Josef Willkommer, 21. März 2008 7 Kommentare RSS
Im Prinzip ist jeder Webmaster auf das Wohlwollen von Google angewiesen. Nur eine sauber indizierte Seite erscheint auch in den Suchergebnislisten. Wie weit vorne man dort dann landet, hängt von vielen Faktoren – den sog. Rankingfaktoren – ab. Mit Hilfe von Suchmaschinenoptimierung kann man nun versuchen, bestimmte für die Platzierung einer Webseite wichtige Faktoren so zu trimmen, dass Google der Webseite mehr Gewicht und damit eine höhere Platzierung verleiht.
Wie in vielen anderen Bereichen, führen auch bei der Suchmaschinenoptimierung viele Wege zum Ziel. Ganz grundlegend unterscheidet man zwischen sog. White-Hat-Methoden – darunter versteht man Maßnahmen, die von Google akzeptiert – ja sogar empfohlen werden. Primär geht es hier um die Verbesserung der Crawlability – also der Indizierbarkeit einer Seite. Mit White-Hat-SEO ist man langfristig auf der sicheren Seite. Fairerweise sollte aber erwähnt werden, dass man – je nach Themenumfeld – einiges an Geduld und Fleiß mitbringen muss um mit derart „legalen“ Methoden zum Erfolg zu kommen.
Einen ganz anderen Ansatz verspricht dagegen das sog. Black-Hat-SEO. Hierbei handelt es sich um manipulative Methoden, mit denen versucht wird, die Google-Algorithmen zu täuschen und so bessere Platzierungen zu erzwingen. Auf derartigen Möglichkeiten möchte ich im Detail nicht näher eingehen. Nur soviel dazu: Black-Hat kann sehr gute Ergebnisse erziele – auch kurzfristig. Da es sich hier aber um eine besondere Form des Betruges handelt, wird Google – sobald die Methoden entdeckt werden – nicht zimperlich vorgehen. Hierzu verfügt Big-G über unterschiedlichste Saktionsmaßnahmen, die zum Teil gravierende Folgen haben können. Insofern lohnt es sich vor Beginn der Optimierung genau zu überlegen, wie viel Risiko man bereit ist einzugehen.
Dass es sich bei den Sanktionen – auch Google-Penalties genannt – nicht nur um Worthülsen handelt, musste ein bekannter Münchner Autobauer vor einiger Zeit am eigenen Leib spüren. Hier wurde versucht, sich durch „nicht ganz saubere Methode“ einen Platzierungsvorsprung zu verschaffen. Natürlich würde der Manipulationsversuch entdeckt und die Strafe war nicht von Pappe. Google sperrte kurzerhand sämtliche Seite für mehrere Tage aus dem Index. Die Folge kann man sich an einer Hand abzählen. Natürlich wollte man dadurch auch ein Exempel statuieren. Ein riesiges Medienecho sorgte für den von Google gewünschten Effekt….
Soviel zur Einführung. In der Folge möchte ich die „Google Abstrafungen“ etwas näher beleuchten.
Die Hauptursache für Abstrafungen (Penalties)
Ein Großteil der Penalties resultiert aus einem falschen Linkaufbau. Gerade Anfänger begehen häufig den Fehler möglichst schnell möglichst viele Links zu generieren. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass man damit kurzfristig Erfolge verbuchen kann, sich nach kurzer Zeit das Blatt aber wendet und die Platzierungen abstürzen. Wenn man das Thema mit gesundem Menschenverstand betrachtet, leuchtet dies aber auch durchaus ein. Hinter Google stehen Algorithmen, die versuchen, das menschliche Verhalten möglichst genau nachzubilden. Wie würde ein Mensch also über eine Webseite denken, die urplötzlich und ohne erkennbaren Grund einen extremen Zuwachs an Links erfährt. Möglicherweise wird man hier auch etwas skeptisch und stellt sich die Frage, woher diese Zunahme kommt. Auch Google geht hier ähnlich vor, nur dass sie über viel mehr Möglichkeiten verfügen, um den Linkaufbau und die Linkstruktur auszuwerten:
Im allgemeinen lässt sich sagen, dass bei einem Verstoß gegen die Webmaster Guidelines die Gefahr eines Penalties besteht.
Warum wird eine Seite abgestraft?
Das Ganze ist sehr einfach zu erklären: Wenn Google das was Sie auf oder mit Ihrer Seite machen nicht gefällt, ist die Wahrscheinlichkeit relativ groß, in den „Genuss“ einer Abstrafung zu kommen. Man kann jetzt natürlich darüber diskutieren, ob Google damit nicht Herrscher über das gesamte Web ist. Fakt ist, dass Google immensen Einfluss ausüben kann und dies bei Bedarf auch macht, wie es Matt Cutts – der Oberspamwächter von Google – etwas verniedlicht ausdruckt:
“Webmasters are welcome to make their site however they like, but Google in turn reserves the right to protect the quality and relevance of our index.“ Bang!
Dies bedeutet nichts anderes, als das man das Google-Spiel gerne mitspielen und davon auch profitieren darf – allerdings nach deren Regeln.
Die häufigsten Gründe für Google-Sanktionen
Die Do´s und Dont´s im Zusammenhang mit Suchmaschinenoptimierung findet man in den Webmaster-Guidelines. Obwohl diese von Zeit zu Zeit immer wieder angepasst werden, bilden sie eine sehr gute Ausgangsbasis um Gründe für Google-Penalties zu finden:
Abstrafung (Penalty) vs. Ausschluss (Ban)
Google unterscheidet zwischen zwei grundlegenden Strafen, die jedoch deutliche Unterschiede aufweisen:
• Abstrafung: Hierbei handelt es sich um die schwächere Form der Strafe bei der Google die ursprüngliche Platzierung der Seite negativ beeinflusst, wobei es verschiedene Stufen der Beeinflussung gibt. D.h. sofern ein Penalty angewendet wird, bedeutet dies für eine Seite die vorher auf Platz 1 war, dass sie dadurch auf einen hinteren Platz verschoben wird. Die Seite ist demnach weiter im Index vertreten, allerdings schlechter gerankt. Abstrafungen können häufig auch durch Unwissenheit hervorgerufen werden, indem z.B. ein „nicht sauberer“ Link auf die Seite gesetzt wird.
• Ausschluss: Beim Ausschluss handelt es sich um die Höchststrafe. Wie der Name bereits vermuten lässt, wird hier die gesamte Webseite aus dem Index gestrichen und erscheint für keinerlei Suchanfragen mehr. Diese Art der Sanktion wird für Spam in größerem Stil angewendet.
Meist ist es so, dass man als Webseitenbetreiber nicht über eine derartige Sanktion informiert wird, wodurch die Gründe häufig erstmal unklar sind. Gerade wenn eine Seite plötzlich deutlich an Traffic verliert, sollte man seine Platzierungen und die Zahl der indizierten Seiten etwas genauer überprüfen.
Welche unterschiedlichen Google-Penalties gibt es?
Wie kann man prüfen, ob man abgestraft oder ausgeschlossen wurde?
Eine Abstrafung wird sich am schnellsten in den Seitenzugriffen abzeichnen. D.h. wenn die Anzahl der Seitenbesucher – ohne nachvollziehbaren Grund – plötzlich merklich nachlässt sollte man seine Platzierungen etwas genauer prüfen.
Hierzu sollte man als erstes die Indizierung der Seite prüfen, indem man in Google nach „site:domain.de“ sucht. Eine weitere Möglichkeit um festzustellen, ob eine oder mehrere Seiten nach wie vor im Google-Index vertreten sind, stellt die Abfrage „cache:domain.de“ dar. Taucht Ihre Seiten bei diesen Abfragen nicht mehr bei Google auf, wurden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem Index entfernt. In diesem Fall hilft dann nur noch eines: Die Gründe für den Ausschluss beheben (z.B. Doorway-Pages entfernen) und danach einen Reinclusion Request bei Google starten.
Wenn Ihre Seite über die Kommandos “site” oder “cache” angezeigt werden, Ihre Platzierung aber nicht mehr der ursprünglichen entspricht, sind sie aller Wahrscheinlichkeit nach in den „Genuss“ eines Penalties gekommen. Überprüfen Sie in dem Fall die betroffenen Seiten genau, versuchen Sie zu analysieren ob sie gegen die Google-Guidelines verstoßen haben und berichtigen Sie Ihre Fehler.
Danach hilft nur noch warten und hoffen – und für das nächste Mal die Google Guidelines noch besser zu studieren…
22. März 2008 um 4:21
[...] Artikel wurde zuerst im TechDivision-Blog unter http://blog.techdivision.com veröffentlicht. Photo Quelle/Copyright: Yodel Andecdotal, cc creative commons, Bestimmte [...]
28. März 2008 um 9:26
[...] Wenn Google einen nicht mehr lieb hat von TechDivision [...]
15. April 2010 um 14:39
Die Zeichen standen klar auf Pagerank 4, nun ist es bloß PR 2 geworden. Viele Neuerungen bei Google, die Seiten sind alle nicht mehr im Cache. Also gibt es ein neues caching. Google stellt den Dienst um. Und der Webmaster hat das nachsehen. Es sind bekannte Namen auch nicht mehr im Cache. Also ein neu Anfang bei Google. Wollen mal sehen was die sich wieder ausgedacht haben. Neuerungen können schön sein, aber müssen es nicht.
9. Dezember 2010 um 7:18
[...] Abstrafungen – Wenn Google einen nicht mehr lieb hat! [...]
9. Mai 2011 um 16:24
danke für die infos. ich habe schon gehört dass des öfteren mal seiten abgestraft wurden, weil konkurrenzseiten sie bei linklisten etc eingetragen haben. schweinerei!
grüsse
jasmina
9. Mai 2011 um 16:25
danke für die infos. ich habe schon gehört dass des öfteren mal seiten abgestraft wurden, weil konkurrenzseiten sie bei linklisten etc eingetragen haben. schweinerei! aber eine gute site wird nicht einfach so abgestraft – glaube ich mal
. man weiss ja nie genau wie der algorythmus von google ist.
grüsse
jasmina
12. August 2011 um 20:47
[...] nicht in das Konzept der heiligen Kirche zu passen dadurch abserviert, indem man sie entweder mit einem Bann belegt oder sogar kurzerhand [...]