Gekaufte Links – 10 Methoden zur Aufdeckung

Josef Willkommer, 16. Juni 2007 1 Kommentar RSS

Der Linkkauf zählte in der Vergangenheit zu einem sehr probaten Mittel um seiner Webeite den nötigen Schub zu verpassen. Wir haben hierzu bereits vor kurzem einen Post mit dem Titel “Linkkauf – Hot or not” veröffentlicht. Gekaufte Links können von Suchmaschinen jedoch als Manipulationsversuch gewertet werden. Daher geht insbesondere Google – angeheizt durch die letzten Statements des Google-Indianers Matt Cutts bzgl. Linkkaufs – verstärkt gegen diese Praktiken vor.

Nachfolgend 10 Punkte, die von Suchmaschinen als Indikator für gekaufte Links gewertet werden können:

  1. Site Wide Links: Darunter fallen Links die auf allen Unterseiten eines Webauftrittes eingebettet sind. Diese Art von Links fallen meist unter die Kategorie „unnatürlich“. Insofern sollten derartige Links nach Möglichkeit vermieden werden oder nur minimal zum Einsatz kommen. Einzige Ausnahme: Die Verlinkung unterschiedlicher Seiten eines Unternehmens. Dies bedeutet aber auch, dass Suchmaschinen diese verlinkten Seite dem jeweiligen Unternehmen dann zurechnen. Ein Beispiel hierzu findet sich unter http://www.welt.de/ (am Seitenende). Ganz allgemein sollte man mit Site Wide Links vorsichtig sein.

  2. Linkrelevanz: Suchmaschinen können Themen einer Seite analysieren. Ein Link auf einer themenfremden Seite ist meist ein recht deutlicher Hinweis auf einen gekauften Link.

  3. Relevanz von Nachbarlinks: Eine weitere Möglichkeit dem Linkkauf auf die Schliche zu kommen besteht darin, gruppierte Links hinsichtlich Ihres Themas zu analysieren. Meist stehen gekaufte Links in einem separaten Linkblock. Wenn jetzt ein Link zu einem IT-Dienstlister zwischen einem Link zu einem Erotik-Shop und einem Versicherungslink steht wirkt das Ganze doch etwas verdächtig….

  4. Mediadaten: Webseiten die klassische Onlinewerbung anbieten, verfügen in der Regel auch über sog. Mediadaten in denen Infos über Reichweite, Werbemöglichkeiten und Preise hinterlegt sind. Es liegt in der Natur der Sache, dass Seite die klassische Onlinewerbung anbieten häufig auch Textlinks verkaufen. Zum Teil stehen oder standen entsprechende Infos auch online zur Verfügung. Für Suchmaschinen natürlich ein gefundenes Fressen. Ein in der SEO-Szene hinlänglich bekanntes Beispiel gefällig? www.diezeit.de
  5. Link-Location: Suchmaschinen können erkennen, ob Links Teil des eigentlichen Contents sind. Einfachstes Beispiel: Bei einem zweispaltigen Layout stehen die Links in der Randspalte oder im Footer.
  6. Linkreport: Google hat kürzlich seine Webmaster Tools um eine weitere Funktion ergänzt. Über ein Formular können jetzt auch gekaufte Links gemeldet werden. Ein entsprechender Blog-Eintrag von Google-Oberwächter Matt Cutts mit dem Titel „How to report paid link“ verdeutlicht dies. Der Beitrag hat für einigen Wirbel gesorgt. Wer sollte so was machen? Zum Beispiel ihr Konkurrent, der sich dadurch eine Bestrafung Ihrer Seite und Verbesserung seines Rankings erhofft.
  7. Spam-Report: Selbst wenn bei Ihrer Seite kein Linkkauf entdeckt wird, könnte die Konkurrenz einen sog. Spam-Report aus anderen Gründen an Google weiterleiten und dadurch eine Überprüfung Ihrer Seite anstoßen. Im Zuge dessen können natürlich auch die Links detailliert untersucht werden.
  8. Linkverkäufer: Da es sich bei Seiten, die Links im großen Stil verkaufen meist auch um PR-starke, bekannte Seite handelt, kennt Google natürlich mittlerweile einige seiner „Pappenheimer“. Zum Teil werden diese Links dann gar nicht mehr gewertet. Der Linkkauf ist somit wertlos, es sei denn man hat es nicht auf eine Verbesserung des PageRanks, sondern auch zusätzliche Besucher abgesehen. Zusätzlich besteht auch die Möglichkeit, linkverkaufende Seiten manuell an Google zu melden.

  9. Gekennzeichnete Links: Die einfachste Art gekaufte Links zu „enttarnen“ sind Bereiche, die mit „Sponsoren“, „Partner“, „Werbung“ etc. gekennzeichnet sind.
  10. Manuelle Reviews: Die Hauptarbeit von Suchmaschinen geschieht über Algorithmen. Dennoch gibt es permanent sog. „Internal Human Reviews“, die immer dann zum Einsatz kommen, wenn die Algorithmen Auffälligkeiten entdecken (z.B. sehr schnelles Linkwachstum, unnatürliche Linkstrukturen etc.). In derartigen Fällen werden Webseiten von Editoren auch manuell überprüft – häufig mit interessanten Ergebnissen.


Es ist hinlänglich bekannt, dass der Erfolg einer Suchmaschine ganz wesentlich von der Qualität der Suchergebnisse abhängt. Insofern ist der Erfolg von Google auch in entscheidendem Maße von diesem Parameter beeinflusst worden. Daher verwundert es nicht, dass insbesondere Google große Anstrengungen vollbringt um die Qualität der Suchergebnisse laufend zu verbessern. Der Linkreport ist dabei nur ein Mittel.

Abschließend bleibt nur zu sagen, dass man beim Linkaufbau zukünftig besonders selektiv und behutsam vorgehen sollte. Gekaufte Links werden zukünftig an Wert verlieren bzw. sich zum Teil sogar negativ auswirken können. Insofern wird klassischer Linkkauf im großen Stil, der bislang durchaus funktioniert hat, über kurz oder lang der Vergangenheit angehören.


Ein Kommentar zu “Gekaufte Links – 10 Methoden zur Aufdeckung”

  1. DimidoBlog » Bloglinks der Woche 11.06.-17.06.2007 schrieb:

    [...] Gekaufte Links – 10 Methoden zur Aufdeckung -> Blog von TechDivision [...]

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