden Reaktionszeit. Wer 20 oder unbegrenzt viele Anfragen und 24 Stunden Reaktionszeit wünscht, muss mehr zahlen. Details gibt es nur auf Anfrage bei Magento. Denn hier wird offensichtlich auch die Hardwareausstattung berücksichtigt, so dass die Preise bei $ 1000 beginnen und schnell steigen können. Für Magento-Partner und deren Kunden gibt es diverse Rabatte. Bei den Verträgen mit begrenzter Anfragezahl sind für weitere 10 Anfragen erneut $ 500 zu entrichten.

Fragen und Wünsche, die über die Standard-Installation hinausgehen, werden entweder von den Professional Services von Magento oder die Partner übernommen.

Ein großer Vorteil des Veyton-Supports ist die Tatsache, dass er in Deutsch erfolgt, während die direkte Kommunikation mit Varien in Englisch erfolgt.

Fazit
Diese Liste ist natürlich nicht vollständig und betrachtet nur einige Aspekte. Da es derzeit noch sehr schwierig ist, detaillierte Informationen über Veyton zu erlangen, darf natürlich nur vorsichtig formuliert werden. Im Forum gehen die Meinungen denn auch weit auseinander und bringen nicht nur Lob und Anerkennung, sondern auch Enttäuschung und Ärger zum Ausdruck. Der Skepsis meines Kollegen kann ich mich trotz eingehender Beschäftigung mit den xt:commerce-Websites für den Moment also nur anschließen. Wir werden die Testversion von xt:Commerce Veyton demnächst genauer unter die Lupe nehmen um dann ein erstes Urteil aus der Praxis abgeben zu können.

xt:Commerce Veyton – Tschüss Open Source

Josef Willkommer, 7. Oktober 2008 8 Kommentare RSS

xt:Commerce Enterprise ist seit 02. Oktober offiziell verfügbar. Dabei hört die neue Shopsoftware auf den Namen xt-Commerce Veyton und soll eine vollständige Neuentwicklung sein, die durch eine modulare Architektur zukunfts- und updatesicher sein soll. Die Software ist in vier Versionen lieferbar und kostet ab EUR 179.-, wobei die Versionen Merchant und Ultimate auch Multi-Shop-Fähig sind. Dabei muss die Software jedoch pro URL registriert werden. Der Quellcode ist ab sofort über Ioncube verschlüsselt, wodurch sich xt;Commerce endgültig aus dem Open Source Bereich verabschiedet.

Roman Zenner hat in seinem Blog cooee bereits angemerkt, dass xt-Commerce seiner etwas „ungewöhnlichen“ Kommunikationsstrategie möglicherweise auch zukünftig treu bleibt.

Der Starttermin wurde auf ein verlängertes Wochenende gelegt. Eine Online-Demo ist nicht verfügbar und auch sonst gibt´s noch nicht viel zu sehen – keine Screenshots, keine Videos, keine Grafiken. Hier hätte ich mir schon etwas mehr erwartet, zumal die Software ja mittlerweile auch ein paar Euro kostet und der Name eine Enterprise-Lösung suggeriert.

xt-Commerce Veyton
wird in vier Versionen verfügbar sein, die sich in der Anzahl der zu verwaltenden Produkte und den Features unterscheiden:

  • Xt-Commerce Veyton 4 Basic – max. 1.000 Produkte, 1 Mandant
    Preis: ab EUR 179.-
  • Xt-Commerce Veyton 4 Starter – max. 10.000 Produkte, 1 Mandant
    Preis: ab EUR 299.-
  • Xt-Commerce Veyton 4 Merchant – unbegrenzte Produkte, 3 Mandanten
    Preis: ab EUR 499.-
  • Xt-Commerce Veyton 4 Ultimate – unbegrenzte Produkte, unbegrenzte Mandanten
    Preis: ab EUR 999.-

Einer der entscheidendsten Vorteile von xt-Commerce Enterprise ist demnach die neue Softwarearchitektur mit Pluginsystem. Damit sind angeblich umfangreiche Änderungen und Erweiterungen möglich, ohne den Programmkern anzutasten, da diese Anpassungen über Module erfolgen. Dadurch soll eines der größten Probleme der Vergangenheit – die Updatefähigkeit – gewährleistet werden. Hier heißt es auf der Veyton-Webseite:

„xt:Commerce Enterprise hat erstmals ein flexibles und robustes Pluginkonzept für Module/Erweiterungen. Zahlungsmodule, Versandmodule und Module jeglicher Art (auch für Backend) können zentral über eine Pluginschnittstelle Installiert und verwaltet werden. xt:Commerce setzt hier auf ein so genanntes Hook-Point Konzept. Hook-Points (feste Einlinkpunkte) sind über den gesamten Code verweilt, und können von Plugins angesprochen werden um an diesen Punkten Code auszuführen. Dies hat mehrere entscheidende Vorteile und war eines, wenn nicht sogar das wichtigste Hauptaugenmerk bei der Konzeption unserer neuen Enterprise Version.“

Wie das Ganze in der Praxis aussieht werden wir uns in den nächsten Tagen ansehen…. Wir sind in jedem Fall schon sehr gespannt.

Alle Version der neuen xt-Commerce Version verfügen dabei unter anderem über die nachfolgenden Features:

  • flexibles Plugin-System
  • komplette Neuentwicklung nach aktuellen Standards (das kommentiere ich jetzt nicht!)
  • Backend mit Ajax-Features und Desktop-Usability
  • Rechtesystem
  • Cross-Selling
  • Flexibles Preissystem mit Kundengruppen- und Staffelpreisen
  • Bewertungssystem
  • Kundengruppensystem mit Master/Slave Kundengruppen
  • Mindest- & Maximalbestellwerte
  • Mengenabhängige Rabatte
  • Sprechende URLs
  • Automatisch erzeugte Metatags (wird auch nicht kommentiert!)
  • Exportmanager
  • Contentmanager
  • Email-Manager
  • Diverse Zahlungsvarianten (u.a. Kreditkarte, Lastschrift, Vorkasse, sofortüberweisung.de)
  • Frei konfigurierbares Versandsystem
  • Smarty-Template-System

Auch im Bereich Support wird sich einiges ändern. So gibt es für die Enterprise-Version von xt-Commerce auch einen neuen Support-Ansatz. Der sieht auf den ersten Blick sehr verdächtig nach dem System von Magento aus:

Für 6 Monate zahlt man in der Basic-Version dabei netto EUR 234.- und bekommt dafür 7 Supportfälle, die Werktags innerhalb von 48 Stunden per Email-Ticket-System beantwortet werden. Alternativ dazu gibt es auch noch eine Premium-Version, bei der man für 6 Monate EUR 414.- bezahlt und das Recht erhält, 12 mal den Support um (elektronischen) Rat fragen zu dürfen.

Wenn man das auf´s Jahr hochrechnet macht das inkl. Steuern fast tausend Euro! Bei diesen Summen muss der Support dann schon wirklich exzellent sein… – ich gehe daher mal davon aus, dass sich hier gegenüber der Vergangenheit Grundlegendes geändert hat.

Fazit:
xt-Commerce möchte mit der neuen Veyton-genannten Enterprise-Version ein Stück vom Kuchen der kostenpflichtigen Shopsysteme abbekommen und zielt auf OXID eSales & Co. ab. Hierzu wurde – gemäß eigenen Aussagen – ein vollkommen neues System entwickelt, das durch eine moderne Architektur auch Updatefähig sein soll. Ob die Praxis hält, was die Theorie verspricht muss sich allerdings erst noch zeigen. Der Launch war in meinen Augen bislang aber noch nicht Enterprise-Like. Im Bereich Support orientiert sich xt-Commerce verdächtig genau am Open Source Shop-Newcomer Magento. Ob die Rechnung insgesamt aufgeht muss sich erst noch zeigen. Ich persönlich bin da im Moment schon noch etwas skeptisch, lasse mich aber gerne eines besseren belehren.

private Jobvermittlung im Web

admin, 6. Oktober 2008 4 Kommentare RSS

Die Ideen für Web 2.0-Portale sind wahrhaftig vielfältig. Vor kurzem bin ich auf ein Vermittlungsportal für private Jobs gestossen, dass seit knapp einem Jahr verfügbar ist.

Screenshot von www.machdudas.de

Bei machdudas treffen sich Privatpersonen, die kleine Jobs zu vergeben haben und Privatpersonen, die solche Jobs annehmen. Dabei ist es gleich, ob die Aufgabe besondere Kenntnisse eines Handwerks, einer Fremd- oder Programmiersprache bedarf, oder ob “nur” Engagement gefordert ist, um beispielsweise bei einem Umzug zu helfen oder Botendienste zu übernehmen.

Wer einen Helfer sucht, kann zwischen 10 Kategorien mit verschieden vielen Unterkategorien wählen.  Danach muss er die Aufgabe kurz beschreiben und angeben, ob sie an einem bestimmten Ort ausgeführt werden muss. Die Bewerbungsfrist für die Jobber kann zwischen 20 und 30 Tagen gewählt werden. Schließlich muss noch festgelegt werden, ob die Bezahlung in Form einer Pauschale oder eines Stundensatzes erfolgen soll und wieviele Helfer benötigt werden.

Die Jobsuchenden können bei der Suche nach einer Tätigkeit eine Einschränkung nach den 10 Kategorien und auf regionaler Ebene über Stadt, Bundesland oder PLZ vornehmen. Leider sind hier die Unterkategorien nicht sichtbar, so dass die Suche in populären Bereichen leicht unübersichtlich werden kann. Zumal manche Gesuche nicht wirklich gut gepflegt sind. Denn dass das Putzen einer Wohnung nicht ortsgebunden ist, halte ich für ein Gerücht….
Es ist auch nicht möglich, zwischen offenen und vergebenen Aufgaben zu filtern oder die offenen Jobs nach Datum zu sortieren. Aber vielleicht sind das ja Features, die in einer späteren Version eingefügt werden oder nur registrierten Benutzern zur Verfügung stehen.

3 ist die magische Zahl für machdudas. Wer über das Portal einen Job erhält, zahlt genau 3 EUR an die Portalbetreiber. Und wer vor Vergabe eines Jobs einen der Bewerber kennenlernen möchte, zahlt ebenfalls 3 EUR. Das ist sozusagen der Preis für die Aufhebung der Anonymität, die ansonsten gewahrt bleibt. Die Jobber können allerdings von früheren Auftraggebern bewertet werden, so dass man sich ein gewisses Bild über die Zuverlässigkeit machen kann.

Betrachtet man einmal diverse Anfragen und deren Angebote, so zeigt sich oft ein heterogenes Bild. Die Preise schwanken sehr stark und für manche Auftraggeber wird es sicher schwierig, den richtigen Jobber auszuwählen.  Wenn beispielsweise ein Auftraggeber jemanden sucht, der ihm ein Kontaktformular erstellt, wird er vermutlich nicht wissen, wass PHP oder CSS ist. Und entsprechend wird er nicht objektiv beurteilen können, ob der teurere Anbieter, der ihm ein PHP-Formular anbietet, auch wirklich den höheren Preis wert ist. Aber auch für den Anbieter ist hier eine Preisschätzung schwierig, denn Kontaktformular ist nicht gleich Kontaktformular. Ein paar Adressfelder, ein Textfeld und ein Senden-Button sind sicher schnell zusammengestöpselt. Aber was ist, wenn es mehr Felder sein sollen, möglicherweise noch mit Mussfeldern und Plausibilitätsprüfungen der komplexeren Sorte (z.B. wenn Mailadresse ausgefüllt, dann ist Postadresse keine Pflicht mehr, aber wenn PLZ ausgefüllt, dann ist Ort Pflichtfeld)?

Ein anderes Gesuch aus dem Web-Bereich betraf eine kleine , optisch ansprechende Website, die der Benutzer selber pflegen kann. Wie so etwas für 100 EUR möglich sein soll, ist mir ein Rätsel. Und dass es dazu noch kostenlosen Support geben soll, ist zu schön, um wahr zu sein. Aber vielleicht hat der Anbieter ja im Lotto gewonnen, ausgesorgt und tut nun – im Kampf gegen die Langeweile – gute Werke. Man muss ja nicht immer alles pessimistisch sehen.
Aber aus unserer professionellen Sicht sind selbst 700 EUR inklusive Suchmaschinenoptimierung verdächtig geschenkt.

Bei manchen Angeboten bestehen allerdings Zweifel, ob es sich wirklich um Angebote von privat handelt. Immerhin haben die Betreiber der Plattform in ihrem Blog angekündigt, dass sie Angebote aus dem Multi-Level- und Netzwerk-Marketing-Bereich löschen werden. Aber letztendlich muss und kann ja jeder selber entscheiden, auf welches Angebot er reagiert. Und aus den Bewertungen zu schließen, haben etliche Job-Anbieter gute Erfahrungen mit den gewählten Jobbern gemacht.

Artikeltausch oder Content Swap

admin, 2. Oktober 2008 1 Kommentar RSS

Am Anfang waren die Web-Verzeichnisse. Als die nicht mehr den gewünschten Effekt bei den Suchmaschinen brachten, gingen manche Webmaster und Suchmaschinen-Optimierer dazu über, Links aus Artikeln zu generieren, die sie in Artikelverzeichnissen platzierten. Das war zwar etwas aufwändiger als der einfache Eintrag in ein Verzeichnis, wurde aber auch als professioneller angesehen. Als weitere Variante ist zwischenzeitlich auch der Artikeltausch entstanden. Die einfache Idee dahinter lautet: Der Betreiber der Artikeltauschbörse schreibt einen Artikel mit einem Link auf eine seiner Seiten, der auf Website B veröffentlicht wird. Ebenso schreibt der Betreiber der Website B einen Artikel mit einem Link auf eine seiner Seiten, der in der Artikeltauschbörse veröffentlicht wird. Beide haben den gleichen Aufwand, nämlich das Schreiben des Artikels, und beide haben den gleichen Nutzen, nämlich einen externen Link auf die eigene Seite und frischen Content auf der eigenen Site. Alles ist rechtmäßig erarbeitet, nichts ist bezahlt, also sollten die Suchmaschinen diese Bemühungen honorieren. Soweit die Theorie. Aber lässt sich das in der Praxis auch so halten? Überlegen wir mal im Detail:

Wie tickt die Artikeltauschbörse?

Dass man bei den Artikelverzeichnissen und -tauschbörsen die Spreu vom Weizen trennen muss, sollte klar sein. Viel “Selbstgestricktes” ist da natürlich dabei, Layouts zum Davonlaufen, Überfrachtung mit Werbung und eine Häufung von Links oder Artikeln aus bestimmten Bereichen (Versicherungen, Kredite…).

Aber konzentrieren wir uns mal auf den Weizen und analysieren neutral. Hinter jeder Artikeltauschbörse steht eine Person. Diese Person möchte über Werbung Geld mit ihrer Site verdienen. Das funktioniert nur, wenn die Seite viele Besucher hat. Ein probates Mittel zum Anlocken von Besuchern sind Links von vielen anderen Seiten,  sowohl für die Position in den Suchmaschinen als auch für Menschen, die den Link anklicken.
Außerdem sind gute Inhalte wichtig für die Popularität einer Site. Gibt es gute Beiträge zu einem bestimmten Thema, wird sich dies in Fachkreisen rumsprechen. Und je mehr fachlich interessierte Besucher, desto interessanter werden die Seiten für fachbezogene Werbung. Der Betreiber hat also gute Chancen, sein Ziel zu erreichen – vorausgesetzt, er macht auch seine anderen “Hausaufgaben”, um seine Site bekannt und beliebt zu machen.

Er braucht also gute Artikel. Und die bezahlt er nicht in barer Münze, sondern mit eigenen Artikeln. Und hier sehe ich den Hasen im Pfeffer liegen: Wird eine Person in der Lage sein, zu vielen verschiedenen Themen hochwertige Artikel zu schreiben? Natürlich gibt es auch Ghostwriter, aber die arbeiten ja auch nicht umsonst. Und wer wirklich Spezialistenfachwissen hat, wird dieses nicht für eine fremde Website und einen Link hergeben, sondern direkt für eigene Zwecke verwenden.

Wie tickt der Artikeltauschpartner?

Er erhofft sich von den Informationen und dem Link aus dem Artikel neue Besucher und eine Verbesserung der Position in den Suchergebnissen. Durch den Artikel des Tauschpartners hofft er, seine Seite attraktiver zu machen, bei seinen Besuchern glaubwürdiger zu erscheinen und sie letztendlich zu Kunden zu machen. Schön, aber….

  • Wird der Artikel aus der Artikeltauschbörse ausreichend attraktiv und spezialisiert sein, um der Partnersite das Sahnehäubchen aufzusetzen? Denn wer auf seiner Website beispielsweise Rasenmäher verkauft, wird mit einem noch so tollen Artikel über Wintermäntel nichts anfangen können.
  • Werden die Benutzer die Taktik nicht durchschauen, wenn der Backlink auf die Artikeltauschbörse geht und dadurch erkennbar wird, wie alles zustande gekommen ist?
  • Ist die Seite mit dem Artikel in der Tauschbörse ausreichend suchmaschinenoptimiert, dass er auch wirklich gefunden wird?
  • Warum gibt der Tauschpartner sein Spezialwissen in eine Gemischtwarenbörse anstatt einen eigenen Blog aufzubauen, in dem er sozusagen sortenrein zu seinem Thema schreibt?

Wie geht es besser?

Der Austausch von Content ist sicher eine gute Sache. Aber so einfach über unspezifische Tauschbörsen wird das Ganze wohl nicht den erhofften Erfolg bringen. Die Tauschpartner müssten sich aufgrund ihrer Fachgebiete auswählen und eine Kooperation eingehen. Beide Partner sollten auf ein Fachgebiet spezialisiert sein und dort zumindest semi-professionell Produkte oder Dienstleistungen anbieten. Und diese Produkte oder Dienstleistungen müssen in einem bestimmten Zusammenhang stehen, ohne dass die Anbieter Konkurrenten sind. Wenn sich also der Nudelhersteller mit dem Tomatensoßenhersteller zusammentut, wäre das eine feine Sache, die beiden und beider Kunden nutzt. So könnte der Nudelhersteller bei der Tomatensoße passende Nudeln vorstellen und Kochtipps für Nudeln bieten, während der Soßenhersteller seine Produkte umgekehrt bei den Nudeln platziert und zeigt, wie einfach mit beiden Produkten eine schmackhafte Mahlzeit bereitet werden kann.

Fazit

Es bewahrheitet sich mal wieder, dass die seriöse Suchmaschinen-Optimierung gute Ideen und viel Handarbeit erfordert. Es ist und bleibt unmöglich, einfach, schnell und mit dem Gießkannenprinzip Erfolge zu verbuchen. Und auch das große Geld wartet nicht so einfach an jeder Ecke im Internet. Das bedeutet aber auch, dass die Kreativen und Fleissigen eine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit haben.

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