geschrieben von Marion Engel am 9. Januar 2008 um 15:26 Uhr
Nachdem das Search Engine Journal zum Besten Blog des abgelaufenen Jahres gewählt worden ist, fühle ich mich natürlich in der Auswahl der Quellen für einige meiner Blog-Beiträge bestätigt. Und so habe ich auch für heute wieder einen interessanten Beitrag ausgesucht:
“Die Frage, ob die Diggs und Mr. Wongs unserer Tage die Vorboten der kommenden Generationen an Social Bookmarking-Diensten sind, die die heute bekannten Suchmaschinen ersetzen können, wurde schon öfter diskutiert und wird es auch noch öfter werden. Hier ein paar Gedanken und Erklärungen dazu:
Das Web ist riesig und wächst weiter
Die Crawler sind schnell und ständig im Web unterwegs, um neue Daten für die Indizierung aufzunehmen. Aber Crawler sind eben nur Programme, die die Analyse des Inhalts einer Webseite durch einen Menschen nicht ersetzen können. Reicht es angesichts der steigenden Zahl an Web-Nutzern aus, den Crawlern allein die Indizierung des gesamten Webs zu überlassen? Denn auch die Menschen finden durch die zunehmende Vernetzung neue Web-Inhalte immer schneller.
Soziale Algorithmen
Menschen analysieren Dokumente nach verschiedenen Mustern. Es gibt bestimmte Kriterien, an Hand derer festgelegt wird, ob ein Beitrag „interessant“ ist oder nicht. Dazu zählen die Aktivität und Geschwindigkeit bei den Bewertungen, die Streubreite der Stimmen und die Menge an Bewertungen. Diese Algorithmen wenden somit Metriken auf die Inhalte an, die ursprünglich von Menschen bewertet wurden. Und das ist möglicherweise der beste Weg zur Ermittlung der Relevanz. Sollen doch die Menschen entscheiden.
Es geht nicht darum, wie gut Inhalte sind, sondern wie schlecht
Die Suchmaschinen wollen eher den sozialen Gral der Relevanz erreichen und sind deshalb nicht wirklich darauf ausgerichtet, die schlechte Qualität eines Artikels zu berücksichtigen. Dieser Aufgabe kommen die Bookmarking-Sites am allerbesten nach, da sie die unwichtigen Inhalte einfach ausblenden.
Wie steht es mit der Relevanz – wenn man einmal von Black Hat-Methoden absieht?
Inhalte gibt es in Hülle und Fülle, während Geld für Anzeigen rar ist. Wer im Internet Aufmerksamkeit erlangen will, muss in den Suchmaschinen vorne stehen. Manche Seitenbetreiber greifen da zu umstrittenen Methoden. Für die Nutzer ist es aber nur wichtig, wie relevant die Inhalte in Bezug auf den Suchbegriff sind. Werden also unzulässige Methoden verwendet, kommt eine Seite möglicherweise nie auf den Bildschirm, egal wie relevant ihr Inhalt ist.
Wenn die Welt nur von den Suchmaschinen abhängen würde, würden die Nutzer vielleicht nur die gewünschten Inhalte bekommen. Von Menschen entdeckte Seiten gibt es nur in den Bookmarking-Diensten.
Aber vielleicht kann man ja Suchmaschinen und Social Bookmarking-Dienste so wenig vergleichen wie man Menschen und Computer?”
Zumindest heute lässt sich kein eindeutiger Sieger ermitteln. Die Social Bookmarking-Dienste haben sicher einige Vorzüge verglichen mit den Suchmaschinen, aber sie können auch noch leicht manipuliert werden. Eine überlegte Kombination beider Möglichkeiten ist sicher der beste Weg, die gewünschten Inhalte zu finden. Ob diese Aussage morgen noch Gültigkeit hat, wird sich zeigen.
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