3 Suchtypologien, die jeder SEO kennen sollte

admin, 14. Juni 2010 kein Kommentar RSS

Allgemeine Annahmen und verschiedene Forschungsprojekte haben gezeigt, dass es 3 unterschiedliche Ansätze gibt, im Web zu suchen: die Typen „Navigation“, „Information“ und „Transaktion“. Die großen Suchmaschinen versuchen herauszufinden, zu welchem Typ die Anfrage gehört, die der Nutzer gerade durchführt. Ist ihnen die hinter der Anfrage stehende Absicht bekannt, können sie entsprechende Suchergebnisse anbieten.
Wenn Google ermittelt hat, dass ein Suchstring zur Suche vom Typ „Navigation“ gehört, stellen sie einen Link einer offiziellen Unternehmenswebseite an die erste Stelle, oft zusammen mit zusätzlichen Sitelinks.

Mit einer Suche vom Typ „Navigation“ möchte der Suchende auf die Startseite oder eine Unterseite einer speziellen Website kommen. Mit anderen Worten: Bei einer Suche vom Typ „Navigation“ verwenden die Suchenden eine Suchmaschine, um auf eine Website zu navigieren. Derartige Abfragen kommen öfter vor als bisher berichtet wurde. Peter Maxmin, Director for Online and Bing Search EMEA, hatte bei der Search Marketing Expo in Stockholm 2009 berichtet, dass 33% der Anfragen in Bing vom Typ „Navigation“ sind. Und Quellen bei Yahoo geben an, dass auch auf Yahoo mehr als 30% der Anfragen vom Typ „Navigation“ sind.
Was bedeutet das nun für die Profis der Suchmaschinen-Optimierung? Reicht es aus, nur die drei Typen zu berücksichtigen? Bei Untersuchungen hat sich nämlich gezeigt, dass es noch weitere Such-Typologien gibt, die Suchmaschinen-Optimierer kennen sollten. Hier eine Auswahl daraus:

Ad hoc Suche
Mit der Ad Hoc-Suche sind die SEOs wohl am besten vertraut, auch wenn sie vielleicht nicht so bezeichnet wird. Bei einer Ad hoc-Suche will der Suchende so viele relevante Dokumente wie möglich zu einem Thema finden. Eine Ad hoc-Suche verfolgt Informationszwecke, weil der Suchende alle Informationen zu einem Thema zusammentragen möchte. Er kann bereits Vorkenntnisse zum Thema haben, muss aber nicht und möchte auf jeden Fall mehr darüber lesen oder lernen.
Angenommen, jemand möchte eine neue Digitalkamera kaufen, weiß aber nicht, für welche Marke oder welchen Typ er sich entscheiden soll. Dann möchte er wahrscheinlich Berichte über verschiedene Kameras lesen, bevor er kauft. Dafür könnte er u.a. folgende Suchbegriffe verwenden:

  • Digitalkameras
  • Typen Digitalkameras
  • Digitalkamera Bewertungen
  • beste Digitalkameras

Der Suchende möchte wahrscheinlich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht auf eine spezielle Website gehen. Die Suchmaschinen bieten viele relevante Dokumente (mit den entsprechenden Links und URLs), und er läuft durch diese Dokumente, um mehr zum Thema zu erfahren.

Suche nach einem bekannten Inhalt
Die Suche nach einem bekannten Inhalt ist mit einer Ad-Hoc-Suche vergleichbar. Das Ziel ist in diesem Fall jedoch ein spezielles Dokument oder eine kleine Menge an Dokumenten, von denen der Suchende weiß, dass sie existieren und die er wieder finden möchte (Definition von Ellen M. Voorhees, National Institute of Standards and Technology). Mit anderen Worten weiß der Suchende bei einer Suche nach einem bekannten Inhalt, dass eine spezielle Webseite existiert, aber nicht immer, wo sie sich befindet.
Es kann auch sein, dass der Suchende schon weiß, wo sich die Seite befindet, es aber für einfacher hält, die gesamte URL oder Teile davon in das Suchfeld einzugeben und nicht in die Adresszeile. Warum? Weil die Leute es einfacher finden, einen Teil der URL z.B. bei Google einzugeben als die gesamte URL. Im Jahr 2006 enthielten 17% der mobilen Suchanfragen bei Google URLs. Das zeigt, dass die Suchenden wussten, welche Webseiten sie sehen wollten.
Hier ein paar Suchbegriffe, die zeigen, dass eine bestimmte Seite gefunden werden soll:

  • Google Adwords Login
  • Beyonce Website Homepage
  • offizielle Star Trek Site

Es ist also für derartige Suchanfragen wichtig, dass eine Startseite diesen Begriff auch enthält (im Titel, der Überschrift und sogar in der Meta-Description).

Suche nach bekannter Seite

Mit der Suche nach einer bekannten Seite möchte der Suchende auf eine spezielle Seite innerhalb einer Website kommen, an die er sich aus früheren Besuchen erinnert. Mit der Suche nach einer bekannten Seite kann man die Effizienz von Site-Optimierungen gut testen.
So verwenden viele SEOs das AdWords-Tool von Google, haben dafür aber nicht immer ein Bookmark gesetzt oder die URL nicht im Kopf, wenn sie an einem anderen Rechner arbeiten. Also geben sie beispielsweise folgenden Suchbegriff ein:
google adwords keyword research tool
Wer so sucht, will eindeutig zu einer ganz bestimmten Seite bei Google. Mit folgenden Suchstrings kann man herausfinden, wie gut oder schlecht Kunden und Mitbewerber ihre eigenen Seiten optimiert haben.

  • [Schlüsselwörter] [Name der Firma/Organisation oder Abkürzung]
  • [Schlüsselwörter] [Teil der URL mit oder ohne .de oder TLD]
  • [Schlüsselwörter] site:www.beispiel.de

Möchte man überprüfen, wie gut beispielsweise der Deutsche Wetterdienst seine Site optimiert hat, kann man obiges Beispiel mit folgenden Suchabfragen konkretisieren:

  • wettervorhersage DWD
  • wettervorhersage dwd.de
  • „wettervorhersage“ site:www.dwd.de (mit und ohne Anführungszeichen)

Wenn ungeeignete Seiten in den Suchergebnissen erscheinen, wird klar, dass die Seiten besser optimiert werden müssen.
Auf Suchanfragen dieser Art stößt man immer wieder, wenn man das Verhalten der Suchenden im Web untersucht. Auch wenn die Typologien nicht immer komplett überschneidungsfrei sind, lohnt es sich, die verschiedenen Verhaltenstendenzen zu unterscheiden und bei der Optimierung von Webseiten zu berücksichtigen.

Quelle: Search Engine Journal


Kommentar abgeben