Nochmal Google Ranking Kriterien

admin, 16. Februar 2010 9 Kommentare RSS

Der Online-Verband IAB Switzerland hat eine aktuelle Studie zu den Ranking-Kriterien von Google & Co. veröffentlicht. Die Antworten stammen von 14 Schweizer SEO-Experten, die ihr Wissen und ihre Ansichten an Hand eines Fragebogens zur Verfügung gestellt haben. Neben der Bedeutung der einzelnen Ranking-Kriterien wurde auch der Grad des Konsenses zwischen den Befragten ermittelt.

Was also sind für sie wichtige und schädliche Faktoren für das Ranking?

Folgenden Faktoren wird eine hohe Bedeutung für die Platzierung in den Suchmaschinen beigemessen:

Content

Man kann es nicht oft genug wiederholen, und auch die Schweizer Experten sind sich hier sehr einig: Gute, einzigartige Inhalte sind das beste Fundament für gute Ergebnisse in den Suchmaschinen. Wer hier an die menschlichen Besucher der Seiten denkt und an den Nutzen, den er ihnen stiften möchte, fährt gut.
Sehr hoch ist auch die Einigkeit darüber, dass die wichtigsten Keywörter in den ersten 50 – 100 Wörtern des Textes enthalten sein sollten. Gerade noch als zwingend notwendig wird es erachtet, für Überschriften die gängigen h-Tags und für Fettschrift die b- oder strong-Tags zu verwenden.

Links

Links stehen den Inhalten in der Wichtigkeit kaum nach. Und auch hier wird die Qualität als wichtig eingeschätzt, d.h. eine Verlinkung mit einem thematisch passenden Begriff von und auf thematisch passende Seiten und  idealerweise von anerkannten Seiten ist viel wert. Wichtig ist aber auch die Vielfalt, sowohl bei den verlinkenden Domains als auch bei den Linktexten. Alles, was den Anschein erweckt, als wäre es künstlich entstanden, zieht den Verdacht der Suchmaschinen auf sich. Und ähnlich verhält es sich auch beim Umfang des Linkaufbaus. Zu schnelles Wachstum ist ebenso schlecht wie gar kein Wachstum.
Bei der Verlinkung ist es also auf jeden Fall nützlich, an die menschlichen Benutzer zu denken, die über Links von einer Site zur nächsten gelangen. Und in diesem Sinne helfen durchaus Links aus Microblogging- und Social Bookmarking-Diensten, selbst wenn sie mit no-follow versehen sind.

Wenn die URL, Subdomains, Ordner und Dateinamen Keywörter enthalten, hat das den positiven Effekt, dass diese Wörter auch dann im Linktext vorkommen, wenn die URL dafür verwendet wird.

Title Tag

Dass jede Seite einen individuellen Titel haben muss, sollte selbstverständlich sein, wird doch der Titel sowohl in den Ergebnissen der Suchmaschinen als auch in Bookmarks im Browser und in Bookmarking-Diensten verwendet. Dass die Schlüsselwörter am Anfang des Titels stehen sollten, sehen mehr als 60% der Befragten so.

Länderbezug

Die Top-Level-Domain der Seite und der eingehenden Links sollten aus dem gleichen Land kommen, in dem sich der Schwerpunkt der Aktivitäten befindet. Bei länderübergreifenden Domains kann man bei Verwendung der Google Webmaster-Tools den geographischen Schwerpunkt festlegen. Nicht ganz so wichtig ist in diesem Zusammenhang der Standort des Servers.

Folgenden Faktoren wird wenig bis keine Bedeutung für das Ranking eingeräumt:

  • Verwendung des canonical-URL-Tags
  • Höhe des Alexa Ranks
  • Verwendung des no-follow-Tags
  • Nennung von URLs ohne echte Verlinkung
  • Verwendung von Flash und Plugins
  • Verwendung von AdSense-Anzeigen auf der Seite
  • Schlüsselwörter im <comment>-Tag
  • Verwendung von oder Verzicht auf Werbung auf der Seite
  • Schalten von Google AdWords
  • Meta-Tag Keywords
  • Verwendung des Keywords in Listen und als kursiver Text

Bei folgenden Faktoren sind sich die Schweizer Experten nicht einig und vertreten unterschiedliche Auffassungen hinsichtlich der Auswirkungen auf das Ranking:

  • Aufnahme eines Feeds in die Google BlogSearch oder in Google News
  • Links von *.gov oder *.edu-Domains
  • Keywort als Text für externen Link
  • Häufigkeit der Aktualisierung der Inhalte
  • Verwendung von Schlüsselwörtern im Dateinamen von Bildern
  • Verwendung von Schlüsselwörtern im Alt-Tag von Bildern
  • Verwendung von Google Webmaster-Tools
  • nach W3C-Kriterien validierter Code
  • Aufnahmen in DMOZ und Wikipedia
  • Alter der Domain, Inhaberwechsel und Nachbarschaft auf dem Server
  • Klickrate, Zugriffszahlen und Verweildauer

Schlecht für die Positionierung in den Suchmaschinen sind folgende Maßnahmen:

Black-Hat-SEO

Die Suchmaschinen sind inzwischen recht gut in der Lage, miese Tricks bei der Suchmaschinenoptimierung zu erkennen und auch zu bestrafen. Dazu gehören:

  • Cloaking, d.h. andere Inhalte für Suchmaschinen als für Benutzer
  • versteckte Texte, die nur für die Suchmaschinen sichtbar sind, nicht jedoch für die Benutzer
  • Link-Kauf, vor allem bei Link-Händlern, die die Suchmaschinen bereits kennen
  • inhaltlich wertlose Links auf Spam-Seiten
  • eingehende Links von Spam-Seiten (was aber selbst White-Hat-SEOs teilweise nicht verhindern können)
  • unnatürliche Häufung von Schlüsselwörtern im Text und in den Titeln
  • Aufbau von Links über inhaltsleere Posts und Kommentare in Foren und Blogs

Technik und Programmierung

  • schlechte Erreichbarkeit des Servers
  • lange Ladezeiten der Seiten
  • kryptische URLs mit Parametern
  • zu starke Verlinkung von Seiten, die auf den gleichen Server liegen

In jüngster Zeit hat es bei den Suchmaschinen auch etliche Neuerungen gegeben. Wie sich diese auf die Suchergebnisse auswirken, ist allerdings auch unter den Experten noch nicht ganz sicher. Aber sicher schadet es nichts, wenn man folgende Faktoren im Auge behält:

  • Personalisierung der Suchergebnisse nach dem Klickverhalten
  • Einbinden von Echtzeit-Ergebnissen aus Blogs und Microblogging-Diensten
  • Content von Benutzern aus dem Google Sitewiki

Fazit

Für “alte SEO-Hasen” ist diese Studie nur eine Bestätigung dessen, was ihnen schon immer klar war. Als Fazit wird in der Studie ganz klar gesagt, dass man bei allen Maßnahmen vorrangig an die menschlichen Besucher denken soll. Und genau diesen Punkt betone und beherzige ich selber auch immer wieder. Das Auffinden der Seiten in den Suchmaschinen ist sicher wichtig, aber mindestens genauso wichtig ist es, dass die Besucher auf der Seite bleiben, sich dort wohl fühlen, zu Kunden werden, wieder kommen und die Seite weiterempfehlen. Und ein Teil dieser Aktivitäten passiert dann sogar offline.

Und wie so oft ist eine gesunde Mischung noch immer das Beste. Auch wenn z.B. die Fehlerfreiheit nach W3C in der Studie als nicht so wichtig angesehen wird, ist es immer ratsam, jede Seite durch die Prüfung zu schicken und so viele Fehler wie möglich zu beseitigen. Dann dadurch steigt auch die Sicherheit, dass die Seite korrekt angezeigt wird und zumindest barrierearm ist.

Wer die komplette Studie mit 65 Seiten lesen möchte, kann sie kostenlos bei der IAB Switzerland herunterladen.


9 Kommentare zu “Nochmal Google Ranking Kriterien”

  1. Frank schrieb:

    Schöne Zusammenfassung, es fehlen allerdings die Links von Social Network-Plattformen wie Xing und Facebook (trotz nofollow). Außerdem wird ein für 2010 immer wichtiger werdendes Kriterium nur am Rande aufgeführt – der Page Speed. Der Einsatz von Gzip und die Optimierung von zu großen Bildern, Komprimierung und Zusammenfassung von CSS files und JavaScipten wird für uns Webmaster unabdingbar werden. Unterstützende Hinweise zur Optimierung der eigenen Seite gibt es neuerdings in den Webmaster-Tools.

  2. Andreas B. schrieb:

    Es ist ja schon einmal gut zu wissen, worauf man alles nicht achten muss. Im Prinzip hat ja derjenige, der beim Aufbau seiner Internetseite den Besucher im Blick hat, selbst ohne SEO-Kenntnisse relativ gute Karten. Ich finde es auch positiv, dass Google den inflationären Keyword-Gebrauch negativ bewertet. Vielleicht verschwinden dann ja auf lange Sicht einige kaum lesbare und inhaltlich irrelevante Textmonster aus dem Internet.

  3. Franchise-Treff schrieb:

    Es bestätigt meine häufig gemachte Aussage, dass der Hauptaugenmerk immer noch der User sein sollte. Erst an zweiter Stelle kommt ein gute technische wie inhaltliche Suchmaschinenoptimierung. Natürlich darf diese keinesfalls fehlen, doch wer neue Inhalte für das Netz schafft, sollte in erster Linie interessante, lesenswerte und angenehm zu lesende Texte schaffen und diesen nicht ausschließlich auf Suchmachinen ausrichten. Vor allem weil gut zu lesende Texte eher weiter empfohlen und damit verlinkt werden. In sozialen Netzwerken vielleicht als nofollow-Links, doch irgenwann landen Empfehlungslinks zur eigenen Seite auch auf Blog und “normalen Websites” und das ist viel mehr wert.
    Gerade Google hat (neben dem Geld verdienen) in erster Linie den Nutzen für den User vor Augen. Deshalb auch Kriterien wie Ladezeit etc. Fühlt sich der Nutzer wohl, fühlt sich auch Google wohl!

  4. einfachwissen schrieb:

    Der Trend geht weg von der optimalen Optimierung. Der ein oder andere absichtlich vergessene Onpage Fehler bewirkt oft Wunder im Ranking!

  5. Robert schrieb:

    Naja, also Content ist doch kein Ranking-Kriterium im engeren Sinne, sondern einfach Basis oder Voraussetzung. Sowie der Bob an sich beim Bobrennen noch nichts bringt, außer dass man im Rennen ist. Aber selbst bei Olympia will keiner nur dabei sein.

  6. Heidrun schrieb:

    Hallo,

    Suchmaschinen “denken” immer mehr wie Menschen. Dass der User auf einer Seite gut zurechtkommt, dort die Informationen leicht findet die er sucht, darauf kommt es an. Wer seine Seiten für den User optimiert, optimiert sie schon fast automatisch für Suchmaschinen..

    Grüße
    Heidrun

  7. Mario schrieb:

    Ich meine, dass Links das wichtigste Kriterium für ein gutes Ranking sind. Ohne Links geht gar nichts, da kann der Content noch so gut sein.

  8. Marlene schrieb:

    Ich glaube auch, dass Black Hat SEO schlecht ist. Früher oder später merkt das Google und straft jene Seiten ab – heisst es zumindest. Aber: Ich finde immer wieder Seiten auf der ersten Seite, die ganz offensichtlich Black Hat SEO betreiben. Da juckt es einem schon mal in den Fingern. Denn der Content auf den User zugeschnitten alleine bringt noch keine guten Rankings.

  9. Elke schrieb:

    Man muss einfach sauber Backlinks aufbauen und sich Zeit lassen, das ist eben ganz wichtig meiner Meinung nach.

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