Crowdsourcing – ein neuer Trend?!!

geschrieben von Marion Engel am 17. April 2008 um 8:24 Uhr

Outsourcing dürfte inzwischen weitgehend bekannt sein: Ein Unternehmen oder eine Organisation vergibt bestimmte Aufgaben an einen externen Dienstleister. Wenn nun kein externer Dienstleister, sondern die breite Masse – die Crowd – aktiv wird, spricht man vom Crowdsourcing.
Und wo kommt man heutzutage günstig an die Crowd? Natürlich im Internet! Und diesen Weg nutzen bereits einige Firmen und fragen die Kreativität und Meinungen ihrer Kunden auf ihren Webseiten ab.
Adam Fletcher, einer der Crowdsourcing-Experten, wurde kürzlich zu den Risiken und Problemen befragt, die Firmen beim Crowdsourcing eingehen.

Als Erfolgsfaktoren nennt Fletcher folgende Aspekte:
Crowdsourcing braucht eine große, aktive Community. Dieses Ziel lässt sich natürlich einfacher erreichen, wenn die Site und das dahinter liegende Business Modell faszinierend sind und auch einen gewissen Unterhaltungswert bieten. Wichtig ist auch, dass auf der Plattform Transparenz und Fairness herrschen. Dem Benutzer muss also schnell klar werden, warum er mitmachen sollte. Und beim Crowdsourcing sollte es fair zugehen, d.h. dass u.a. nachvollziehbar ist, warum ein Benutzer nicht gewonnen hat.
Nun könnte man sich fragen, ob bei den potenziellen Benutzern von Crowdsourcing-Plattformen nicht bald eine gewisse Sättigung durch die Vielzahl an Mitmach-Portalen einritt. Dem entgegnet Fletcher jedoch, dass Plattformen, auf denen Benutzer Erfolgserlebnisse haben und auch belohnt werden, immer ausreichend Benutzer anziehen werden. Auch sollte man nicht vergessen, dass neben den Ideengebern auch Benutzer gebraucht werden, die die Ideen bewerten und weitere Benutzer anziehen.

Crowdsourcing bietet vor allem für Firmen etliche Vorteile:
Unternehmen erhalten mit Crowdsourcing wertvolle Informationen zu Eigenschaften und zum Aussehen neuer Produkte sowie Absatz- und Marktforschungsdaten zu einem unschlagbar günstigen Preis. Diese Informationen kommen von einer breiten Masse, die zu dem Preis nirgendwo anders zu finden wäre. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass Crowdsourcing die Marketing-Aktivitäten – und somit auch Ausgaben – auf ein Minimum reduzieren kann, da die Community ja bereits über das Produkt informiert ist. Die Nachfrage ist also schon vorhanden ist, bevor das Produkt auf den Markt kommt. Die potenziellen Nachfrager müssen nur noch informiert werden, dass es nun endlich so weit ist.

Auch für die Teilnehmer kann Crowdsourcing attraktiv und karrierefördernd sein.
So haben schon einige Unternehmen aktive, erfolgreiche Crowdsourcer eingestellt.

Mehr Theorie zum Crowdsourcing gibt es bei Exiting Commerce. Nun aber zur Praxis:

Was tun nun Firmen, die vom Crowdsourcing überzeugt sind, dies aber nicht selbst organisieren können?
Sie nutzen brainfloor.com! Diese neue Crowdsourcing-Plattform ist in ihrer Beta-Version seit Anfang April online und bietet ein sehr interessantes Crowdsourcing-Angebot für ein breites Publikum.

Crowdsourcing mit brainfloor.com
Die Plattform bringt die sogenannten BrainUser und BrainWorker zusammen. Erstere suchen Ideen oder Bewertungen für Produkte oder Dienstleistungen, zweitere bieten ihre Kreativität und ihr Urteilsvermögen und werden dafür auch belohnt. Denn Ideen, die vom BrainUser gut bewertet werden, sind bares Geld wert.
BrainWorker können aber auch ihr gutes Gewissen befriedigen, denn gemeinnützige Organisationen bekommen auf brainfloor.com ebenso die Möglichkeit, die Kreativität der Masse unentgeltlich zu nutzen.
Den BrainUser stehen bei der Gestaltung ihrer BusinessLounge vielfältige Möglichkeiten offen: Neben der eigentlichen Frage können sie Hintergrundinformationen und eine Datei einstellen, um die Crowd genau über das Problem zu informieren. Zusätzlich ist ein Branding mit dem Firmenlogo möglich. Die Anzahl der Ideen, die in die Business Lounge eingegeben werden können, kann individuell festgelegt werden. Ein besonderes Highlight sind die Bewertungsmöglichkeiten. Neben dem BrainUser selber können bis zu 9 weitere Bewerter benannt werden, die die Ideen an Hand von verschiedenen Kriterien beurteilen und auch kommentieren können. Die Ideen stehen natürlich exklusiv dem BrainUser und seinen Bewertern zur Verfügung. Die beste Idee wird zum Abschluss jeder Business Lounge mit einem zusätzlichen Preis honoriert.

mehrere Zielgruppen
Und brainfloor.com ist nicht auf Unternehmen und Organisationen beschränkt. Auch Privatpersonen können in einer Public Lounge, sozusagen einer Light-Version der Business Lounge, unentgeltlich Ideen sammeln. Hier geht es nicht um Geld, sondern um Gegenseitigkeit. Wer fleißig Ideen einstellt, darf auch selber Ideen einfordern.
Auch der Community-Gedanke kommt mit Ranglisten, Profilen und einer Kontaktaufnahme nicht zu kurz.

Transparenz und Fairness
Die von Fletcher geforderte Transparenz und Fairness wird ebenfalls gewahrt. Jeder BrainWorker kann auf seiner Status-Seite stets nachvollziehen, welche Ideen er abgegeben hat und wie diese bewertet wurden. Und jeder BrainUser erhält natürlich ebenso einen Überblick über seine laufenden Lounges, die eingegebenen Ideen und die Bewertungen.

Also, einfach reinschauen, mitmachen und vom Crowdsourcing profitieren!

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1 Kommentar

Ein Kommentar zu “Crowdsourcing – ein neuer Trend?!!”

  1. Ihr Business & Marketing BLOGGER » Blog Archive » Nicht immer aber immer am Sonntag: Rückblick schrieb:

    [...] die breite Masse – die Crowd – aktiv wird, spricht man vom Crowdsourcing. Ganz klar ein Trend >> TechDivsion/17.4.2008. Zum Thema “Crowdsourcing: Hier hat der Kunde die (Marketing) Macht” auch interessantes [...]

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