Gute Fußzeilen in Webseiten

admin, 12. Februar 2009 kein Kommentar RSS

Wie sollte eine gute Fußzeile einer Webseite aussehen? Zu dem Thema gab es kürzlich einen Beitrag im SEOmoz-Blog, an den hier angeknüpft werden soll.

Schauen wir uns als Beispiel die Fußzeile des Magento-Demoshops an.

Fusszeile Magento

Gegen 7 Links ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Nicht so optimal ist die Mischung der Links, da es weder einen inhaltlichen Zusammenhang zwischen den Links gibt noch eine gruppierte Anordnung. Während der Link zur Sitemap wohl nur eine Minderheit an Benutzern interessiert, kommt der Firmendarstellung und dem Kundendienst gerade in einem Online-Shop durchaus eine größere Bedeutung zu, so dass die zugehörigen Links nicht in der Fußzeile versteckt werden sollten. Auch die erweiterte Suche gehört nicht in der Fußzeile versteckt, sondern in der Nähe der einfachen Suche angebracht.

Natürlich ist der Platz im sichtbaren Bereich gerade in Online-Shops  stark umkämpft: Warenkorb, Wunschzettel, Vergleichsliste, zuletzt angesehene Produkte, Neuheiten und Empfehlungen müssen untergebracht werden. Und in Magento wird ja zusätzlich noch ein Teil der Randspalte für die Layered Navigation benötigt. Da ist wirklich einiges an Einfallsreichtum nötig, um die Navigation und die weiteren Links sinnvoll unterzubringen.

Und hier kommen wir im Grunde wieder auf die Kernaussage, die auch für die Suchmaschinen-Optimierung gilt: Die Seite muss so gestaltet sein, dass der Komfort für den Benutzer so hoch wie möglich ist. Das ist keine leichte Aufgabe – zugegeben. Aber wenn die Aufgabe einigermaßen gut gelöst ist, sind automatisch auch alle anderen Regeln erfüllt.

Denn wenn man sich fragt, welche Linkstruktur für den Benutzer sinnvoll ist, kommt man erst gar nicht auf die Idee, Unmengen an Links in die Fußzeile zu stecken – noch dazu so klein und unleserlich, dass das menschliche Auge sowieso kaum eine Chance hat. Diese Praxis war in den letzten Jahren aber durchaus verbreitet und ist auch heute noch auf etlichen Seiten zu sehen. Zielgruppe dieser Links waren allerdings hauptsächlich die Suchmaschinen. Die jedoch machen den Webmastern inzwischen einen Strich durch die Rechnung, weil Links in Fußzeilen automatisch abgewertet werden. Zudem zählen sie die Anzahl an Links auf einer Seite und reduzieren das Gewicht jedes einzelnen Links. Bei 4 Links hat jeder Link ein Gewicht von 1/4, bei 100 Links eben nur von 1/100 – so einfach ist das.

Und als weitere Maßnahme zur Wichtung der Links einer Seite können die Suchmaschinen den Traffic messen, der über einen Link generiert wird. Je mehr Traffic, umso wichtiger ist der Link. Und wie schaut es mit dem Traffic bei “Linkhalden” in Fußzeilen aus? Schlecht natürlich, weil die Benutzer erstens selten bis ganz nach unten scrollen und zweitens so eine Fülle an Links gar nicht überblicken können.

Und eine weitere Regel gilt bei den Suchmaschinen hinsichtlich Links: Gibt es auf einer Seite mehrere Links auf die gleiche Zielseite, dann wird nur der erste Link mit seinem Ankertext berücksichtigt. Alles weitere ist sozusagen vergebene Liebesmühe.

Dass bedeutet aber nicht, dass es gar keine Links gibt, die man sinnvollerweise in der Fußzeile unterbringen kann. Dort ist nämlich der ideale Platz für Links, die zwar vorhanden sein müssen, aber nur selten angeklickt werden, z.B. Impressum, Sitemap, AGBs. Und hier kann man sich sogar überlegen, ein no-follow einzubauen, um die Linkkraft der anderen Links um ein Soundsovielstel zu erhöhen.

Die Fußzeile ist auch ein guter Platz für Links auf Seiten, auf die aus dem Content verlinkt wird, weil eine gewisse Beschreibung des Seiteninhalts erforderlich ist. Möglicherweise möchte aber jemand, der eine solche Seite einmal aus dem Content besucht hat, später nochmal gezielt dorthin springen. Das würde ihm mit einem Link aus der Fußzeile ermöglicht, ohne dass die Navigation gleichzeitig damit überfrachtet wird.

Also: An den Benutzer denken, das Nachdenken nicht scheuen, und dann wird es schon werden.


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