Hausaufgaben für Webmaster

geschrieben von Marion Engel am 2. Dezember 2008 um 11:36 Uhr

Hier kommt die versprochene Fortsetzung meiner Hausaufgabenliste für Web-Entwickler. Sind die Seiten online, hört die Arbeit natürlich nicht auf. Die Welt dreht sich, und der Webmaster muss dem Rechnung tragen und seine Webseiten immer wieder aktualieren. Folgende Hausaufgaben sollte er dabei tun, und manche regelmäßig wiederholen:

Einträge in Portalen protokollieren

Neue oder überarbeitete Webseiten macht man gerne in Portalen bekannt. Oder als Verein ohne eigene Website nutzt man die Möglichkeit seines Dachverbandes oder der Gemeinde, in einer Vereinsliste in kurzes Portrait einzutragen. Diese Einträge sollten intern zumindest irgendwo protokolliert werden, damit sie bei personellen Veränderungen auch korrigiert werden können. Denn was nützt die schönste Vereinsdarstellung, wenn auch hier die Mails an die angegebene Adresse als unzustellbar zurückkommen oder wenn der Link auf die Website nur eine Fehlermeldung hervorbringt?
Ich habe mir im Fall einer städtischen Musikkapellenliste einmal die Mühe gemacht, die dort angegebene Ansprechpartnerin auf der Website der Kapelle zu finden. Aber keine Chance: Sie war weder in der Liste der Vorstandsmitglieder noch in den umfangreichen Listen der Musiker zu finden.
Die Betreiber der Portale haben in solchen Fällen nur wenig Chancen, alle Einträge auf Richtigkeit zu prüfen. Sie könnten den Einträgen höchstens eine begrenzte Lebensdauer geben, d.h. wenn sie beispielsweise nach einem Jahr nicht verlängert werden, erfolgt die automatische Löschung. Für den Programmierer sollte es ein Leichtes sein, einen Trigger einzubauen, der beispielsweise Mitte Dezember eine automatische Mail an alle eingetragenen Mailadressen versendet. Darin werden die Empfänger aufgefordert, ihren Eintrag bis Jahresende zu verlängern. Einträge, deren Mails als Bounces zurückkommen, werden sofort gelöscht. Alle Einträge, die bis Jahresende nicht verlängert worden sind, werden dann an Neujahr gelöscht. Und wer die Verlängerungsfrist verschlafen hat, kann sich ja immer wieder neu eintragen.

Linksammlungen prüfen

Wer auf seiner Webseite Links eingetragen hat, sollte diese von Zeit zu Zeit auf ihre Gültigkeit prüfen. Natürlich ist das eine Frage der Menge und irgendwann nicht mehr möglich. Wer aber Links so versteht, dass er damit seinen Besuchern einen zusätzlichen Nutzen bietet, kommt um eine gelegentliche Prüfung nicht herum. Auch aus rechtlicher Sicht ist das empfehlenswert, denn diese gerne verwendete Klausel, mit der die Haftung für die verlinkten Seiten abgelehnt wird, ist ja nach Angaben der Rechtsanwälte kein Freibrief. Und solange noch immer die Annahme in den Hinterköpfen sitzt, dass man mit ausgehenden Links etwas vom eigenen Page Rank abgibt, sollte man doch wenigstens wissen, ob sich das überhaupt lohnt.

Ungültige Mailadresssen löschen

Mailadressen, die auf Webseiten hinterlegt sind, müssen gültig und erreichbar sein. Was soll ich denken, wenn ich eine Mail an den Webmaster schicke und diese als unzustellbar wieder zurückkommt? Hat da einer fluchtartig “sein” Baby aufgegeben und nur im Hintergrund die eigenen Spuren beseitigt? So etwas wirft natürlich ein schlechtes Licht auf die gesamte Website und den Betreiber. Denn möglicherweise hätte mit dieser Mail ja eine Geschäftsbeziehung beginnen können oder mein Hinweis an den Webmaster hätte zu einer Verbesserung der Site beitragen können….

Bekanntermaßen defekte Angebote kennzeichnen

Webseiten bieten Funktionalitäten an. Will man diese allerdings nutzen, so erhält man nur Fehlermeldungen. In den meisten Fällen wird man die Seite dann verlassen und eine andere Seite mit einem ähnlichen Angebot suchen. In manchen Fällen möchte man aber partout das Angebot dieser Site nutzen und wendet sich dann an den Webmaster, um auf den Fehler aufmerksam zu machen bzw. eine Lösung herbeizuführen. Und was erfährt man dann? Der Fehler ist durchaus bekannt, und in der Mail wird auch gleich ein Workaround angeboten…. Da frage ich mich ja wirklich, warum den Benutzern auf der Webseite etwas vorgetäuscht und nicht gleich der Workaround angeboten wird.

Benutzergenerierte Inhalte aufräumen

Dazu gehört auf jeden Fall, dass man Blogkommentare und Gästebücher durch geeignete Tools und ein waches menschliches Auge von Spam frei hält oder zumindest die Verweildauer von Spam auf ein absolutes Minimum beschränkt. Auch Akismet lässt ab und zu mal einen Spam-Kommentar durch. Und wenn das am Wochenende passiert, kann es halt vorkommen, dass er erst am Montag gelöscht wird. Aber auf jeden Fall sollte es eine der ersten Aufgaben am Montag sein. Und wenn ich als Benutzer am Sonntag den Spam sehe und am Dienstag feststelle, dass er entfernt ist, kann ich zumindest sicher sein, dass es jemanden gibt, der sich um den Blog oder das Gästebuch kümmert.
Auch Foren werden Opfer von Spam. Denn dass echte Teilnehmer in einem Musikerforum etwas über Viagra in ihr Profil schreiben, halte ich für ausgeschlossen. Solche Einträge – wie auch immer sie das Double-Opt-In überwunden haben – gehören gelöscht. Ebenso würde ich als Forumsbetreiber die Mitglieder löschen, die sich vor 2-4 Jahren registriert, keine einzigen Beitrag geschrieben und sich seitdem auch nie mehr angemeldet haben. Denn mit sehr großer Wahrscheinlichkeit laufen hier private Nachrichten ins Leere und sind hinterlegte Mailadressen schon lange ungültig. Und ihr Passwort haben diese Leute inzwischen sicher auch vergessen. Masse macht zwar zunächst einen guten Eindruck, nutzt aber ohne Klasse überhaupt nichts. Lieber hat ein Forum 50 Teilnehmer, die wirklich aktiv sind und nützliche Beiträge schreiben als dass 500 Karteileichen falsche Hoffnungen wecken.

Fazit

Es gibt viel zu tun, Webmaster.  Bitte tut es! Denn zufriedene Benutzer werden sich auszahlen.

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2 Kommentare

2 Kommentare zu “Hausaufgaben für Webmaster”

  1. Tobias Fox schrieb:

    Zum Punkt: “Einträge in Portalen protokollieren” wäre es hilfreich zu sehen wie so eine Liste aussehen könnte. Auch hinsichtlich Social Bookmarkings evtl. auch Foren? Macht es bei allen “Portalen / Seiten” überhaupt Sinn diese zu protokollieren?

  2. Marion Engel schrieb:

    Es genügend eine einfache Liste, z.B. in Excel, in die die URL, das Datum des Eintrags und weitere Angaben wie z.B. Zugangsdaten, Laufzeit o.ä. eingetragen werden.
    Ich würde alle Einträge protokollieren. Denn bei einer bestimmten Menge an Einträgen verliert man einfach den Überblick und weiß nicht mehr, wo man sich schon eingetragen hat und wo nicht.
    Und wenn man das Ganze für einen Kunden macht, ist ein Nachweis immer nützlich.

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