Ist Bing die Suchmaschine der Zukunft?

admin, 2. Juni 2009 1 Kommentar RSS

Bing, die neue Suchmaschine von Microsoft, ist bereits erreichbar, auch wenn der offizielle Start erst für den 3. Juni angekündigt wurde. Wagen wir also mal einen Blick in das neue Tool:

Suchmaschine Bing

Dies Einstiegsseite erzeugt auf jeden Fall schon mal einen Wow-Effekt. Ob es wohl wechselnde Bilder gibt? Vielleicht an aktuelle Ereignisse angepasst wie die Google Doodles? Klickt man sich durch die verschiedenen Kategorien, bleibt das Bild gleich. Aber bei einem Refresh kommt in der Tat ein anders Bild! Dennoch ist ein Bilderwechsel sicher nur das Sahnehäubchen, das aufgesetzt werden kann, wenn alles andere passt.
Und dass dem noch nicht so ist, sieht man bereits auf der Startseite. Die “seiten aus Deutschland” hätten ein großes ‘S’ verdient. Und nach dem Klick durch die Kategorien bin ich wieder auf die Startseite zurückgekehrt, wo mir nun “seiten aus Vereinigtes Königreich” angeboten werden. Nachdem sich Bing nun beharrlich weigert, meinen Standort korrekt zu erkennen, finde ich nach einigem Suchen oben rechts im grauen Balken Möglichkeit, mein Land und die gewünschte Sprache auszuwählen.

Um die Qualität der Suchergebnisse zu beurteilen, verwende ich mal wieder meinen Lieblingstest und suche zunächst nach “Typo3 Rosenheim”.

Ergebnisseite in Bing

Optisch zeigt sich hier nichts viel anderes als bei Google. Überschrift und Link der Treffer sind ebenfalls gleich. Aber damit hören die Gemeinsamkeiten schon auf, und bereits beim Snippet gibt es keine festen Regeln mehr. Sofern das Meta-Tag “Description” vorhanden ist, hat Google eher die Tendenz, dieses für das Snippet zu verwenden. Das passiert allerdings auch bei Google nicht immer, und manchmal verwendet auch Bing das Snippet. Gibt es kein Description-Tag (was erstaunlicherweise selbst bei diesem Suchbegriff vorkommt), so basteln beide Suchmaschinen unterschiedliche Snippets.

Die Reihenfolge der Suchergebnisse ist auch unterschiedlich. Auf Seite 1 findet man in beiden Fällen drei Agenturen. Die ersten beiden sind bei Google und Bing gleich, Platz 3 wird bei jeder Suchmaschine von einer anderen Agentur belegt. Ansonsten sind die Suchergebnisse aber ziemlich ähnlich, zumal der Suchbegriff nicht allzu viel hergibt.

Bing kennt allerdings keine Unterseiten, so dass mehrere Treffer der gleichen Domain gleichberechtigt untereinander stehen. Die Einrückung, die Google in solchen Fällen vornimmt, lockert die Anzeige jedoch auf und stellt die Abhängigkeiten besser dar.

Immerhin liefert Bing deutlich vernünftigere Ergebnisse als MSN bei meinem letzten Vergleichstest.

Nehmen wir nun mal einen ganz anderen Suchbegriff, nämlich “Fagott lernen”. Treffer Nr. 1 ist bei Google und Bing identisch, dann beginnen bereits wieder die Abweichungen. Aus dem Bauch heraus beurteilt, gefallen mir die Treffer von Bing fast besser, weil sie mich mehr ansprechen würden, wenn ich denn tatsächlich die Absicht hätte, Fagott zu lernen.
Was mir dabei auffällt: Auch wenn ich meine Suche ursprünglich auf “Seiten aus Deutschland” beschränkt habe, wird bei Bing immer wieder “alle anzeigen” markiert. Es scheint sich aber eher um einen Anzeigefehler in diesem Bereich zu handeln, da die Treffer tatsächlich aus Deutschland stammen.

Hinsichtlich der Suchergebnisse würde ich es als Geschmackssache ansehen, ob man mit Google oder Bing sucht. Natürlich sind die beiden Tests nicht repräsentativ, aber gegenüber MSN hat Bing wirklich aufgeholt.

Wie steht es nun aber mit weiteren Funktionen, da Bing ja nicht “nur” Suchmaschine sein soll, sondern vielmehr. Vielleicht sogar eher ein Konkurrent für Wolfram Alpha denn für Google?

Tasten wir uns mit einfachen Aufgaben ran: Als Rechenmaschine lassen sich sowohl Google als auch Bing verwenden. Ob 2+2 oder 27*9, sie spucken das korrekte Ergebnis aus. Bing liefert zudem noch Treffer, in denen die gewählten Zahlen vorkommen. Aber alle anderen Tests, die ich mit Wolfram Alpha vorgenommen habe, bestehen weder Bing noch Google. Es werden schlicht und einfach Suchergebnisse geliefert. Aber vielleicht kommt das ja noch?

Fazit: Vielleicht wird es ja wirklich was mit der Konkurrenz für Google. Die Anfänge sind durchaus vielversprechend. Wie es weiter geht, wird sich zeigen. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass ich in Zukunft mal parallel in Bing und Google suchen werde, um mir weiterhin ein Urteil erlauben zu können.

Oder dürfen wir Web-Entwickler gar nicht für Microsoft-Produkte sein – zumindest so lange, wie uns der IE6 noch bei der Entwicklung ärgert?


Ein Kommentar zu “Ist Bing die Suchmaschine der Zukunft?”

  1. Deutsche Filme schrieb:

    Google hat so eine Marktmacht in diesem Bereich, da darf man ruhig mal nicht gegen Microsoft sein ;-)

    Ich bin mal gespannt, wieviele diese Suchmaschine nutzen werden. Gerade in Deutschland ist Google so mächtig, dass viele nichtmal wissen, dass es auch noch andere Suchmaschinen gibt.

    Gruß Carsten

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