Der Aufbau eines Portals im Web ist nicht einfach. Das Ganze kostet nicht zur Zeit, sondern vor allem auch Geld – sowohl in der Entwicklung als auch im Betrieb. Das ist eine Tatsache, die ich auf keinen Fall in Abrede stellen möchte. Und sobald die Idee für das Portal geboren ist, sollte man sich Gedanken machen, wie und durch wen die Anfangsinvestitionen gedeckt werden können und wie im Laufe des Betriebs ausreichende Zahlungseingänge zu verzeichnen sind. Denn es müssen ja nicht nur die Anfangsinvestitionen wieder reingeholt werden, sondern es sollen natürlich auch in der Folge weitere Einnahmen generieren werden.
Dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die Vor- und Nachteile aufweisen.
Klickbetrug
Folgendes Phänomen habe ich kürzlich in einem Portal gefunden:
In bestimmten Bereichen kommt man nur dann weiter, wenn man auf die Anzeige klickt. Während sich die Webseite des Werbetreibenden in einem neuen Fenster öffnet, erscheint auf der ursprünglichen Seite der gewünschte Inhalt. Die Einblendung dieser Werbepause scheint allerdings nach einem Zufallsprinzip zu erfolgen, d.h. sie erscheint nicht immer, und natürlich wechseln auch die Anzeigen.
Auf den ersten Blick hätte nichts gegen eine offizielle Mitgliedschaft ohne Werbung gesprochen. Allerdings wird zur Registrierung eine Festnetz-Telefonnummer verlangt, die auch durch Kontrollanrufe überprüft werden soll. Welchen Sinn das wohl hat? In unserer zunehmend mobilen Gesellschaft gibt es ja tatsächlich schon Leute, die ihr Festnetztelefon abgeschafft haben und nur mehr mobil telefonieren. Und wenn ich mich in einem Web-Portal bewege, ist die elektronische Kontaktaufnahme – sei es innerhalb des Portals oder per Mail – eigentlich die naheliegendste Möglichkeit.
Klickbetrug ist also sicher keine empfehlenswerte Finanzierungsmethode, da anzunehmen ist, dass einer zwar hohen Klickrate nur eine sehr mäßige Konversionsrate gegenübersteht. Analysiert der Werbetreibende seine Statistik aufmerksam, kann man es ihm nicht verdenken, wenn er solche unrentablen Werbepartner früher oder später aussortiert.
Werbung
Was gegen den Klickbetrug spricht, spricht natürlich nicht gegen Werbung im allgemeinen. Wenn sich das Portal auf ein bestimmtes Thema bezieht, sollte die Werbung aus dem gleichen thematischen Umfeld kommen. Dann können nämlich die Streuverluste der Werbeeinblendungen minimiert werden, weil die richtige Zielgruppe angesprochen wird. Bei Portalen, die sich an Privatpersonen richten, ist außerdem davon auszugehen, dass sich die Zielgruppe meist in einer positiven Stimmung befindet, weil sie sich ihrem Lieblingshobby widmet, für das mitunter auch viel Geld ausgegeben wird. Also ist die Bereitschaft, hier weitere Käufe zu tätigen, erhöht. Und wer im Internet stöbert, sucht oft auch nach der Lösung eines speziellen Problems. Und wenn per Werbung eine Lösung angeboten wird, gewinnen beide Seiten.
Natürlich sollte die Werbung dosiert verwendet werden. Die Anzahl an Werbeeinblendungen pro Seite sollte so begrenzt werden, dass der Seiteninhalt klar erkennbar bleibt. Der Benutzer sollte nicht durch laufend blinkende, rotierende und animierte Anzeigen nervös gemacht werden. Gerade wenn auch Inhalte als Grafiken angeboten werden, sollte dennoch leicht zwischen Inhalten und Werbung unterschieden werden können.
Affiliates
Affiliates sind immer dann eine ausgezeichnete Möglichkeit zur Refinanzierung, wenn sie inhaltlich zur Seite passen. Dann werden sie für alle Seiten attraktiv, weil sich das Ganze innerhalb der passenden Zielgruppe abspielt und weil es den Benutzern, die sich für ein bestimmtes Thema interessieren, leicht gemacht wird, passende Produkte auf einfache Weise zu erwerben. Der Nutzen, den das Affiliate-Programm dem Benutzer bietet, sollte gut erkennbar sein. Denn dann ist der Kaufanreiz wesentlich höher – rein aus “Mitleid” mit dem Portalbetreiber wird sicher niemand kaufen.
Gebühren
Das Portal kann von seinen Benutzern natürlich auch Gebühren verlangen, bevor die Dienste in Anspruch genommen werden dürfen. Auch das ist gängige Praxis, die dem Motto “Was nix kost’ ist nix” folgt. Einerseits stellt das zwar eine Einstiegshürde dar, die mancher nicht nehmen möchte. Wer aber zahlt, hat sicher auch ein ernsthaftes Interesse am Portal und wird sich aktiv beteiligen. Dabei sind natürlich die Höhe der Gebühr und die Dauer der Mitgliedschaft wichtige Faktoren, die die Entscheidung beeinflussen.
Wichtig ist ebenfalls ein seriöses Erscheinungsbild des Portals. Das bedeutet, dass allen Interessierten zunächst die Möglichkeit gegeben werden muss, die Leistungen des Portals kostenlos zu testen. Oftmals sind zwar nur einige Leistungen kostenlos verfügbar, aber auch das reicht meist schon aus, um zu erkennen, ob das Portal den vorhandenen Bedarf zu decken vermag.
Fazit
Klickbetrug ist keine gute Form der Refinanzierung. Wer die anderen Möglichkeiten gezielt einsetzt und vielleicht auch noch die eine oder andere neue Idee zur Finanzierung entwickelt, ist auf dem richtigen Weg. Der Erfolg für das Portal als Ganzes wird sich allerdings erst dann einstellen, wenn auch die Grundidee, die hinter dem Portal steckt, raffiniert und einzigartig ist.
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Portalfinanzierung durch Klickbetrug?
admin, 27. Oktober 2008 kein Kommentar RSS
Der Aufbau eines Portals im Web ist nicht einfach. Das Ganze kostet nicht zur Zeit, sondern vor allem auch Geld – sowohl in der Entwicklung als auch im Betrieb. Das ist eine Tatsache, die ich auf keinen Fall in Abrede stellen möchte. Und sobald die Idee für das Portal geboren ist, sollte man sich Gedanken machen, wie und durch wen die Anfangsinvestitionen gedeckt werden können und wie im Laufe des Betriebs ausreichende Zahlungseingänge zu verzeichnen sind. Denn es müssen ja nicht nur die Anfangsinvestitionen wieder reingeholt werden, sondern es sollen natürlich auch in der Folge weitere Einnahmen generieren werden.
Dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die Vor- und Nachteile aufweisen.
Klickbetrug
Folgendes Phänomen habe ich kürzlich in einem Portal gefunden:
In bestimmten Bereichen kommt man nur dann weiter, wenn man auf die Anzeige klickt. Während sich die Webseite des Werbetreibenden in einem neuen Fenster öffnet, erscheint auf der ursprünglichen Seite der gewünschte Inhalt. Die Einblendung dieser Werbepause scheint allerdings nach einem Zufallsprinzip zu erfolgen, d.h. sie erscheint nicht immer, und natürlich wechseln auch die Anzeigen.
Auf den ersten Blick hätte nichts gegen eine offizielle Mitgliedschaft ohne Werbung gesprochen. Allerdings wird zur Registrierung eine Festnetz-Telefonnummer verlangt, die auch durch Kontrollanrufe überprüft werden soll. Welchen Sinn das wohl hat? In unserer zunehmend mobilen Gesellschaft gibt es ja tatsächlich schon Leute, die ihr Festnetztelefon abgeschafft haben und nur mehr mobil telefonieren. Und wenn ich mich in einem Web-Portal bewege, ist die elektronische Kontaktaufnahme – sei es innerhalb des Portals oder per Mail – eigentlich die naheliegendste Möglichkeit.
Klickbetrug ist also sicher keine empfehlenswerte Finanzierungsmethode, da anzunehmen ist, dass einer zwar hohen Klickrate nur eine sehr mäßige Konversionsrate gegenübersteht. Analysiert der Werbetreibende seine Statistik aufmerksam, kann man es ihm nicht verdenken, wenn er solche unrentablen Werbepartner früher oder später aussortiert.
Werbung
Was gegen den Klickbetrug spricht, spricht natürlich nicht gegen Werbung im allgemeinen. Wenn sich das Portal auf ein bestimmtes Thema bezieht, sollte die Werbung aus dem gleichen thematischen Umfeld kommen. Dann können nämlich die Streuverluste der Werbeeinblendungen minimiert werden, weil die richtige Zielgruppe angesprochen wird. Bei Portalen, die sich an Privatpersonen richten, ist außerdem davon auszugehen, dass sich die Zielgruppe meist in einer positiven Stimmung befindet, weil sie sich ihrem Lieblingshobby widmet, für das mitunter auch viel Geld ausgegeben wird. Also ist die Bereitschaft, hier weitere Käufe zu tätigen, erhöht. Und wer im Internet stöbert, sucht oft auch nach der Lösung eines speziellen Problems. Und wenn per Werbung eine Lösung angeboten wird, gewinnen beide Seiten.
Natürlich sollte die Werbung dosiert verwendet werden. Die Anzahl an Werbeeinblendungen pro Seite sollte so begrenzt werden, dass der Seiteninhalt klar erkennbar bleibt. Der Benutzer sollte nicht durch laufend blinkende, rotierende und animierte Anzeigen nervös gemacht werden. Gerade wenn auch Inhalte als Grafiken angeboten werden, sollte dennoch leicht zwischen Inhalten und Werbung unterschieden werden können.
Affiliates
Affiliates sind immer dann eine ausgezeichnete Möglichkeit zur Refinanzierung, wenn sie inhaltlich zur Seite passen. Dann werden sie für alle Seiten attraktiv, weil sich das Ganze innerhalb der passenden Zielgruppe abspielt und weil es den Benutzern, die sich für ein bestimmtes Thema interessieren, leicht gemacht wird, passende Produkte auf einfache Weise zu erwerben. Der Nutzen, den das Affiliate-Programm dem Benutzer bietet, sollte gut erkennbar sein. Denn dann ist der Kaufanreiz wesentlich höher – rein aus “Mitleid” mit dem Portalbetreiber wird sicher niemand kaufen.
Gebühren
Das Portal kann von seinen Benutzern natürlich auch Gebühren verlangen, bevor die Dienste in Anspruch genommen werden dürfen. Auch das ist gängige Praxis, die dem Motto “Was nix kost’ ist nix” folgt. Einerseits stellt das zwar eine Einstiegshürde dar, die mancher nicht nehmen möchte. Wer aber zahlt, hat sicher auch ein ernsthaftes Interesse am Portal und wird sich aktiv beteiligen. Dabei sind natürlich die Höhe der Gebühr und die Dauer der Mitgliedschaft wichtige Faktoren, die die Entscheidung beeinflussen.
Wichtig ist ebenfalls ein seriöses Erscheinungsbild des Portals. Das bedeutet, dass allen Interessierten zunächst die Möglichkeit gegeben werden muss, die Leistungen des Portals kostenlos zu testen. Oftmals sind zwar nur einige Leistungen kostenlos verfügbar, aber auch das reicht meist schon aus, um zu erkennen, ob das Portal den vorhandenen Bedarf zu decken vermag.
Fazit
Klickbetrug ist keine gute Form der Refinanzierung. Wer die anderen Möglichkeiten gezielt einsetzt und vielleicht auch noch die eine oder andere neue Idee zur Finanzierung entwickelt, ist auf dem richtigen Weg. Der Erfolg für das Portal als Ganzes wird sich allerdings erst dann einstellen, wenn auch die Grundidee, die hinter dem Portal steckt, raffiniert und einzigartig ist.