Gehört die IP-Adresse zur Privatsphäre?

admin, 25. Januar 2008 3 Kommentare RSS

Peter Schaar, Bundesbeauftragter für Datenschutz und die Informationsfreiheit und Vorsitzender eines EU-Ausschusses, der sich um das Thema Privatsphäre im Internet kümmert, hat gestern verlauten lassen, dass IP-Adressen von Rechnern über die eine Person identifiziert wird, zur Privatsphäre gehört.

Schaar vertritt damit eine andere Meinung als Google, für die die IP-Adresse nur den Ort eines Computers angibt, und nicht den einzelnen Nutzer identifiziert. Das ist zwar richtig, lässt aber die Tatsache außer Acht, dass viele Menschen regelmäßig den gleichen Rechner und die gleiche IP-Adresse verwenden.
Schaar gab zwar einschränkend an, dass die IP-Adresse eines Rechners tatsächlich nicht immer persönlich oder mit einer Person verbunden ist, da manche Rechner in Internet-Cafés oder Büros von mehreren Personen genutzt werden. Aber trotz dieser Ausnahmen sind etliche „whois“-Internetseiten entstanden, die nach der Eingabe einer IP-Adresse den Namen einer Person oder eines Unternehmens liefern.

Streng genommen zeigt eine IP-Adresse nur an, dass ein spezieller Computer (oder genauer gesagt ein spezielles Gerät wie z.B. ein Router) mit dem Web verbunden ist. Und IP-Adressen werden tatsächlich von verschiedenen Rechnern benutzt. Aber „whois“-Abfragen können auch wirklich dazu verwendet werden, von einer IP-Adresse auf eine Firma zu schließen. In seltenen Fällen kann eine Firma die IP-Adresse sogar auflösen, um den Namen eines Mitarbeiters zu ermitteln.
Wenn IP-Adressen der Privatsphäre zugerechnet werden, könnte es für die Suchmaschinen und andere Anbieter strengere Regeln darüber geben, wie diese innerhalb der EU ausgelesen oder gespeichert werden dürfen.

Auch Microsoft protokolliert die IP-Adressen des Rechners, von dem eine Suchanfrage abgegeben wurde, auch wenn die gegenteilige Aussage durch die Presse gegangen ist. Microsoft wird die IP-Adressen jedoch nach 18 Monaten vollständig löschen, während Google plant, nur den letzten Teil der Adresse zu löschen.


3 Kommentare zu “Gehört die IP-Adresse zur Privatsphäre?”

  1. Sasch schrieb:

    Wenn die IP Adresse zur Privatspähre eines Nutzers gehört – was passiert dann mit den ganzen Google Analytics Konten? Müssen diese alle geschlossen werden oder kommt der “Deutsche” nicht dagegen an, da die Server von BIG G in den USA liegen?

    Das würde mich echt mal interessieren, ob ich mich schonmal darauf vorbereiten kann mein Kunden anzurufen :-/

  2. ema schrieb:

    Von der Aussage eines EU-Ausschußvorsitzenden bis zur Tat ist sicher noch ein weiter Weg, auf dem sicher einiges an Gegenwind bläst. Ich würde jetzt nicht mehr tun, als die Meinung zur Kenntnis zu nehmen.

  3. isa schrieb:

    Die IP adresse gibt viele Infos jedem der sie hat.

    Was die IP adresse alles verrät.
    Klickt mal auf “Extended”… So ist das…

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