admin, 30. Januar 2009 1 Kommentar RSS
Die Welt der Handybesitzer könnte in Zukunft dreigeteilt werden. Denn das Google Phone ist auf dem Markt, heute schon in Österreich, und ab Montag dann z.B. auch bei der Telekom in Deutschland erhältlich.
Eine Zweiteilung gibt es heute schon: Die einen benutzen ihr Handy zum Telefonieren, SMS schreiben und (!) ausschalten. Die anderen sind seit Wochen im iPhone-Fieber und immer mobil einsatzfähig: ob Kalender- oder Adressdaten verwalten, surfen, spielen oder Musik hören, mit dem iPhone geht ja alles auf einmal.
Und jetzt also noch eine dritte Gruppe? Was bietet das Google Phone, damit sich auch hier eine Fangemeinde bilden kann?
Alles ohne Kabel, könnte man kurz gefasst sagen. Denn die Synchronisierung zwischen Rechner und Mobilgerät entfällt, weil alle Daten im Internet liegen und von überall erreichbar und stets aktuell sind. Aber dieser Vorteil birgt natürlich auch gleich einen großen Nachteil. Die Daten liegen irgendwo auf den Servern von Google, und ob da sonst noch jemand mitliest, kann zumindest nicht ausgeschlossen werden. Es wurde ja schon öfter über Fälle berichtet, in denen sich Bösewichte über den Google-Kalender informiert haben, wer wo wohnt und wann nicht zu Hause ist, um einen günstigen Zeitpunkt für einen Einbruch im unbewachten Haus zu ermitteln.
Und wozu Adressdaten ge- und missbraucht werden können, ist ja auch durchaus bekannt.
An jedem Ort aktuell, gilt als zweite Überschrift. Man kann den Code eines Buches vom Google Phone einlesen lassen und erhält dann eine Beschreibung des Buchs, einen Preisvergleich und die Liste der nächstgelegenen Buchhändler und eine Anfahrtsskizze dorthin.
Das ist natürlich so gesehen eine tolle Dienstleistung, aber braucht man das wirklich? Da gehe ich also irgendwo durch eine fremde Stadt und plötzlich fällt ein Buch vom Himmel. Ich weiß sofort: Das muss ich haben. Ich scanne den Code und begebe mich sofort in den nächsten Buchladen?
Neja, ich werde wohl eher ein Weilchen brauchen, um zu entscheiden, dass ich genau dieses Buch besitzen möchte. Und entweder kenne ich die Buchläden am Ort oder ich kenne einen der Buchläden im Internet. Aber vielleicht kommt das ja mit Version 2, dass ich das gescannte Buch automatisch online bestellen kann. Da mich das Google Phone ja kennt, muss ich dann nicht mal mehr meine persönlichen Daten eingeben.
Der Astronom in der Jackentasche: Das Google Phone hat eine Funktion, die mir den Sternenhimmel über mir erklärt. Das geht natürlich nur, wenn das Phone weiß, wo ich bin. Und das tut es, denn es kann auch als GPS benutzt werden. Und natürlich kann man damit auch feststellen, ob die Kinder tatsächlich in der Schule sind – oder nur ihr Google Phone dort deponiert haben? – oder ob……
In Einzelfällen wird die Ortung sicher eine hilfreiche Funktion sein, vorausgesetzt, das Google Phone ist in dieser Situation eingeschaltet, hat Empfang und ausreichend Strom.
Die Tastatur dürfte der einzige echte Unterschied zum iPhone sein. Inwieweit große Finger allerdings mit der doch recht kleinen Tastatur zurechtkommen, wird sich erst noch zeigen müssen.
Fazit: Wem der Schutz der Privatsphäre, der eigenen Daten und der Daten all derer, die im Adressbuch stehen, am Herzen liegt, sollte sich nicht von den 1 Euro Angeboten für das Google Phone verlocken lassen. Denn einerseits kommt da ja noch die monatliche Gebühr dazu, die in Österreich z.B. EUR 40 beträgt. Und sind andererseits die Daten erstmal im Umlauf, kann man sie kaum mehr zurückholen.
Und warum muss immer alles sofort und mobil gehen? Manche Dinge haben und brauchen auch einfach etwas Zeit. Aber da unterscheiden sich die Meinungen natürlich sicher auch altersbedingt sehr deutlich voneinander.
Die Fakten zum Google Phone stammen aus dem Bericht von Radio Tirol, das mich heute früh geweckt hat.
30. Januar 2009 um 10:45
Hallo,
kann man mit dem Ding auch spielen oder Musik hören? Liegen die dann auch auf der Google-Wolke?
Synchronisation ohne Kabel ist mit dem Apple-Dienst MobileMe ja auch bereits seit einige Monaten möglich – dies ist also nichts neues…