Mehr Umsatz im Online-Shop durch Neuromarketing?

Josef Willkommer, 28. Mai 2010 1 Kommentar

Shopbetreiber, die Produkte anbieten, die so einzigartig sind, dass sie ganz einfach ihre Käufer finden, egal, was sie kosten oder wie schön der Shop ist, haben es gut. Aber wenn es sie überhaupt gibt, sind sie auf jeden Fall in der Minderheit. Die Realität ist ein harter Wettbewerb von Anbietern gleicher oder gleichartiger Produkte um die Käufer. Der Preis ist sicher eine Stellschraube zum Erfolg, die nicht zuletzt von den Preissuchmaschinen und der Vergleichbarkeit im Internet getrieben wird. Zusatzleistungen jeglicher Art, von der Zertifizierung des Shops über die Zahlungs- und Versandarten bis hin zu Dienstleistungen, bieten eine andere Möglichkeit, sich vom Mitbewerb zu unterscheiden. Aber gibt es da nicht noch mehr? Irgendwas anderes, was mit großer Sicherheit Kunden bringt und den Wettbewerbsvorteil sichert?

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Online-Marketing per Buch lernen?

Josef Willkommer, 17. Dezember 2009 2 Kommentare

In der Stadtbibliothek hat mich kürzlich ein Buch zum Thema Online-Marketing angelacht. Und da man ja immer wieder und weiter lernen soll, habe ich es mal mitgenommen. Ich habe mir dann zu Hause gleich einen dicken Block hergerichtet, um alles aufzuschreiben, was neu und interessant ist. Wie voll ist der Block geworden?

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Google AdWords: Dichtung und Wahrheit

Josef Willkommer, 27. Januar 2009 kein Kommentar

Viele nutzen es, viele wollen es, aber dennoch gibt es rund um Google AdWords immer noch etliche falsche Annahmen. Und wer falsch informiert ist, kann nicht die richtige Strategie entwickeln und letztendlich nicht optimal von Google AdWords profitieren.
Woher kommt es, dass so viel Dichtung existiert? Nun, einiges davon war sogar mal Wahrheit. Aber Google hat natürlich in den letzten Jahren einige Änderungen am Algorithmus vorgenommen, so dass die alten Aussagen schlicht nicht mehr gültig sind.

Und teilweise wird auch nicht ausreichend zwischen Google AdWords und anderen Werbemöglichkeiten im Web differenziert.

AdWords im Vergleich mit Online-Anzeigen
Online-Anzeigen werden irgendwo für einen festen Preis platziert und fertig. Der Erfolg einer Anzeige kann mit einer eigenen URL und einem Statistikprogramm ausgewertet werden. Das ist jedoch eine nachträgliche Aktivität, die höchstens eine Entscheidung über die weitere Schaltung der Anzeige ermöglicht. Eine Verbesserung der Ergebnisse ist nicht möglich, und somit lässt sich auch der ROI kurzfristig nicht optimieren.
Bei Google AdWords geht es zwar irgendwo auch um die Platzierung einer Anzeige, aber die Details sind doch ganz anders, werden doch die Anzeigen für bestimmte Schlüsselwörter auf bestimmten Sites platziert. Die Stellschrauben sind vielfältig und fein und erlauben die Schaltung für bestimmte Schlüsselwörter, zusätzlich für verwandte Schlüsselwörter, nur auf bestimmten Seiten, auf allen Seiten mit Ausnahme bestimmter Seiten oder in bestimmten Regionen.
Entsprechend kompliziert ist natürlich dann auch die Verwaltung einer AdWords-Kampagne. Und vor allem braucht sie laufende Betreuung. Das allerdings ist auch wieder ihr Vorteil gegenüber einer Online-Anzeige. Die Statistiken über das Klick-Verhalten der Web-Nutzer sind sehr aussagekräftig, und die Kampagne kann jederzeit mit sofortiger Wirkung verändert und an die neuen Erkenntnisse angepasst werden. So lässt sich der Return-On-Investment (ROI) stetig beeinflussen und optimieren.

AdWords zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten?
Vor 6 Jahren lief es so. Da haben diejenigen bei AdWords gewonnen, die den höchsten Klickpreis (CPC) geboten haben. Aber das alte Overture-Auktionsmodell hat längst ausgedient, und wer heute noch zu verstehen gibt, dass AdWords etwas mit einer Auktion zu tun hat, hinkt der Zeit mächtig hinterher.
Denn inzwischen werden AdWords-Anzeigen von einer Reihe an Faktoren gesteuert. Das Gebot ist nur einer dieser Faktoren und nicht mal der wichtigste.
Die Relevanz der Anzeige in Bezug auf die Suchbegriffe und die Klick-Rate (CTR) haben einen wesentlich höheren Einfluss auf die Platzierung der Anzeige als das Gebot. Natürlich muss das Gebot ausreichend hoch sein, aber das ist schon alles.
Unabhängige Studien haben ergeben, dass sich die Klickpreise bei unterschiedlichen Anzeigen-Positionen nicht groß unterscheiden. Besonders in der Randspalte entscheidet hauptsächlich die Klickrate über die Position.

Nur der 1. Platz zählt?
Manche Werbetreibenden können sich einfach nicht von der falschen Annahme trennen, dass die erste Stelle die beste sei. Ob die Web-Benutzer, die auf eine Anzeige an der 1. Stelle klicken, eine höhere Kaufbereitschaft haben oder sich nur umschauen wollen (es scheint mal so, mal so zu sein), ist eine Frage. Aber schauen wir auf die Ergebnisse.
Man sollte den Key-Performance-Indikator (KPI) betrachten, der meistens aus den Kosten pro Lead (CPL) oder dem Return-On-Anzeigenausgabe (ROAS) besteht. Wenn man den CPC zu stark erhöht, um auf die 1. Stelle zu gelangen, steigt der CPL ebenfalls in die Höhe, während der ROAS absackt. Und das ist schlecht.
Selbst wenn man mit einem hohen Klickpreis die 1. Stelle erreicht, können die Kosten pro Kontakt um ein Vielfaches über dem normalen Wert liegen. Die Top-Position lohnt sich also nur für sehr relevante Schlüsselwörter, bei denen die Konversion ausreichend hoch ist, um die hohen Kosten zu rechtfertigen.

Ist Google voreingenommen und mag mich nicht?
Zugegeben, Google will mit AdWords Geld verdienen. Es ist ihre größte Einnahmequelle. Nutzen sie das zu ihrem eigenen Vorteil aus? Ja, teilweise schon. Aber wer sich auskennt, kann mit dem richtigen Angebot einen unglaublich guten ROI erzielen.
Was tut Google im eigenen Sinne?

  • Der Kampagnen-Optimierer soll eher die Klickrate steigern als relevante Schlüsselwörter ausgeben. Man sollte ihn also mit Vorsicht genießen und negative Schlüsselwörter im Search Query Report verwenden, damit die AdWords-Anzeige nur bei relevanten Suchläufen angezeigt wird.
  • Der Konversions-Optimierer kann den CPL erhöhen. Natürlich ist Googles Algorithmus nicht bekannt, und vielleicht enthält er sogar Fehler. Wer kann, sollte sich selber um die Optimierung seiner Konversion kümmern.
  • Auf den ersten Blick erscheinen AdWords einfach, und auch Anfänger sind geneigt, es einfach mal auszuprobieren. Mit dieser Strategie wird man aber selten erfolgreich sein. Denn AdWords gehören in Expertenhände, wenn man sein Geld nicht zum Fenster herauswerfen will.
  • Selbst wenn man mit Google AdWords Reps oder dem JumpStart-Programm arbeitet, muss man sich eingehend mit der Konversion beschäftigen und sie überwachen. Nur so bekommen Sie Antworten oder Tipps.

Sind AdWords zu teuer?
Das gilt nicht mehr und weniger für Google AdWords als für alle anderen Werbeformen. Alle Werbeaktionen müssen an das Produkt und die Zielgruppe angepasst sein, wenn man damit einen positiven ROI erzielen möchte.
Auf jeden Fall muss man sein Geschäft gut kennen und rechnen können, wenn man mit AdWords erfolgreich sein will.
Um die Sinnhaftigkeit Ihres PPC abschätzen zu können, müssen Sie folgende Werte kennen:

  • Marge pro Verkauf
  • durchschnittliche CPC in Ihrem Markt
  • Konversionsrate der Site

Prüfen Sie, ob Ihre CPC in Ihrem Markt zu hoch ist:

  • Break-Even CPC = Marge * Konversionsrate
  • Zur Berechnung der Konversionsrate brauchen Sie den Break-Even:
  • Break-Even-Konversionsrate = durchschnittliche CPC des Geschäftsfelds/Marge pro Verkauf

Der Break-Even ist schön, aber sicher wollen Sie viel lieber einen Gewinn erzielen. Aber das erste Teilziel darf durchaus der Break-Even sein. Denn wenn dieser erreichbar ist, besteht auch die Chance, dass Sie das Ergebnis weiter optimieren können und dass Ihnen die PPC-Investition sehr viel Nutzen bringt.

Quelle: Search Engine Journal

Kundenfreundliche Online-Shops

Josef Willkommer, 8. Januar 2009 2 Kommentare

Es gibt Produkte, die muss man ganz einfach im Laden kaufen, weil man sie in echt sehen, anfassen, anprobieren und am eigenen Körper sehen muss. Das gilt beispielsweise für Schuhe, bei denen man ja leider nicht immer sicher sein kann, dass die gleiche Schuhgröße automatisch passt. Und es gilt sicher auch für ein elegantes Abendkleid, bei den zudem der Kauf an sich einen gewissen Lustfaktor mit sich bringt.

Es gibt aber auch Produkte, die “schreien” förmlich nach einem Online-Verkauf, weil dieser einfach viel mehr Vorteile für Käufer und Verkäufer bietet als der Verkauf im Laden. Und hier möchte ich als Beispiel Noten für Blasorchester nennen. Warum ist das so?

  • Es gibt Unmengen an Notensätzen von unterschiedlichen Verlagen, die kein Musikgeschäft je auf Lager haben kann. In einem Online-Shop kann diese riesige Menge aber problemlos dargestellt werden – was wir ja vom Long-Tail-Phänomen her kennen.
  • Noten werden anhand von Hörproben beurteilt. Ein Musikgeschäft kann nicht von jedem Notensatz eine CD und zusätzlich einen CD-Spieler bereithalten, damit sich die Kunden die Stücke anhören können. Im Internet jedoch können Sound-Dateien leicht hoch- und ebensoleicht heruntergeladen und angehört werden.
  • Noten werden mit einem Blick in die Direktionsstimme beurteilt. Im Musikgeschäft müsste der Notensatz aus dem Lager und die Direktionsstimme herausgeholt werden. Dabei könnten die anderen Stimmen durcheinander geraten, Eselsohren oder Fingerabdrücke bekommen. Im Internet kann ein Auszug aus der Direktion leicht als pdf-Datei zum Download angeboten werden.
  • Noten können völlig problemlos verschickt werden. Sie sind weder zerbrechlich noch verderblich oder unhandlich. Manchmal passen sie sogar in den Briefkasten.

Betrachtet man aber die Realität im Internet, schaut die Sache ganz anders aus. Der Online-Notenkauf ist alles andere als bequem und kundenfreundlich, so jedenfalls meine Erfahrungen, die ich in den letzten Wochen gesammelt habe. Die Musikverlage oder Notenhändler bauen ziemlich hohe Hürden auf, die man dummerweise überwinden muss, weil man ja Noten für die Kapelle braucht.

Hürde 1: geöffnet nur für den gläsernen Kunden

Es gibt Verlage, bei denen darf man sich das Angebot im Internet erst anschauen, nachdem man sich registriert hat. Na gut, gegen eine Registrierung mit Mailadresse und Passwort ist ja vielleicht nichts einzuwenden.  Aber wenn ich meine komplette Adresse einschließlich Vereinsdaten angeben muss, werde ich vorsichtig. Was bedeutet das für mich? Will der Anbieter meine Schritte in seinem Shop aufzeichnen und mich nach einer gewissen Zeit zur Kasse bitten, wenn er meint, ich stöbere nur in seinem Shop, kaufe aber nichts? Oder will er meine Adressdaten, die ja einer gut definierten Zielgruppe zugeordnet werden können, gewinnbringend verkaufen? Vielleicht, um einen Teil des Aufwands, den er in die Erstellung des Shops gesteckt hat, wieder reinzuholen?
Wahrscheinlich jedenfalls geht seine künstliche Intelligenz nicht so weit, Zusammenhänge zwischen seinen Online-Besuchern herzustellen. Denn wenn ich beispielsweise im Shop stöbere, meinem Dirigenten daraufhin eine Liste mit Stücken präsentiere, von der er letztendlich einige kauft, habe ich zwar nicht selber gekauft, aber doch zum Kauf verholfen.

In einem Fall kam erschwerend hinzu, dass mir auch nach der Registrierung nicht sofort Zugang gewährt wurde. Offensichtlich werden meine Daten zunächst manuell geprüft, und sehr wahrscheinlich erhalte ich nie Zugangsdaten, weil ich nämlich nur eine “Fake-Adresse” eingegeben habe. Damit habe ich zwar die Mussfeldprüfung überwunden, aber jeder Mensch wird merken, dass ich nicht in l, r oder d wohne.

Ist sich der Anbieter eigentlich klar, was er mit seinen Kunden oder Interessenten hier tut? Er schlägt einem kaufbereiten Kunden die Tür vor der Nase zu und zwingt ihn, seine Online-Einkäufe an die Bürozeiten und Launen des Anbieters anzupassen. Normalerweise müsste man um einen solchen Anbieter in Zukunft einen großen Bogen machen. Offensichtlich wird hier aber eine gewisse Monopolstellung ausgenutzt, die dazu führt, dass man trotz dieser negativen Erfahrungen einige Tage später reumütig zurückkehrt und sich den Regeln des Anbieters unterwirft.

Ohne penibel sein zu wollen möchte ich diese Erfahrung kurz in die Offline-Welt übertragen. Ist es vorstellbar, dass ein Musikgeschäft in der Stadt an der Eingangstür Ausweiskontrollen vornimmt und nur die Personen in den Laden lässt, die sich ordnungsgemäß ausweisen können? Wohl kaum, oder?

Hürde 2: veraltete Technologien

Da habe ich mich nun durch die Hörproben in einem Notenshop gehört und mir die Links von ein paar guten Stücken rauskopiert, die ich meinem Dirigenten zum Kauf vorschlagen wollte. Aber irgendwann fiel mir auf, dass alle Links gleich sind.

Tja, die Seiten waren mit Frames gebaut, und Änderungen im Hauptframe haben sich nicht auf die URL der gesamten Seite ausgewirkt. Zum Glück konnte ich einen Großteil der Stücke wieder finden – aber wie sag’ ich’s jetzt meinem Dirigenten? Ich will es ihm ja möglichst einfach machen und keine lange Anleitung geben, wonach er suchen muss, damit er möglicherweise das Stück findet, das ich meine.
Denn das mit der Suche war bei diesem Shop auch so eine Sache. Ich hatte Noten von “I had the time of my life” ausgesucht, und es sollte leicht möglich sein, die zugehörige Seite anhand des Titels zu finden.
Tja, falsch gedacht…. Die Suche teilte mir nämlich mit, dass sie Wörter mit 3 und weniger Buchstaben nicht berücksichtigt. Somit standen nur “time” und “life” als Suchbegriffe zur Verfügung – Allerweltswörter, die mehr als oft vorkommen….

Moderne Shop-Software bietet für solche Fälle den Wunschzettel, den man an einen Freund weiterleiten kann. Eine Funktion also, die nicht nur zu Weihnachten oder vor einem Geburtstag sinnvoll ist, sondern auch für Kaufentscheidungen, an denen mehrere Personen beteiligt sind.

Hürde 3: nicht ausreichend komfortable Suchfunktionen

Im Laden gibt es idealerweise einen Verkäufer,  den man um Rat fragen kann. Im Online-Shop muss dies durch eine benutzerfreudliche Navigation und komfortable Suchfunktionen ersetzt werden. Denn je schneller der Kunde zum Ziel kommt, desto schneller landet das Produkt im Warenkorb. Und gerade bei Blasorchesternoten liegt es auf der Hand, was die Suchkriterien sind:

  • Besetzung
  • Schwierigkeitsgrad
  • Name des Stücks, Komponisten oder Arrangeurs
  • Genre

Als weitere Bewertungskriterien eignen sich:

  • Spieldauer
  • Preis
  • Register, die besonders gefordert sind
  • Lieferzeit

Wer seinen Kunden wirklich einen Dienst erweisen will, baut einen interaktiven Kundenberater. Denn manchmal sucht man ja kein konkretes Stück, sondern hat nur eine grobe Vorstellung, wie das Stück klingen soll und würde sich gerne inspirieren lassen.

Hürde 4: unvollständige Informationen

Ich habe einen Shop gefunden,  in dem alle Preise ein * mit dem Hinweis in der Fußnote tragen, dass die Preise unter Umständen nicht mehr aktuell sind.
Hmm, was ist davon zu halten? Abgesehen davon, dass das rechtlich sicherlich kritisch ist, lässt es für mich keine sinnvolle Kalkulation vor dem Einkauf zu.
Bei einem Stück, das ich gerne kaufen würde, ist der Preisunterschied zwischen diesem Anbieter und einem anderen Online-Shop ziemlich hoch, so dass ich befürchte, dass der niedrige Preis nicht mehr gültig ist. Aber wenn dem so wäre, würde es sich um eine Preissteigerung von etwa 50% handeln. Da wird mir nichts anderes übrig bleiben, als vor der Bestellung nach dem gültigen Preis zu fragen.

Aber diese Frage ist offensichtlich auch nicht beliebt. Denn ein Verlag hat kürzlich meine unverbindliche Anfrage, ob er ein bestimmtes Stück liefern kann, gleich als Bestellung umgedeutet und nach der Lieferadresse gefragt. Diesen geschäftstüchtigen Elan musste ich allerdings erstmal mit der Frage nach Preis und Versankosten bremsen.

Auch die Informationen zu den Produkten sind meist mehr als dürftig. Kauft denn wirklich jemand einen Notensatz für knapp 100 EUR, von dem er nur den Titel und den Arrangeur kennt? Oder sind diese “Inkognito”-Titel in der TatLadenhüter, die nur dann einmal verkauft werden, wenn man sie zufälligerweise von einer anderen Kapelle hört und sich dann nach dem Verlag erkundigt? Oder läuft das Angebot im Internet nur so nebenher, und erfolgt die Information der Kunden über andere Wege?

Die Anbieter sollten sich einmal vor Augen halten, dass sie sich mit solchen Teilinformationen selber unnötig viel Arbeit machen. Denn wenn ich eine Demoversion erst per Mail anfordern muss, wird sich sehr wahrscheinlich erst ein Sachbearbeiter hinsetzen müssen, der meine Anfrage bearbeitet. Und unter dem Strich ist dieser Personalaufwand sicher um einiges höher und inhaltlich weniger sinnvoll, als wenn die Hörprobe gleich zum Download angeboten würde.

Hürde 5: mangelnde Wertschätzung des Kunden

Ich fühle mich als Kunde in den oben beschriebenen Shops nicht wirklich wohl. Und wenn ich einen Anbieter finden würde, bei dem ich den Eindruck habe, dass ich als Kunde eine gewisse Wertschätzung erfahre, würde ich dort, und nur dort alle meine Bestellungen aufgeben. Denn der Kunde, der sich im Shop wohl fühlt und gut informiert wird, kauft dort auch tatsächlich ein und kehrt zum nächsten Einkauf dorthin zurück. Und er wird den Shop auch seinen Freunden weiterempfehlen.

Fazit

Auch in scheinbar gesättigten Märkten gibt es für pfiffige Unternehmer jede Menge Möglichkeiten, Kunden mit einem bedarfsgerechten, freundlichen Angebot zu gewinnen. Man muss sich “nur” in den Kunden versetzen, um dessen Bedürfnisse zu ermitteln und sich überlegen, wie man diese mit neuen und positiven Ideen befriedigen kann.

Sehr interessante Denkansätze findet man dazu beispielsweise in den Publikationen von Anja Förster und Peter Kreuz.

Neue Produkte im Web vermarkten

Josef Willkommer, 17. November 2008 kein Kommentar

Angenommen, Sie haben ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung, die sie vermarkten möchten. Und nehmen wir weiter an, dieses Angebot sei nicht komplett selbsterkärend. Es muss ein wenig beschrieben werden, und dafür haben Sie eine eigene Website erstellt. Soweit – so gut.
Nun müssen aber Besucher auf diese Website gelockt werden. Also müssen die Seiten suchmaschinenoptimiert sein, damit sie in den Suchmaschinen gut gefunden werden. Aber genau da wird das Ganze zur Herausforderung, denn das Angebot ist so neu und einzigartig, dass niemand direkt danach suchen wird, weil eben niemand weiß, dass er danach suchen könnte. Wie geht man in diesem Fall vor?

Zielgruppenanalyse

Der erste Schritt ist eine detaillierte Zielgruppenanalyse mit den ersten Fragen:

  • Welche Personen sollen Ihr Produkt kaufen?
  • Welche Personen haben einen Nutzen, wenn sie Ihre Dienstleistung in Anspruch nehmen?

Beantworten Sie diese Fragen ruhig zunächst grob und verfeinern sie die Antworten dann immer mehr. Machen Sie Aussagen zu den gängigen demographischen Kriterien wie:

  • Geschlecht
  • Alter
  • Wohnort
  • Bildungsstand
  • berufliche Situation
  • Hobbys

Bei einigen Kriterien kommen Sie vermutlich zu dem Schluß, dass hier alle Ausprägungen zulässig sind. Bei anderen Kriterien werden Sie nach einer allgemeinen Aussage noch weiter differenzieren müssen.
Um das Beispiel meiner Damenkapelle wieder aufzunehmen: Meine Zielgruppe besteht logischerweise aus Frauen, die ein Musikinstrument spielen und irgendwo im Großraum Rosenheim wohnen. Das allein reicht aber noch nicht aus. Ich muss mir noch genauer überlegen, in welcher Situation sich diese Frauen befinden könnten, um mein Angebot attraktiv zu finden und sich zum Mitmachen zu entschließen. Die Ergebnisse dieser Überlegungen brauche ich aus zwei Gründen: 1.) Die Zielgruppe wird auf der Webseite dargestellt, damit die Seitenbesucher, die zur Zielgruppe gehören, die Bestätigung erhalten, dass sie hier richtig sind. 2.) zum…

Lokalisieren der Zielgruppe

Wir hatten ja gesagt, dass das Angebot so neu ist, dass niemand danach suchen wird, weil niemand weiß, dass es existiert. Also müssen wir es gezielt in den Aufmerksamkeitsbereich der Zielgruppe bringen. Und das geht nur, wenn wir wissen, so sich unsere Zielgruppe aufhält. Auch hierfür gibt es wieder verschiedene Fragen:

  • Auf welchen Webseiten hält sich die Zielgruppe auf?
  • Welche Zeitungen liest die Zielgruppe?
  • Welche Radiosender hört und welche Fernsehsender sieht die Zielgruppe?
  • An welchen öffentlichen Orten ist die Zielgruppe anzutreffen?

Mit diesen Fragen gelangen wir dann auch in den Offline-Bereich. Denn 1.) gibt es noch immer Menschen ohne Internet-Zugang und 2.) können und müssen in der Offline-Welt Wegweiser auf die Webseite aufgestellt werden, um Besucher dorthin zu bringen.

Ansprechen der Zielgruppe

In meinem Musikbeispiel ist also davon auszugehen, dass sich ein Teil meiner Zielgruppe in diversen Musikforen und -portalen aufhält. Also trage ich mein Angebot dort auf jeden Fall ein. Und ich werfe auch noch einen Blick über den Tellerrand. Weil zu meiner Zielgruppe auch Wiedereinsteigerinnen gehören, die sicher gar nicht aktiv auf der Suche nach einer musikalischen Beschäftigung sind, positioniere ich mein Angebot auch an Stellen, wo Menschen allgemein nach Freizeitpartnern suchen. Denn vielleicht bleibt die ein oder andere, die aktiv nach einem Partner zum Joggen sucht, auch bei meiner Anzeige hängen und besinnt sich auf ihre brachliegenden musikalischen Talente.

Natürlich wird sich ein  Unternehmen, das ein neues Produkt anbietet, nicht im privaten Kleinanzeigenmarkt tummeln. Dafür hat es aber sicher ein Marketing-Budget, mit dem es Werbung schalten kann – natürlich in den Medien und mit den Werbeformen, die zur Zielgruppe passen.

Bedienen der Interessenten

Wenn die Maßnahmen greifen und sich Interessenten finden, müssen diese schließlich auch gut bedient werden. Das bedeutet unter anderem, dass Anfragen, die aus dem Web eingehen, umgehend freundlich und kompetent beantwortet werden müssen. Die interne Infrastruktur des Anbieters muss also auf den erhofften Ansturm gerüstet sein, um die neu gewonnenen Kunden nicht schnell wieder zu verlieren.

Suchmaschinen-Optimierung

Natürlich müssen die Webseiten suchmaschinenoptimiert werden. Die Schlüsselwörter müssen allerdings zunächst eher aus dem weiteren Umfeld des Angebots kommen, da ja niemand nach dem Namen des Produkts oder der Dienstleistung sucht, weil niemand weiß, dass es so etwas gibt. Als Schlüsselwörter bieten sich also eher generische Begriffe oder Namen von alternativen Angeboten an. Natürlich dürfen dabei keine Markenrechte verletzt oder Mitbewerber schlecht gemacht werden. Aber wer nach Produkt A sucht, kann so darauf aufmerksam gemacht werden, dass es jetzt auch Produkt B gibt.

Fazit

Wer ein neues, noch nie dagewesenes Angebot bekannt machen möchte, kann das Web als eine Komponente einsetzen. Zusätzlich muss die sauber definierte Zielgruppe durch Offline-Maßnahmen gezielt angesprochen werden. Der Erfolg kommt also leider nicht im Schlaf, aber wer sein Ziel ernsthaft verfolgt, wird durch stetige Fortschritte motiviert, den Weg weiterzugehen. Und je weiter man geht, desto mehr Ideen bekommt man und desto mehr Möglichkeiten tun sich auf.

35 kostenlose PR-Portale

Josef Willkommer, 30. September 2008 50 Kommentare

Mit geschickter Online-PR lassen sich kostengünstig enorme Werbewirkungen erzielen – vorausgesetzt man schreckt vor etwas Arbeit und vor allem Schreiberei nicht zurück…

Wem es jetzt schon in den Fingern juckt – mit PR ist hier nicht der berühmt berüchtigte PageRank von Google gemeint, sondern die Marketing-Disziplin “Public-Relations” oder zu Deutsch Öffentlichkeitsarbeit.

Wir hatten vor längerer Zeit ja schon mal einen Artikel zum Thema “Online-Marketing mit Pressemeldungen” veröffentlicht, indem wir Möglichkeiten, Fallstricke und Besonderheiten beim Einsatz von Online-PR beleuchtet haben. Bereits damals haben wir einige deutsche Presseportale vorgestellt.

Heute möchte ich die Gelegenheit nutzen um das Thema zu aktualisieren. Online-PR bietet für Unternehmen unterschiedlichster Größenordnung und Ausrichtung eine interessante und vor allem sehr kostengünstige Möglichkeit, auf eigene Produkte oder Dienstleistungen hinzuweisen. Was man bei der Erstellung einer derartigen Pressemeldung beachten sollte, haben wir ja bereits in oben erwähntem Artikel erläutert.

Inzwischen hat sich natürlich auch im Bereich der Online-Pressearbeit einiges getan und eine Vielzahl an Anbieter buhlen um die Gunst der Kunden bzw. Webmaster. Grundsätzlich unterscheidet man hier zwischen bezahlten Diensten, die zum Teil sehr gute Leistungen erbringen, für die zum Teil aber auch recht stolze Beträge fällig werden. Zum anderen gibt es auch eine Vielzahl an kostenlosen PR-Portalen und Pressediensten, die Pressemeldungen gratis veröffentlichen.

Nachfolgen eine Übersicht der wichtigsten, kostenlose Pressedienste:

Hier kommt noche eine aktuelle Ergänzung (April 2009) zum Thema “Kostenlose PR-Portale”:

  • http://www.newsbuzz.de

Natürlich sollte man sich die einzelnen Portale vorher etwas genauer ansehen und nicht “blind” drauf los arbeiten. Mit einigen davon habe ich aber schon sehr guten Erfahrungen sammeln können….

Viel Spaß bei der Online-Pressearbeit!

Verlinkung aus der Offline-Welt

Josef Willkommer, 21. Juli 2008 4 Kommentare

Es ist nichts Neues, dass eine gute Verlinkung von Webseiten sowohl für die Suchmaschinen als auch für die Besucher sinnvoll, ja sogar essentiell ist. Über die Diskussion über gute und „böse“ Links wird vielfach vergessen, dass es auch etliche Möglichkeiten gibt, aus der Offline-Welt sozusagen Anker ins Internet zu werfen. Dazu ein paar Beispiele aus dem täglichen Leben:

Beispiel 1: Jeder kennt diese großen Tafeln, Schilder und sonstige Gebilde, die auf Feldern an Straßen stehen, um auf diverse Veranstaltungen hinzuweisen. Oftmals ist es im Vorbeifahren schwierig, alle Details aufzunehmen, d.h. meist geben diese Schilder nur den Anstoß, und Detailinformationen muss man sich anderweitig holen.
So habe ich kürzlich aus dem Augenwinkel auf einem solchen Schild den Namen eines (mir) sehr bekannten Musiker gelesen. Trotz diverser Anstrengungen ist es mir aber zunächst nur gelungen, beim nächsten Vorbeifahren den Ort der Veranstaltung herauszufinden. Mit diesen Informationen habe ich mich dann ins Internet begeben – allerdings ohne den erhofften Erfolg. Schließlich habe ich mich dann zu Fuß zum besagten Schild begeben, um es in Ruhe zu studieren. Es war wirklich wunderschön, mit Liebe bemalt und beschriftet, aber das sind Eigenschaften, die den Autofahrern, die daran außerorts mit 70 km/h vorbeifahren, verborgen bleiben müssen. Hier wären einige wenige Stichworte, z.B. der Titel der Veranstaltung, das Datum, die bekanntesten Namen und eine Internet-Adresse hilfreicher gewesen. Also gerade so viele Informationen, wie man im Vorbeifahren aufnehmen kann, und solche Informationen, die man sich zumindest einige Minuten merken kann – so lange, bis man die Möglichkeit hat, das Gesehene irgendwo zu notieren.

Beispiel 2: Gestern fuhr ein Auto vor mir, das auf dem Heck beschriftet war. Ein Afrika-Spezialist wurde dort mit einer Internet-Adresse angepriesen. Leider war diese Adresse aber so kompliziert, dass ich sie erst im zweiten Versuch richtig lesen konnte – weil das Auto etwas länger an einer Kreuzung vor mir stand. Merken konnte ich mir den Link nicht, denn weder steckte irgendwo „Afrika“ drin, noch war er anderweitig sprechend. Grundsätzlich gute Idee, aber schlechte Umsetzung.

Beispiel 3: Dann gibt es noch eine ganze Menge Firmenfahrzeuge, die wohl mit dem Firmennamen, auch mit Logo oder anderen Texten versehen sind, aber auf denen es keine Internet-Adresse gibt. Ziehen wir mal eine Hand voll Firmen ab, die noch immer keinen Internet-Auftritt haben (oder einen solchen, den sie lieber verschweigen), bleibt dennoch ein großes, ungenutztes Potenzial, aus der Offline-Welt ins Internet zu verlinken. Denn auch auf den Straßen bewegen sich Menschen, die einen Bedarf mit sich herumtragen. Und wenn ihnen dann auf der Straße zufälligerweise ein Anbieter begegnet, könnte daraus mittelfristig durchaus ein Geschäft werden.

Das Potenzial sollte erkannt sein. Was braucht man also, um es gut zu nutzen?

  • Darstellung des Angebots in prägnanten Stichworten
  • eine kurze, sprechende, einprägsame URL, die man im Vorbeifahren aufnehmen und speichern kann
  • zur Zielgruppe passendes Werbemittel – ein Web-Link auf einem heruntergekommenen Fahrzeug passt nicht zu einem seriösen Unternehmen
  • und natürlich eine ansprechende Website

Das ist schon alles. Natürlich sollte man sich vorher überlegen, welches Ziel denn konkret verfolgt wird, welche Zielgruppe vorrangig angesprochen werden soll und ob sie sich tatsächlich so verhält, wie man das möchte. Dann muss man es einfach tun, beobachten, was passiert und bereit sein, die Strategie nochmal zu korrigieren, falls das gewünschte Ziel nicht erreicht wird.
Und wer ein wenig nachdenkt, findet sicher noch etliche andere Möglichkeiten für Offline-Links.

Tourismusverbände im Web

Josef Willkommer, 29. Mai 2008 4 Kommentare

Bevor einer eine Reise tut, kann er im Web schon einiges erleben – wenn er nämlich dort seinen Urlaubsort finden möchte. Ich dachte, das wäre eine leichte Aufgabe, da das Land (Österreich) und das Bundesland (Kärnten) bereits feststanden und nur noch ein Ort gefunden werden musste, der interessant in den Bergen liegt.

Die erste Idee, einmal auf www.kaernten.at nachzusehen, war zwar nicht schlecht, hat mich aber letztendlich nicht wirklich weitergebracht. Schnell habe ich zwar auf der ersten Seite einen Menüpunkt “Wandern” gefunden, aber dann? Eine neue Navigation und auf der folgenden Ebene mehrzeilige Navigationspunkte, bei denen kein Anfang und kein Ende erkennbar ist.

ungeschickte Navigation aus mehreren Zeilen

Dazu viel, viel Text und ein paar Image-Fotos, aber keine visuelle Möglichkeit zur Orientierung für einen nicht sooo landeskundlichen Menschen.
Also doch erstmal “back to the roots”, Stöbern im eigenen Bücherschrank und erste Orientierung auf der Landkarte und in früher einmal gesammelten Prospekten. So waren dann doch ziemlich schnell zwei Gebiete herausgearbeitet: Mölltal oder Maltatal. Welches von den beiden das Bessere wäre, sollte nun wieder das Web entscheiden – und hat es auch. Ob die Entscheidung richtig war, wird sich allerdings erst nach dem Urlaub und dem Lokalaugenschein endgültig beantworten können.

Unter www.moelltal.at finde ich zwar endlich eine Karte, allerdings eine topografische Karte ohne jegliche Infrastruktur wie Straßen oder Ortsnamen.

Karte Mölltal ohne Infrastruktur

Lediglich die Bezirksnamen erscheinen beim Mouse-Over. Alternativ kann man noch eine Auswahl in der Gemeindeliste vornehmen. Hmm, welche Gemeinde nehmen wir denn da? Da ich ja geduldig bin, klicke ich mich durch und nutze auch die Links auf die einzelnen Gemeinden. Aber letztendlich gewinne ich den Eindruck, dass das Mölltal nicht wirklich um mich als Tourist wirbt. Das vielleicht für Tirol übliche touristische Angebot fehlt, und eine Kontaktaufnahme scheint eher unerwünscht zu sein. Es gibt keinen Link “Prospekte anfordern”, und es gibt auch kein Kontaktformular. Und mich aufdrängen und eine Mail irgendwo an die Gemeinde schreiben möchte ich dann doch nicht.

Also bleibt das Maltatal übrig. Nachdem hier meine Anfrage über das Kontaktformular rasch beantwortet wurde, stehen die Chancen gut, dass ich meinen Urlaub auch wirklich dort verbringen werde.
Startsteite Maltatal

Und was lernen wir daraus? Ich würde Tourismusverbänden und ihren Web-Agenturen folgende Ratschläge mit auf den Weg geben:

In die Schuhe des Interessenten steigen

Natürlich kennt man als Einheimischer seine Region und seinen Ort ganz genau. Aber der Tourist? Ist es ein Stammgast, trifft es sicher zu. Aber dann wird er sowieso immer wieder in seinem Stammquartier buchen und sich nicht neu im Internet informieren. Aber die neuen, noch unentschiedenen Touristen brauchen Informationen, die zunächst auf einer übergreifenden Ebene anfangen und dann Zugang zu immer genaueren Informationen geben. Für sehr geeignet halte ich da zunächst eine Übersichtskarte, die die Lage der Region im Bundesland zeigt und danach die einzelnen Orte im Tal, kombiniert beispielsweise mit Bergen oder wichtigen touristischen Punkten. (Zwar sind Übersichtskarten von Haus aus nicht barrierefrei, aber das ist ein Thema, das ich in Kürze gesondert aufgreifen werde.)
Zu diesen touristischen Punkten sollte es dann eine Beschreibung und gerne auch ein paar Bilder geben.

Kontaktaufnahme erleichtern

Ein Kontaktformular ist ganz einfach ein Muss, wenn man den Webseiten-Besucher als Kunden gewinnen möchte. Denn was kann ohne Kontaktformular passieren? Auf dem Rechner des Benutzers ist kein Mailprogramm eingerichtet, weil sich seine Mailbox bei einem Freemailer befindet. Also kann kein neues Mailformular geöffnet werden, und er müsste die Zieladresse manuell übertragen. Vielleicht hat er zwar ein Mailprogramm, möchte aber diese Adresse nicht verwenden. Vielleicht hat er auch schlichtweg keine Lust, erst eine ausführliche Mail zu formulieren. Und sofern es sich nicht um ein absolut exklusives Nischenangebot handelt, dass genau die Wünsche des Benutzers trifft, wird er sich dann schnell einer anderen Site zuwenden.

Der Tourismusverband kommt also mit einem Kontaktformular nicht nur seinen Interessenten entgegen, sondern kann auch eine gewisse Steuerung vornehmen. Er kann Auswahlfelder anbieten, um die Anfragen zu kategorisieren, die Antworten zu optimieren und so letztendlich den Kunden für sich gewinnen.

Prospekte bestellen

Man kann zwar viele Informationen im Web anbieten, aber das gedruckte Papier hat damit nicht ausgedient. Gerade beim Urlaub möchte man ja meist nochmal in Ruhe überlegen, vielleicht mal was herzeigen oder mitnehmen. Auf der anderen Seite steht natürlich ein gewisser Gedanke an die Umwelt, Stichwort Papier sparen. Daraus leite ich folgende Tipps ab:

  • Alle vorhandenen Prospekte und Dokumente werden in einer Liste angezeigt.
  • Alle Dokumente gibt es zum Download, d.h. man kann sich den Inhalt zunächst online ansehen, entscheiden, ob es das Gesuchte ist und wenn ja, ob man es selber ausdrucken kann oder will oder ob man tatsächlich die Originalversion benötigt.
  • Regeln für die Prospektbestellung werden von Anfang an klar dargestellt. Manche Anbieter verschicken nur eine bestimmte Zahl an Prospekten. Dies merkt man aber erst an Hand einer Fehlermeldung, die beim Überschreiten dieser Grenze erscheint. Wer nach dieser “Unfreundlichkeit” an der Prospektbestellung festhalten will, darf dann die gesamte Liste nochmal durchgehen, eventuell einen weniger interessanten Prospekt streichen, um wenigstens die besten Dokumente zu erhalten. Vielleicht könnte man ja auch mit einer zweiten Bestellung tricksen?
  • Die Bestätigungsseite, die nach Absenden der Prospektanforderung erscheint, bietet übrigens ein oft ungenutztes Potenzial, einen positiven Eindruck beim Besucher zu hinterlassen und ihn noch eine Weile länger auf der Site zu behalten.

Quartierbuchung

Eine Liste der Quartiere bietet fast jeder Tourismusverband. Aber auch hier liegen oft Welten zwischen den Angeboten. Von einer einfachen Liste, in der auf den ersten Blick weder die Art des Quartiers noch weiterführende Links ersichtlich sind bis hin zu Online-Kalendern mit Angabe der Verfügbarkeit ist alles im Angebot. Natürlich unterscheiden sich der einmalige und der regelmäßige Pflegeaufwand bei den Varianten. Aber meist wird der Aufwand in Summe gleich bleiben, jedoch mit unterschiedlichen Erfolgsquoten. Eine alphabetisch sortierte Liste, in der man erst den Link suchen muss, um nach einem Klick zu erfahren, um welche Art Quartier es sich handelt und die nur eine sehr bedingte Vorauswahl an Hand von Preis und Lage anbietet, hat meines Erachtens wenig Erfolgschancen. Sehe ich allerdings bereits im Internet, ob das Quartier zu meinem Wunschtermin noch frei oder bereits belegt ist, kann ich meine Anfragen zielgerichtet absenden. Und das spart auf der anderen Seite den Vermietern auch etliche Anfragen, die mit einer Absage beendet werden müssen. Allerdings müssen die Daten zuverlässig sein, und es sollte eine Möglichkeit geben, Privatvermietern, die vielleicht selber keinen Internet-Anschluss haben, trotzdem die Teilnahme zu ermöglichen. Ansonsten sollte wenigstens klar darauf hingewiesen werden, dass es neben den teilnehmenden Vermietern weitere Quartiere gibt, die auf Anfrage Auskunft über die Verfügbarkeit geben.

Aktualität

Da schon nichts älter als die Zeitung von gestern ist, ist auch nichts schlimmer als nachweislich veraltete Web-Inhalte. Was ist von folgendem Angebot zu halten, das ich heute (29.5.2008!) aus dem Web gefischt habe?

Quartierangebot mit Preis in ATS

Bei C&A gab es kürzlich mal eine Aktion, bei der man noch in DM bezahlen konnte, aber ob das hier wohl auch so gedacht ist? Das erinnert mich eher an einen peinlichen Fall, als ich mal mit einem etwas älteren Prospekt auf Quartiersuche gegangen bin und dann erfahren musste, dass das gewünschte Quartier nicht mehr besteht, weil die Vermieterin zwischenzeitlich verstorben war….

Also, aktuell muss es sein, nicht nur bei den Währungsangaben, sondern bei den Preisen insgesamt – nicht dass es bei der Abrechnung zum bösen Erwachen kommt, weil der dort angesetzte Preis weit über der Preisangabe im Internet liegt. Und aktuell muss auch der Rest sein, von den Veranstaltungstipps bis zu den Öffnungszeiten und Sehenswürdigkeiten. Denn hier kann viel Glaubwürdigkeit und Bemühen um den Kunden transportiert werden oder eben auch verloren gehen.

Fazit

Das Internet verändert die Gewohnheiten. Und wer es versteht, den Interessenten dort abzuholen, wo er gerade steht und ihn schrittweise in die eigene Welt zu führen, ihn freundlich behandelt und ihm das eigene Angebot transparent darlegt, wird aus dem Interessenten seinen Kunden machen. Eine gute Web-Site bringt dem Besucher einen Nutzen – spricht man deshalb nicht auch vom Benutzer? Und aus diesem Nutzen wird es auch einen Rückfluss für den Anbieter geben, ob nun direkt oder auch indirekt.

Das gilt übrigens nicht nur für Web-Sites von Tourismusverbänden…

xtCommerce und Google Base Schnittstelle

Josef Willkommer, 27. Mai 2008 3 Kommentare

Zukünftig werden wir bei eCommerce-Anwendungen primär auf Magento setzen. Da wir aber noch einige Kunden haben, die xtCommerce einsetzen, werden wir für unsere bestehenden Kunden auch weiterhin noch Support anbieten – wie in vorliegendem Fall.

xtCommerce hat bereits einige Produktexport-Module integriert, nur die Ablösung bzw. die Namensänderung von Froogle zu Google Base wurde möglicherweise nicht wirklich in Betracht gezogen. D. h. will man seine Produkte bei Google Base einstellen, muss man erst mal Veränderungen am Code vornehmen, um eine angepasst Textdatei zu exportieren. Es gibt auch eine Quick&Dirty-Variante in dem man aus dem alten Froogle Module eine Textdatei exportiert, diese in Excel öffnet und eine Spalte „id“ einfügt. Aber wer will schon jedesmal noch extra sein Excel öffnen, wenn das generieren für die Google Base Datei ein Kinderspiel ist?!

Wir wurden dann auch relativ schnell fündig, wie das Problem zu beheben wäre. Auf http://benzblog.de/?p=36 gibt es das Modul sogar zum Download. Unser Kunde jedoch verwendete bereits eine angepasste Version des xtCommerce 3.03 und da gab es ein kleines Problem beim Update.

Da die Schnittstelle von Franz C. Krüger leider für die Version 3.04 konzipiert war, funktionierte sie nicht. Insofern mussten wir nochmals selber ran und weiter suchen.

Folgender Beitrag brachte uns dann die Lösung: Ecombase Forum

Falls ihr also auch das Problem mit Google Base haben solltet, findet ihr hier (Google Base) die Datei zum Download für den xtCommerce 3.03. Für die Version 3.04 bietet der oben genannte Benzblog die Lösung. Für noch ältere Versionen kommt ihr nicht drum rum den Code selbst anzufassen (siehe Ecombase), wobei auch das nicht wirklich allzu tragisch ist.

Die Installation ist ziemlich einfach:

Ladet euch die Datei herunter und schiebt sie per FTP auf euren Server in das Verzeichnis „/xtcommerce/admin/includes/modules/export/“.

Im Backend einfach selektieren und installieren. Fertig.

Über die Kontakt-Seite ins Gespräch kommen

Josef Willkommer, 7. April 2008 3 Kommentare

Gerade für kleine Unternehmen zählt die Kontakt-Seite zu den wichtigsten Seiten eines Internet-Auftritts. Sie fristet allerdings viel zu oft ein Mauerblümchen-Dasein, und ihr Potenzial bleibt oft ungenutzt. Das ist schade, denn eine gut gemachte Kontakt-Seite kann die Glaubwürdigkeit des Unternehmens steigern und kann den Suchmaschinen mitteilen, wo sich das Unternehmen befindet. Sie kann sogar für Schlüsselbegriffe aus dem Bereich der Produkte und Dienstleistungen optimiert werden.

Über die Kontakt-Seite kann man auch miteinander ins Gespräch kommen – und ein solches Gespräch kann wertvolles Feedback liefern, die Benutzerfreundlichkeit der Site steigern oder sie informativer oder einfacher auffindbar machen. Wer seinen Kunden zuhört, erhält wichtige Informationen darüber, wie sie das Angebot sehen und mit welcher Ausdrucksweise sie es beschreiben.

Was gehört auf eine Kontakt-Seite?
Dazu gibt es keine festen Regeln. Die Art und Weise, in der man am liebsten kontaktiert wird, sollte eine Rolle bei der Auswahl der Inhalte spielen. Auf vielen Kontakt-Seiten gibt es nur einen Email-Link, mehr nicht. Dabei hat die Kontakt-Seite mehr Potenzial, als nur eine begrenzte Möglichkeit der Kontaktaufnahme zu schaffen.

Optimieren Sie Ihre Kontakt-Seite
Wenn ein Unternehmen in den Suchmaschinen unter dem Begriff “Feldsalat aus dem Vorgebirge” gefunden werden möchte, könnte der Titel der Kontakt-Seite heißen: Sprechen Sie uns zum Feldsalat aus dem Vorgebirge an. Oberhalb der eigentlichen Kontaktdaten, des Kontaktformulars oder beidem könnte so etwas stehen wie: Wir bauen seit 4 Generationen biologischen, wohlschmeckenden Feldsalat auf unseren Feldern im Vorgebirge an. Wir verkaufen diesen seit Jahren auf dem örtlichen Bauernmarkt. Sie finden unseren biologischen Feldsalat aber auch in den Bioläden in der Region. Wenn Sie Fragen zum Anbau, zur Ernte oder zu den Vorzügen einer gesunden Ernährung mit biologischem Feldsalat haben, freuen wir uns auf Ihre Nachricht. Schicken Sie uns eine Mail oder rufen Sie uns an. Manchmal können wir nicht ans Telefon gehen, weil wir draußen auf dem Feld oder anderweitig beschäftigt sind. Aber wenn Sie uns eine Nachricht hinterlassen, bemühen wir uns, Sie innerhalb eines Tages zurückzurufen.

Natürlich sollte vor der Optimierung eine Keywort-Recherche durchgeführt und betrachtet werden, ob die ausgesuchten Begriffe passen und wie stark sie umkämpft sind. Dann aber kann eine Kontaktseite eine ideale Seite sein, um von den Suchmaschinen gefunden zu werden.

Fügen Sie eine Adresse hinzu

Glaubwürdigkeit
Ein Unternehmen erscheint glaubwürdiger, wenn es in der Welt präsent ist – mit einer Post-Adresse, einer Telefon-Nummer und einer Mail-Adresse. Das kann allerdings problematisch sein, wenn ein Geschäft von einer Einzelperson von zu Hause aus betrieben wird. Gibt man die private Telefonnummer an, so kann es zu Problemen führen, wenn diese auch von anderen Personen benutzt wird. Eine zweite Telefonnummer für geschäftliche Zwecke ist eine gute Möglichkeit, geschäftliche und private Anrufe auseinander zuhalten.
Lokale Suche und geografische Relevanz
Wenn der Ort des Unternehmens ein wichtiger Aspekt ist – z.B. bei Läden oder einem regionalen Angebot – sollte man die Wahrscheinlichkeit erhöhen, mit der einen die Suchmaschine in die relevanten lokalen Suchergebnisse aufnimmt. Gibt man die Adresse und Telefonnummer/n auf der Kontaktseite an, so unterstützt man die Suchmaschine dabei, den Ort des Unternehmens zu erkennen. Google hat einige Patente zur lokalen Suche angemeldet, d.h. es ist wahrscheinlich, dass die Suchmaschine eine URL zur lokalen Autorität für diese Branche macht. Weitere Informationen können die Geschäftszeiten, Parkmöglichkeiten, Zugang für Rollstuhlfahrer, Bezahlungsmöglichkeiten oder andere geschäftliche Möglichkeiten sein. Es kann sogar sein, dass Google explizit nach einer Seite „Kontakt“ oder „Anfahrt“ sucht, um die geografische Relevanz für eine Website zu ermitteln. So kann eine Adresse und Telefonnummer für ihre Website in die Suchergebnisse kommen.

Weitere Überlegungen für Kontakt-Seiten
Verschiedene Kontaktinformationen sind die erste Möglichkeit, sein Unternehmen für die Interessenten einer Website zugänglicher zu machen. Wenn man potenziellen Anrufern mit Öffnungszeiten und Informationen über die Zeitzone eine Orientierung vermittelt, wann man Anrufe entgegennehmen kann, sinkt die Wahrscheinlichkeit von Anrufen mitten in der Nacht oder am frühen Morgen. Wenn man Interessenten, die eine Mail schicken oder eine Nachricht hinterlassen, einen Eindruck gibt, wie bald sie mit einer Antwort rechnen können, steigt ihr Vertrauen, eine Antwort zu bekommen. Zum Beispiel: Wir sind bestrebt, alle Anfragen innerhalb von 24 Stunden zu beantworten. Freitags eingehende Anfragen werden am darauf folgenden Montag beantwortet.
Wenn es eine kostenlose Nummer gibt, rufen mehr Leute an. Wenn Sie also lieber mit den Interessenten telefonieren als per Mail zu kommunizieren, dann sollten Sie über diese Möglichkeit nachdenken. Wenn Sie internationale Anrufe erwarten, sollten Sie sicherstellen, dass die korrekte Ländervorwahl vor Ihrer Telefonnummer steht, damit es Anrufer aus dem Ausland leichter haben. Wenn Sie echte Besucher wünschen, fügen Sie eine Karte ein, verlinken Sie auf einen Routenplaner und stellen Sie eine einfache Wegbeschreibung von verschiedenen Ausgangspunkten zur Verfügung. Gestalten Sie Ihre Kontakt-Seite so druckerfreundlich wie möglich, damit diejenigen, die die Kontaktdaten für später aufbewahren oder für die Anfahrt nutzen wollen, eine leicht lesbares und handhabbares Dokument haben. Wenn Sie wegen eines Feiertags nicht erreichbar sind, ist die Kontaktseite ein guter Platz, um bekannt zugeben, dass das Unternehmen an diesem Tag nicht erreichbar ist.

Fazit
Eine interessante, optimierte und motivierte Kontaktseite kann zusätzliche Besucher auf eine Site bringen. Sie kann ebenso nützliches Feedback, Kommentare und potenzielle Kunden bringen. Sie bietet auch die Möglichkeit, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die an ihrem Angebot interessiert sind. Wenn Sie die Kontaktaufnahme so einfach und verlockend wie möglich machen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie es tun. Und diese Kontakte sind unbezahlbar.

Quelle: SearchEngineLand

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