geschrieben von Marion Engel am 9. Dezember 2008 um 10:45 Uhr
Etliche Aspekte des täglichen Lebens werden zunehmend online abgewickelt: man schreibt Mails anstelle von Briefen, man kauft Online statt im Laden, man nutzt den Versicherungsrechner anstelle des Maklers und sucht die neue Wohnung im Immobilienportal statt in der Samstagszeitung – um nur einige Beispiele zu nennen.
Und wie ist das nun mit der Medizin? Was tut man, wenn es irgendwo zwickt oder beißt? Setzt man sich ins Wartezimmer, um nach wenigen Minuten beim Doktor auch nicht schlauer zu sein? Oder recherchiert man erstmal im Web?
“Dr. Google” wird ja vielfach schon als schlauer und aussagekräftiger dargestellt als die echten Ärzte, die es natürlich in allen möglichen Schattierungen gibt. Und zumindest grundlegende Informationen kann man sich ganz gut aus dem Web holen.

Ich bin kürzlich auf dem medizinischen Informationsportal von Dr. Gumpert gelandet. Er und seine Kollegen führen in (fast?) alle medizinischen Teilgebiete ein und geben Hintergrundinformationen zu Symptomen, Diagnosen und Therapiemöglichkeiten. Die Texte sind allgemein verständlich geschrieben und teilweise durch Zeichnungen ergänzt. Ein paar mehr Bilder wären sicher hilfreich, denn auf etlichen Seiten stammen die Bilder lediglich von den Werbeeinblendungen. Aber vielleicht kommt das ja noch. Die Seiten sind jedenfalls untereinander gut verlinkt, so dass man stets Links zu verwandten oder weiterführenden Seiten erhält.
Die Autoren weisen natürlich darauf hin, dass ihr Portal keinen Arztbesuch ersetzen kann. Es soll vielmehr den Patienten Hintergrundinformationen an die Hand geben, damit sie im Gespräch mit ihrem Arzt eine bessere Ausgangssituation haben und die Aussagen mehrerer Ärzte besser gegeneinander abwägen können.
Vielleicht helfen diese und ähnliche Informationsangebote zur Medizin auch, die Sensibilität für den eigenen Körper zu erhöhen und den ein oder anderen gesundheitlichen Raubbau zu verhindern. Dann wäre doch auch schon etwas Gutes getan.
Zuviel des Guten passiert allerdings leider auch schon. So soll es die eingebildeten Kranken geben, die sich aufgrund der Informationen aus dem Web darauf versteifen, eine bestimmte Krankheit zu haben – auch wenn das gar nicht stimmt.
Die Devise lautet also hier wie immer “Maß halten”: Informieren: ja bitte, Übertreiben: Nein danke.
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10. Dezember 2008 um 22:10
was ich mal super fände wäre WLAN im Wartezimmer. Diese Zeitschriften sind als nicht so der hammer.
5. Januar 2009 um 22:50
[...] Etliche Aspekte des täglichen Lebens werden zunehmend online abgewickelt: man schreibt Mails anstelle von Briefen, man kauft Online statt im Laden, man nutzt den Versicherungsrechner anstelle des Maklers und sucht die neue Wohnung im Immobilienportal statt in der Samstagszeitung – um nur einige Beispiele zu nennen. Und wie ist das nun mit der Medizin? See the original post here: Google statt Wartezimmer? [...]
24. März 2009 um 10:33
Naja, im Gegensatz zu einem Versicherungsrechner oder Onlineshopping stehe ich solchen Angeboten recht skeptisch gegenüber. Man kennt es ja, wenn man über manche Symptome liest, dann spürt man sie sofort auch bei sich selbst und macht es dem Arzt am Ende schwer, seine Diagnose zu stellen, weil zu den tatsächlich vorhandenen noch ein paar virtuelle dazu gekommen sind.