admin, 30. November 2009 4 Kommentare RSS
Dass es nichts nutzt, wild und wahllos Links auf seine Webseite zu setzen, sollte aus dem Page Rank 10-Beispiel von vorletzter Woche eigentlich klar geworden sein. Interessanterweise stoßen wir aber in letzter Zeit immer wieder auf Fälle, in denen wirklich auf Teufel komm’ raus verlinkt wird – oder zumindest der Versuch unternommen wird. Der Wissensstand und das Vorgehen weisen dabei aber eine gewisse Bandbreite auf.
Links in fremden Kontexten
Der Zufall will es ja manchmal, dass man auf der einen oder anderen Webseite landet und der Blick dann in der Randspalte oder Fußzeile fällt. Und was kann man dort zuweilen finden? Links, die überhaupt nichts mit dem Thema der Seite zu tun haben. Oft unterscheiden sich auch noch die Sprachen der verlinkenden und der verlinkten Seite. Natürlich gibt es keine Beweise, aber da drängt sich doch der Verdacht auf, dass es sich dabei um gekaufte Links handelt – vor allem, wenn sie in einer gewissen Häufung auftreten.
Links nur für die Suchmaschinen
Hier und da ist auch ein Blick in den Seitenquelltext aufschlussreich. Denn auch Links mit “visibility=hidden” sind noch nicht ausgestorben. Es bleibt allerdings zu hoffen, dass der Google-Bot solche Links inzwischen schon nicht mehr berücksichtigt.
Linktauschangebote
Als Blog- oder Seitenbetreiber bekommt man immer wieder Angebote zum Linktausch. Da schreibt dann jemand, dass ihm der Blog oder die Seite gefällt und dass er gerne darauf verlinken würde, wenn man selber auch auf ihn verlinkt. Interessanterweise findet man aber auf der Seite des Interessenten nirgendwo Links. Und dass ich gerade die erste bin, die er angeschrieben hat, glaube ich nicht so ganz.
Außerdem ist die Sache völlig uninteressant, weil seine und meine Seiten vom Thema her gar nicht zueinander passen.
Und selbst ein hoher Pagerank mit no-follow kann nicht in allen Fällen als Erklärung für das Interesse herangezogen werden.
Spam in Blogkommentaren
Blogkommentare sind natürlich tolle Möglichkeiten, einen Link auf seine Webseite unterzubringen. Es ist auch gar nichts dagegen einzuwenden, einen sinnvollen Kommentar mit einem Link zu belohnen, sei es für die Suchmaschinen, sei es für die menschlichen Benutzer.
Aber wo Licht ist, ist leider auch viel Schatten. Da gibt es die 08/15-Kommentare wie “Toller Beitrag”, “Danke für die Tipps” usw., die einen zwar im ersten Moment schmeicheln, aber dann auch gleich ärgern – vor allem, wenn sie gehäuft vom gleichen Absender kommen und eindeutig nach Spam riechen.
Aber zum Glück lassen sich Kommentare ja moderieren und editieren.
Kürzlich hatte ich einen Kommentar, der handgemacht aussah, einen Bezug zum Thema des Blogs hatte und auch etwas länger war. Nur leider war auch in diesem Fall keine Gemeinsamkeit zwischen dem Thema der verlinkten Seite und meinem Blog erkennbar. Und leider handelte es sich auch um ein Thema, das mir einerseits als Spam aus Social Bookmarking-Diensten bekannt war und mit den ich andererseits in meinem Blog nichts zu tun haben wollte. Also kam auch in diesem Fall die “Spam”-Taste zum Einsatz.
Geld für Links
Es wird ja immer wieder suggeriert, man könne mit wenig Arbeit viel Geld im Internet verdienen. In der Tat hätte ich kürzlich in wenigen Minuten 20 Euro verdienen können. Ich hätte ein bestimmtes Wort in einen Blogbeitrag einfügen und verlinken müssen. Eigentlich einfach, aber wo sieht der White-Head-SEO die Haken?
Dass solche Angebote nicht beantwortet werden, ist für White-Hat-SEOs und Blogger aus Leidenschaft selbstverständlich.
Hoffen auf die Intelligenz der Spider
Qualität wird für die Suchmaschinen immer wichtiger. Die Spider der Suchmaschinen werden immer intelligenter und können besser zwischen Gut und Böse unterscheiden. Und das ist auch gut so. Denn kleine Blogs zu Nischenthemen können inhaltlich wesentlich wertvoller sein, als Seiten, die mit Gray- bis Black-Hat-Methoden versuchen, massenweise Links anzuhäufen.
Mal schnell im Internet Geld verdienen ist also nicht. Aber Bloggen kann durchaus Spaß machen, und man kann mit guten Inhalten sogar ganz interessante Kontakte knüpfen.
1. Dezember 2009 um 15:25
Hallo,
selbst wir als Blog-Einsteiger erhalten solche Angebote. Es scheint ja aber zu funktionieren.
Wird also Zeit für ein “Semantische Suchmaschine”, die erkennt, wenn ein Link nicht für das aktuelle Thema relevant ist.
Eine interessante Frage, mit der ich mich heute beschäftigen musste: Wir hatten einen Kommentar, der Themanbezug hatte, handgemacht war (zumindest hatte er einen Bezug zum Post), aber nicht wirklich eine Diskussion angestossen hat. Letzteres hat sich im Laufe der Zeit heraus gestellt, da nie eine Antwort auf die Frage (die sich aufgedrängt hat) kam und es scheinbar nur darum ging einen Link zu sammeln.
Das ganze hat sich hier abgespielt: http://blog.marmalade.de/2009/07/was-eine-website-kosten-darf/
Ich habe mich heute dazu entschieden, den Link mit “nofollow” zu kennzeichnen. Hättest du ihn eher gelöscht?
Gruß Joscha
4. Dezember 2009 um 14:46
Noch ein Nachsatz: Der Herr mit den 20 EUR kann wohl gar nicht verstehen, dass ich sein tolles Angebot noch nicht angenommen habe. Denn gestern hatte ich eine weitere Mail im Postfach, in der er nochmal auf sich aufmerksam machen wollte. Natürlich gab es auch darin keine zusätzlichen Informationen zu seiner Identität oder Seite.
12. Dezember 2009 um 13:19
[...] (es ist nur ein Freizeitprojekt, was ich nur am Wochenende betreue) und einige wenige kleine Links wurden gesetzt. In den Suchergebnissen hat sich bei den Wörtern Werbeagentur Köln und [...]
21. Dezember 2009 um 19:13
Leider ist es immer viel Aufwand einen Blog zu moderieren und die unerwünschten Links zu entfernen.