Neue Produkte im Web vermarkten

geschrieben von Marion Engel am 17. November 2008 um 14:54 Uhr

Angenommen, Sie haben ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung, die sie vermarkten möchten. Und nehmen wir weiter an, dieses Angebot sei nicht komplett selbsterkärend. Es muss ein wenig beschrieben werden, und dafür haben Sie eine eigene Website erstellt. Soweit – so gut.
Nun müssen aber Besucher auf diese Website gelockt werden. Also müssen die Seiten suchmaschinenoptimiert sein, damit sie in den Suchmaschinen gut gefunden werden. Aber genau da wird das Ganze zur Herausforderung, denn das Angebot ist so neu und einzigartig, dass niemand direkt danach suchen wird, weil eben niemand weiß, dass er danach suchen könnte. Wie geht man in diesem Fall vor?

Zielgruppenanalyse

Der erste Schritt ist eine detaillierte Zielgruppenanalyse mit den ersten Fragen:

  • Welche Personen sollen Ihr Produkt kaufen?
  • Welche Personen haben einen Nutzen, wenn sie Ihre Dienstleistung in Anspruch nehmen?

Beantworten Sie diese Fragen ruhig zunächst grob und verfeinern sie die Antworten dann immer mehr. Machen Sie Aussagen zu den gängigen demographischen Kriterien wie:

  • Geschlecht
  • Alter
  • Wohnort
  • Bildungsstand
  • berufliche Situation
  • Hobbys

Bei einigen Kriterien kommen Sie vermutlich zu dem Schluß, dass hier alle Ausprägungen zulässig sind. Bei anderen Kriterien werden Sie nach einer allgemeinen Aussage noch weiter differenzieren müssen.
Um das Beispiel meiner Damenkapelle wieder aufzunehmen: Meine Zielgruppe besteht logischerweise aus Frauen, die ein Musikinstrument spielen und irgendwo im Großraum Rosenheim wohnen. Das allein reicht aber noch nicht aus. Ich muss mir noch genauer überlegen, in welcher Situation sich diese Frauen befinden könnten, um mein Angebot attraktiv zu finden und sich zum Mitmachen zu entschließen. Die Ergebnisse dieser Überlegungen brauche ich aus zwei Gründen: 1.) Die Zielgruppe wird auf der Webseite dargestellt, damit die Seitenbesucher, die zur Zielgruppe gehören, die Bestätigung erhalten, dass sie hier richtig sind. 2.) zum…

Lokalisieren der Zielgruppe

Wir hatten ja gesagt, dass das Angebot so neu ist, dass niemand danach suchen wird, weil niemand weiß, dass es existiert. Also müssen wir es gezielt in den Aufmerksamkeitsbereich der Zielgruppe bringen. Und das geht nur, wenn wir wissen, so sich unsere Zielgruppe aufhält. Auch hierfür gibt es wieder verschiedene Fragen:

  • Auf welchen Webseiten hält sich die Zielgruppe auf?
  • Welche Zeitungen liest die Zielgruppe?
  • Welche Radiosender hört und welche Fernsehsender sieht die Zielgruppe?
  • An welchen öffentlichen Orten ist die Zielgruppe anzutreffen?

Mit diesen Fragen gelangen wir dann auch in den Offline-Bereich. Denn 1.) gibt es noch immer Menschen ohne Internet-Zugang und 2.) können und müssen in der Offline-Welt Wegweiser auf die Webseite aufgestellt werden, um Besucher dorthin zu bringen.

Ansprechen der Zielgruppe

In meinem Musikbeispiel ist also davon auszugehen, dass sich ein Teil meiner Zielgruppe in diversen Musikforen und -portalen aufhält. Also trage ich mein Angebot dort auf jeden Fall ein. Und ich werfe auch noch einen Blick über den Tellerrand. Weil zu meiner Zielgruppe auch Wiedereinsteigerinnen gehören, die sicher gar nicht aktiv auf der Suche nach einer musikalischen Beschäftigung sind, positioniere ich mein Angebot auch an Stellen, wo Menschen allgemein nach Freizeitpartnern suchen. Denn vielleicht bleibt die ein oder andere, die aktiv nach einem Partner zum Joggen sucht, auch bei meiner Anzeige hängen und besinnt sich auf ihre brachliegenden musikalischen Talente.

Natürlich wird sich ein  Unternehmen, das ein neues Produkt anbietet, nicht im privaten Kleinanzeigenmarkt tummeln. Dafür hat es aber sicher ein Marketing-Budget, mit dem es Werbung schalten kann – natürlich in den Medien und mit den Werbeformen, die zur Zielgruppe passen.

Bedienen der Interessenten

Wenn die Maßnahmen greifen und sich Interessenten finden, müssen diese schließlich auch gut bedient werden. Das bedeutet unter anderem, dass Anfragen, die aus dem Web eingehen, umgehend freundlich und kompetent beantwortet werden müssen. Die interne Infrastruktur des Anbieters muss also auf den erhofften Ansturm gerüstet sein, um die neu gewonnenen Kunden nicht schnell wieder zu verlieren.

Suchmaschinen-Optimierung

Natürlich müssen die Webseiten suchmaschinenoptimiert werden. Die Schlüsselwörter müssen allerdings zunächst eher aus dem weiteren Umfeld des Angebots kommen, da ja niemand nach dem Namen des Produkts oder der Dienstleistung sucht, weil niemand weiß, dass es so etwas gibt. Als Schlüsselwörter bieten sich also eher generische Begriffe oder Namen von alternativen Angeboten an. Natürlich dürfen dabei keine Markenrechte verletzt oder Mitbewerber schlecht gemacht werden. Aber wer nach Produkt A sucht, kann so darauf aufmerksam gemacht werden, dass es jetzt auch Produkt B gibt.

Fazit

Wer ein neues, noch nie dagewesenes Angebot bekannt machen möchte, kann das Web als eine Komponente einsetzen. Zusätzlich muss die sauber definierte Zielgruppe durch Offline-Maßnahmen gezielt angesprochen werden. Der Erfolg kommt also leider nicht im Schlaf, aber wer sein Ziel ernsthaft verfolgt, wird durch stetige Fortschritte motiviert, den Weg weiterzugehen. Und je weiter man geht, desto mehr Ideen bekommt man und desto mehr Möglichkeiten tun sich auf.

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