admin, 11. August 2010 2 Kommentare RSS
In jüngster Zeit finde ich in meiner privaten Mail sozusagen eine neue Generation von Spam-Mails. Die Betreffzeilen machen nämlich zunächst gar nicht den Eindruck von Spam – ganz im Gegenteil.
Hier ein aktuelles Beispiel:
Gewinnbenachrichtigung – wer würde da nicht schwach werden? Und Bußgeldbescheid mit so detaillierter Nummer – da fährt einem doch gleich der Schreck in die Glieder, oder?
Aber der kühle Kopf hütet sich natürlich davor, die Mails zu öffnen. Denn seit wann werden Bußgeldbescheide per Mail versendet, wenn die Sachbearbeiter in diversen Ämtern nicht mal eine eigene Mailadresse haben und die Zulassungsstelle zwar mein Autokennzeichen, aber nicht meine Mailadresse kennt?
Eines kann man zum Stillen der Neugier bei web.de tun, nämlich mit der Maus über den Absendernamen fahren. Dann sieht man die Mailadresse des Absenders und bekommt Klarheit, dass die Mails zu Recht im Spam-Ordner gelandet sind. Eine info@chh3.net wird sicher nicht zu einer offiziellen Institution gehören. Auch die anderen Absender haben keine sprechenden Domainnamen. Meist handelt es sich um kurze Titel aus Buchstaben und einer Ziffer, z.B. sad2.net, sda7.net oder sa0s.net.
Ich habe mir den Spaß gemacht und mal nach den Besitzern der Domains recherchiert. Die eine ist für eine Firma in Antigua und Barbuda registriert, die schon 2006 als Spammer bekannt geworden ist. Eine andere stammt aus den USA und gehört einer Firma, die man dem Firmennamen nach in eine andere (seriöse!) Branche einordnen würde. Tatsächlich scheint sich das Unternehmen aber doch in der Web-Branche zu tummeln und mit Kundenprojekten so beschäftigt zu sein, dass die eigenen Seiten noch aus der Web-Steinzeit stammen.
Neja, klar wird auf jeden Fall, dass ich weder etwas gewonnen habe, noch den Gewinn gleich wieder als Bußgeld abführen muss, noch jemals eine Mail an Sascha geschrieben habe, der mir jetzt antwortet.
Die Masche mit den lebensnahen Betreffzeilen hat vor wenigen Wochen begonnen. Da habe ich bereits Mails mit Betreffzeilen wie “Ihre Bestellung”, “Ihr Handyvertrag” oder “Ihre Gutschrift” bekommen. Da ich aber zu der Zeit keine Bestellung laufen hatte und auch keinen Handyvertrag besitze, konnte ich mit dem Löschen sehr rasch vorgehen.
Aber ich bin ziemlich sicher, dass es viele Leute gibt, die auf solche Mails tatsächlich reinfallen, vielleicht sogar noch häufiger als auf die bekannten Viagra-Casino oder Uhren-Spam-Mails. Das hat ja die Statistik im Juni klar gezeigt. Im besten Fall enthalten die Mails ja “nur” dubiose Kaufangebote, im schlechteren Fall Viren. Ich habe es nicht ausprobiert und will es auch nicht ausprobieren, weil es letztendlich viel zu schade um die Zeit ist.
Und so bleibt auch hier nur der Rat, jede Mail von einem unbekannten Absender kritisch zu betrachten. Online-Shops, die Transaktionsmails zu Bestellungen verschicken, sollten ihrerseits darauf achten, einen sprechenden Absendernamen zu verwenden, der den Firmennamen enthält. Damit ist einerseits die Gefahr geringer, vom Mailprogramm bereits als Spam aussortiert zu werden, andererseits ist der Wiedererkennungswert beim Empfänger größer. Schließlich sollte doch jeder sagen können, in welchen Onlineshops er gerade Bestellungen laufen hat, oder?
Ab und zu passiert es zwar tatsächlich, dass eine Mail fälschlicherweise im Spamfilter hängen bleibt. Deswegen kann es also nicht schaden, einen kurzen Blick auf den Spam-Eingang zu werfen, bevor man ihn löscht. Aber bitte einen kritischen Blick mit wachem Geist – im eigenen Interesse.
15. August 2010 um 19:52
Hallo, das nerft mich auch schon seit Wochhen.
Gibt es schon Abhilfe, ein Erkennungsfilter?
16. August 2010 um 8:55
@Otto: Der Spamfilter von web.de verschiebt derartige Mails korrekterweise in den Spam-Ordner. Komplett aus der Welt zu schaffen sind sie aber wohl nicht.