Lange Nacht der Forschung 2009

geschrieben von Marion Engel am 9. November 2009 um 17:27 Uhr

Zum dritten Mal fand am Samstag  in 7 österreichischen Städten die Lange Nacht der Forschung statt. Von Sonnenuntergang bis Mitternacht gaben Wissenschaftler an Universitäten und in Unternehmen Einblick in ihre Arbeit.
Und was hat das mit dem Internet zu tun und in diesem Blog zu suchen? Einiges, sowohl direkt als auch indirekt, wie wir gleich sehen werden.

So hat das Institut für Informatik an der Innsbrucker Leopold-Franzens-Universität einige interessante Stationen zum Thema Internet angeboten, an denen u.a. folgende Fragen beantwortet wurden:

  • Wie funktioniert das Internet?
  • Wie gut kennen uns Google & Co. wirklich?
  • Sind meine Daten sicher im Internet?

Für uns, die wir tagtäglich mit dem Internet zu tun haben, mögen diese Fragen langweilig erscheinen. Aber auch wenn wir schon vor der Langen Nacht der Forschung eine Meinung dazu hatten, bedeutet das nicht, dass das für alle Menschen gilt. Und wenn wir Websites und Online-Shops aufbauen, sollten wir immer berücksichtigen, dass die Zielgruppen dieser Anwendungen in vielen Fällen mit lückenhaftem Wissen und teilweise auch mit Ängsten an das Internet herangehen. Und es gibt sicher etliche Leute, die sehr wenig Ahnung vom Internet haben, damit jede “Schauergeschichte” kritiklos glauben, das Internet pauschaul verdammen und lieber komplett auf seine guten Seiten  verzichten.

In dieser Gruppe schlummert natürlich ein gewisses Käuferpotenzial, das man nutzen kann, nachdem man es mit sinnvollen Information über die Online-Medien versorgt hat. Wenn man in seinem Online-Shop vieles tut, um sensible Daten zu schützen und den Kauf so abzuwickeln, wie sich der Kunde das wünscht, dann kann und sollte man das auch im Shop zeigen, um sich so vom Mitbewerb abzuheben.

Und wer als Internet-Nutzer um die Gefahren, die es natürlich gibt, weiß, kann sich und seine Daten ganz gut schützen.

Die Lange Nacht der Forschung ist eine tolle Gelegenheit, zu diesem und natürlich auch zu vielen anderen Themen seinen Horizont zu erweitern – und das vollkommen “easy”. Denn diese Nacht ist schlicht der Wahnsinn: Sie bietet über 7 Stunden lang ein hochinteressantes Programm hinter Türen, die für die Allgemeinheit sonst verschlossen sind. Für jede teilnehmende Stadt gibt es ein Programmheft, gedruckt oder online, mit dem man seine Nacht planen kann. Dann braucht man sich nur noch seinen Startort auszusuchen und dort mit Sonnenuntergang aufzutauchen. Um Eintrittskarten muss man sich nicht kümmern, da alles kostenlos ist. Und das schließt auch die Shuttle-Busse ein, die die Verbindung zwischen den verschiedenen Einrichtungen herstellen.

Neben diesen “harten” Fakten punkten die Langen Nächte (auch die der Museen) in Österreich auch immer mit faszinierenden “weichen” Faktoren: Alle Beteiligten sind fröhlich und engagiert bei der Sache, ob es die Wissenschaftler an den Stationen sind, die bereitwillig Auskunft geben und sich über die interessierten Fragen freuen, auch wenn sie in dieser Nacht sicher oft das gleiche erzählen, ob es die Busfahrer sind, die nicht nur bestätigen, dass ihr Bus zur Technik oder nach Hall fährt, sondern auch die Fahrgäste beim Einsteigen begrüßen und beim Aussteigen verabschieden. Und selbst die Männer, die den Besuchern vor den Toren von Swarovski Optik in der Kälte der Nacht den Weg weisen, vermitteln den Eindruck, dass jeder gerne gesehen ist.

Und auch davon kann man etwas aus der Nacht mit in den folgenden Alltag nehmen. Ein Unternehmen ist zunächst mal ein abstraktes Gebilde. Leben wird ihm durch die Mitarbeiter eingehaucht, die einen großen Anteil daran haben, wie das Unternehmen von außen wahrgenommen wird.

Alle Mitarbeiter, die den Besuchern bei Swarovski Optik gezeigt haben, wie Ferngläser, Zielfernrohre und Nachtsichtgeräte hergestellt werden und funktionieren, haben den Eindruck vermittelt, dass ihnen ihre Arbeit Freude macht und sie zu ihrem Arbeitgeber stehen. Sicher erinnert sich jeder an die beeindruckenden Flammen, die der Chemiker mit Magnesiumpulver erzeugt hat, an das vergoldete Zielfernrohr für Putin & Co. oder an den atemberaubenden Blick durch die Ferngläser auf Innsbruck bei Nacht. Und daran erinnert er sich sicher auch noch, wenn er eines Tages mal in der Kaufentscheidung für ein Fernglas steht. Denn das ist Kundenbindung par excellence!

Wohl dem, der gute Ideen entwickelt, sich nicht scheut, die daraus resultierenden neuen Wege auch wirklich zu gehen und für seine Kunden und Interessenten scheinbar Unmögliches möglich zu machen – sei es mit einer tollen Veranstaltung, mit Produkten oder Dienstleistungen. Und wohl denen, die sich mit ihrer Schlauheit nicht in Elfenbeintürmen verstecken, sondern sich damit glaubwürdig und sympathisch präsentieren.
Auch wenn die Preissuchmaschinen die Transparenz und Vergleichbarkeit von Produkten und Preisen stark erhöht haben und uns die Werbung suggeriert, dass nur der Preis zählt, glaube ich doch, dass man auch als Betreiber eines Online-Shops mit weichen Faktoren punkten kann. Sicherheit, Kompetenz und Vertrauen lassen sich auch über das Netz aufbauen und vermitteln, wenn man nur will.

Wie wäre es, mal ein paar Gedanken darauf zu verwenden?

Und eines ist klar: 2010 wird die Lange Nacht der Forschung zusätzlich zur Langen Nacht der Museen fest in meinen Kalender eingetragen. Und wer auch das Glück des grenznahen Wohnsitzes hat, dem kann ich die Veranstaltung(en) nur empfehlen. Egal, für was man sich interessiert, man wird etwas Passendes dazu finden.

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