Privatsphäre in sozialen Netzwerken

admin, 14. Januar 2009 2 Kommentare RSS

Das Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie hat eine interessante Studie erarbeitet, aus der hervorgeht, wie es um den Schutz der Privatsphäre in sozialen Netzwerken steht.

Folgende Netzwerke wurden dabei geprüft:

  • facebook
  • studiVZ
  • myspace
  • wer-kennt-wen
  • lokalisten
  • xing
  • linkedin

Die Tester schlüften in die Rolle eines normalen Anwenders, der sich bei den Plattformen registriert und diese nutzt. Parallel dazu waren sie als “Angreifer” tätig, der versucht hat, die Daten des normalen Anwenders auszuspionieren. Dabei wurden keinerlei unlautere Methoden verwendet, sondern nur ein gewisses Fachwissen.

Natürlich lassen sich nicht alle Portale über einen Kamm scheren. Aber dennoch lassen sich einige interessante – allerdings eher alarmierende – Schlussfolgerungen ziehen. Die Wahrung der Privatsphäre steht in den Netzwerken nicht wirklich an erster Stelle. Vielfach werden nicht alle technischen Möglichkeiten zum Schutz der Daten ausgeschöpft. Auf der anderen Seite machen sich viele Benutzer schlichtweg keine Gedanken, was mit ihren Daten passieren kann. Denn einen gewissen Einfluss haben sie durchaus darauf, wer bei ihnen lesen bzw. mitlesen kann.

Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Art des Zugriffs auf das Internet. Dabei stellen natürlich öffentliche Netzwerke die größte Gefahr dar, dass sich unerwünschte Lauscher an der Übertragung der Daten “beteiligt” sind und sich dadurch Schlüssel zu Türen besorgen, die ihnen normalerweise nicht offen stehen würden.

Gegenüber allzu neugierigen Plattformen, die bereits bei der Registrierung eine Vielzahl an persönlichen Daten abfragen, sollte man auch skeptisch sein. Das gilt natürlich nicht nur für die in der Studie überprüften Anwendungen, sondern auch für alle anderen Plattformen im Web.

Bevor man irgendwo persönliche Informationen einstellt, sollte man sich überlegen, ob es Personenkreise gibt, denen man diese Fakten normalerweise nicht geben würde. Was man sich unter Freunden noch scherzweise erzählt könnte beispielsweise die Chance auf einen bestimmten Arbeitsplatz verringern. Denn dass nach Bewerbern “einfach mal so gegoogelt” wird, ist ja auch kein Geheimnis mehr. Das jedoch ist nur ein Beispiel für den Schaden, den man sich selber zufügen kann.

Das ist natürlich nur die Kurzfassung und Quintessenz aus der Studie. Auf ihren 124 Seiten enthält sie alle Details und zeigt natürlich auch die spezifischen Stärken und Schwächen der untersuchten Plattformen auf.

Wer sich also dort tummelt, sollte ruhig einmal einen Blick in das Dokument werfen und sein Verhalten kritisch überdenken.


2 Kommentare zu “Privatsphäre in sozialen Netzwerken”

  1. Die Spammer sterben nicht aus… » SEO- und Internet-News by TechDivision schrieb:

    [...] mit der Privatsphäre betrifft also nicht nur die sozialen Netzwerke. Abonnieren Sie jetzt unseren RSS-Feed und bleiben Sie so immer auf dem [...]

  2. Persönliche Informationen in öffentlichen Netzwerken « Kindermode schrieb:

    [...] Januar 15, 2009 · Keine Kommentare Da ich in dieser Woche auf einen Fall von virtueller Selbstdemontage gestoßen bin, finde ich folgenden Blog-Beitrag außerordentlich verlinkenswert: http://blog.techdivision.com/privatsphare-in-sozialen-netzwerken/. [...]

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