Erinnert sich noch jemand an SWF3 und die Serie “Sachen, die man niemals tut”. Ich weiß inzwischen eine solche Sache…. Den Umzug einer Domain von einem Provider zu einem anderen. Neja, vielleicht war es einfach nur Pech, aber wenn ich den Namen des Providers nennen würde, der seinen Kunden verlieren sollte, würden sich manche sicher nicht wundern. Und dem Buchbinder Wanninger würde sicher auf seiner weiß-blauen Wolke ein Lächeln über das Gesicht huschen.
Der Domaininhaber hatte soweit alles vorbereitet und war nun nur noch aufgefordert, telefonisch eine Vorgangsnummer durchzugeben, um die Kündigung des Webspaces und den Umzug der Domains zu bestätigen. Kein Problem eigentlich. Dumm nur, wenn die angegebene Telefonnummer für den Kundendienst nur innerhalb Deutschlands erreichbar ist, der Kunde aber in Südtirol wohnt. Die EU und das world wide Web gab es ja zu Zeiten des Buchbinder Wanninger noch nicht….
Der Versuch, die Angelegenheit per Mail zu regeln, war leider nicht erfolgreich. Also musste jemand gefunden werden, der den Anruf aus Deutschland übernehmen könnte.
Kein Problem eigentlich, wenn derjenige, der die Domain übernehmen will, sowieso in Deutschland wohnt. Eigentlich….die Chronologie der Ereignisse schaut aber etwas anders aus.
1. Versuch
Nummer gewählt – Stille in der Leitung, kein Freizeichen, nichts anderes. Ob die Nummer wohl falsch ist, weil auf den Webseiten des Providers lauter andere Nummern standen? Neja, so schnell gibt man ja nicht auf.
2. Versuch
Nummer nochmal gewählt – knack-knack – es tut sich was! Eine Dame aus dem Computer begrüßt mich und möchte meine Kundennummer wissen. Hmm, die habe ich natürlich nicht, und der Versuch, mit einer Dummy-Nummer zu einem echten Menschen zu gelangen, scheitert.
Also geht die Rückfrage an den Partner in Südtirol, wie denn seine Kundennummer lautet. Kein Problem, wenigstens er antwortet unverzüglich.
3. Versuch
Juchhu, die Dame aus dem Computer kennt die Kundennummer und verbindet mich tatsächlich zu einem echten Menschen, der um kurz nach 8 schon seinen Dienst tut! Aber der baut gleich die nächste Hürde auf. Den Namen und die vollständige Adresse des Domaininhabers möchte er wissen. Dumm gelaufen, die Domain war nämlich nicht auf den Namen desjenigen registriert, für den ich den Anruf tätigen sollte. Und bei der Adresse hätte ich sowieso passen müssen.
Ich habe ihm dann die Hintergründe dargelegt und ihm den Auth-Code als Rechtfertigung geben angeboten, aber er kannte keine Gnade.
Klar, ich will auch nicht, dass irgendjemand mir meine Domains wegnimmt, der dazu nicht berechtigt ist – auch wenn auch das in der Praxis schon vorgekommen sein soll. Von daher sind gewisse Prüfungen schon berechtigt, aber – wie sich später herausstellen würde – sind hier manche gleich und manche gleicher.
Also erneute Rückfrage in Südtirol, wer denn nun der Vertragspartner ist. Kein Problem, die Antwort kommt auch diesmal wieder schnell.
4. Versuch
Da ist sie wieder, die Dame aus dem Computer. Aber diesmal sitzt sie scheinbar auf den Ohren. Ich rede mir den Mund mit der Kundennummer fusselig, aber sie versteht mich nicht. Auch mit der Eingabe über das Telefon kommen wir nicht weiter. Sie bietet mir dann aber gnädigerweise an, mich ohne Kundennummer zu einem Menschen durchzustellen. Gute Idee! Aber sie hört mein “Ja” nicht. Ich könnte ja jederzeit wieder anrufen, sagt sie mir zum Abschied.
5. Versuch
Anderes Telefon, neues Glück – endlich versteht mich die Blech-Dame und ein Mensch spricht dann mit mir. Er fragt sofort nach der Vorgangsnummer – die ich ja schon von Anfang an hatte. Er schaut wohl im System nach und hat den Vorgang wohl gefunden und die Nummer verglichen. Endlich einen Schritt weiter gekommen, dachte ich. Und Name und Adresse des Vertragspartners? Will er die etwa nicht wissen?
Jein, standardisiert ist das Vorgehen beim Provider jedenfalls nicht, denn er wollte nur den Namen und die Mailadresse des Vertragspartners haben. Die Postadresse musste ich ihm nicht verraten. Ein Glück, dass mein Südtiroler Partner die Mailadresse dazu geschrieben hatte, denn unter Adresse hätte ich zunächst nur die Postadresse verstanden. Interessanterweise enthält aber die Mailadresse den Namen der Person, die ich beim 3. Versuch als Domaininhaber genannt hatte. Neja, man hätte 1 und 1 zusammenzählen können, um zu erkennen, dass ich keine bösen Absichten hatte – zumal die Kündigung ja schon eingegangen war und nur bestätigt werden musste.
Aber gut, zumindest habe ich dadurch Stoff zum Bloggen gehabt. Und wenn beim Provider nun noch die schriftliche Kündigung mit Unterschrift des Domaininhabers eingeht, sollte der Übernahme der Domain hoffentlich nichts mehr im Wege stehen.
Wer eine Domain registriert und einen Hoster sucht, sollte sich auf jeden Fall gut überlegen, welchen Anbieter er auswählt. Es ist ja heute recht einfach, Bewertungen und Meinungen aus dem Web zu fischen. Und auf jeden Fall sollte man alle Vertragsunterlagen gut aufheben, um bei einer Kündigung alles parat zu haben.
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Domainumzug mit Hindernissen
admin, 26. August 2010 kein Kommentar RSS
Erinnert sich noch jemand an SWF3 und die Serie “Sachen, die man niemals tut”. Ich weiß inzwischen eine solche Sache…. Den Umzug einer Domain von einem Provider zu einem anderen. Neja, vielleicht war es einfach nur Pech, aber wenn ich den Namen des Providers nennen würde, der seinen Kunden verlieren sollte, würden sich manche sicher nicht wundern. Und dem Buchbinder Wanninger würde sicher auf seiner weiß-blauen Wolke ein Lächeln über das Gesicht huschen.
Der Domaininhaber hatte soweit alles vorbereitet und war nun nur noch aufgefordert, telefonisch eine Vorgangsnummer durchzugeben, um die Kündigung des Webspaces und den Umzug der Domains zu bestätigen. Kein Problem eigentlich. Dumm nur, wenn die angegebene Telefonnummer für den Kundendienst nur innerhalb Deutschlands erreichbar ist, der Kunde aber in Südtirol wohnt. Die EU und das world wide Web gab es ja zu Zeiten des Buchbinder Wanninger noch nicht….
Der Versuch, die Angelegenheit per Mail zu regeln, war leider nicht erfolgreich. Also musste jemand gefunden werden, der den Anruf aus Deutschland übernehmen könnte.
Kein Problem eigentlich, wenn derjenige, der die Domain übernehmen will, sowieso in Deutschland wohnt. Eigentlich….die Chronologie der Ereignisse schaut aber etwas anders aus.
1. Versuch
Nummer gewählt – Stille in der Leitung, kein Freizeichen, nichts anderes. Ob die Nummer wohl falsch ist, weil auf den Webseiten des Providers lauter andere Nummern standen? Neja, so schnell gibt man ja nicht auf.
2. Versuch
Nummer nochmal gewählt – knack-knack – es tut sich was! Eine Dame aus dem Computer begrüßt mich und möchte meine Kundennummer wissen. Hmm, die habe ich natürlich nicht, und der Versuch, mit einer Dummy-Nummer zu einem echten Menschen zu gelangen, scheitert.
Also geht die Rückfrage an den Partner in Südtirol, wie denn seine Kundennummer lautet. Kein Problem, wenigstens er antwortet unverzüglich.
3. Versuch
Juchhu, die Dame aus dem Computer kennt die Kundennummer und verbindet mich tatsächlich zu einem echten Menschen, der um kurz nach 8 schon seinen Dienst tut! Aber der baut gleich die nächste Hürde auf. Den Namen und die vollständige Adresse des Domaininhabers möchte er wissen. Dumm gelaufen, die Domain war nämlich nicht auf den Namen desjenigen registriert, für den ich den Anruf tätigen sollte. Und bei der Adresse hätte ich sowieso passen müssen.
Ich habe ihm dann die Hintergründe dargelegt und ihm den Auth-Code als Rechtfertigung geben angeboten, aber er kannte keine Gnade.
Klar, ich will auch nicht, dass irgendjemand mir meine Domains wegnimmt, der dazu nicht berechtigt ist – auch wenn auch das in der Praxis schon vorgekommen sein soll. Von daher sind gewisse Prüfungen schon berechtigt, aber – wie sich später herausstellen würde – sind hier manche gleich und manche gleicher.
Also erneute Rückfrage in Südtirol, wer denn nun der Vertragspartner ist. Kein Problem, die Antwort kommt auch diesmal wieder schnell.
4. Versuch
Da ist sie wieder, die Dame aus dem Computer. Aber diesmal sitzt sie scheinbar auf den Ohren. Ich rede mir den Mund mit der Kundennummer fusselig, aber sie versteht mich nicht. Auch mit der Eingabe über das Telefon kommen wir nicht weiter. Sie bietet mir dann aber gnädigerweise an, mich ohne Kundennummer zu einem Menschen durchzustellen. Gute Idee! Aber
sie hört mein “Ja” nicht. Ich könnte ja jederzeit wieder anrufen, sagt sie mir zum Abschied.
5. Versuch
Anderes Telefon, neues Glück – endlich versteht mich die Blech-Dame und ein Mensch spricht dann mit mir. Er fragt sofort nach der Vorgangsnummer – die ich ja schon von Anfang an hatte. Er schaut wohl im System nach und hat den Vorgang wohl gefunden und die Nummer verglichen. Endlich einen Schritt weiter gekommen, dachte ich. Und Name und Adresse des Vertragspartners? Will er die etwa nicht wissen?
Jein, standardisiert ist das Vorgehen beim Provider jedenfalls nicht, denn er wollte nur den Namen und die Mailadresse des Vertragspartners haben. Die Postadresse musste ich ihm nicht verraten. Ein Glück, dass mein Südtiroler Partner die Mailadresse dazu geschrieben hatte, denn unter Adresse hätte ich zunächst nur die Postadresse verstanden. Interessanterweise enthält aber die Mailadresse den Namen der Person, die ich beim 3. Versuch als Domaininhaber genannt hatte. Neja, man hätte 1 und 1 zusammenzählen können, um zu erkennen, dass ich keine bösen Absichten hatte – zumal die Kündigung ja schon eingegangen war und nur bestätigt werden musste.
Aber gut, zumindest habe ich dadurch Stoff zum Bloggen gehabt. Und wenn beim Provider nun noch die schriftliche Kündigung mit Unterschrift des Domaininhabers eingeht, sollte der Übernahme der Domain hoffentlich nichts mehr im Wege stehen.
Wer eine Domain registriert und einen Hoster sucht, sollte sich auf jeden Fall gut überlegen, welchen Anbieter er auswählt. Es ist ja heute recht einfach, Bewertungen und Meinungen aus dem Web zu fischen. Und auf jeden Fall sollte man alle Vertragsunterlagen gut aufheben, um bei einer Kündigung alles parat zu haben.