Topsy: Suchmaschine für Tweets

admin, 28. Mai 2010 kein Kommentar RSS

Manchmal kann es nicht schaden, auch mal einen Blick in die Spam-Kommentare zu werfen. Nachdem unser Blog ja von www.techdivision.com auf www.techdivision.com/blog umgezogen ist, hält sich das Spam-Aufkommen derzeit noch in überschaubaren Grenzen. Gestern allerdings bestanden die rund 20 Spamkommentare aus Links von Seiten, von denen wir eigentlich keine Links wünschen würden. Irgendwelche scheinbar automatisch übersetzten Seiten, die unter einem kaum verständlichen Beitrag eine Reihe von Links anbieten. Klarerweise haben die Seiten kein Impressum, so dass nur zu hoffen bleibt, dass Google diese Verlinkung nicht abstraft, weil wir darauf keinen Einfluss haben und sie schon gar nicht bewusst herbeigeführt haben.

Aber heute ist ein interessanter Link im Spam gelandet, der dort eher nicht hingehört: Der Eintrag von Topsy, die sich als Suchmaschine für Tweets bezeichnet.

Die Startseite von Topsy unterscheidet sich kaum von Google, und auch die Ergebnisseiten zwingen den Benutzer nicht, sich stark umzugewöhnen. Der Unterschied liegt nur in den Ergebnissen selber. Die beruhen auf der Art und Weise, wie Topsy nach eigenen Angaben das Web sieht. Für sie ist es keine Sammlung an Seiten, sondern ein Strom aus Unterhaltungen und Kontakten, die zwischen den Nutzern bestehen. Und daraus entstehen zwei weitere Aspekte: Aktualität und Bedeutung.
Topsy konzentriert sich nämlich auf Inhalte, die neu und derzeit im Gespräch sind. Das hindert Topsy aber nicht daran, auch ein paar Tage, Wochen oder Monate zurück zu schauen. Der Nutzer kann den Zeitrahmen in den Suchergebnissen auswählen und sieht, welche Ergebnisse für zurückliegende Zeiten angeboten werden.

Wenn man Bedeutung mit Qualität gleichsetzen kann, ist das ein guter Ansatz, der ein wenig an den Gedanken hinter Googles Page Rank erinnert. Je öfter also eine Webseite oder ein Blogbeitrag in einem Tweet erscheint oder je öfter ein ganzer Tweet wieder von anderen verfolgt ist, desto wertvoller muss das Ganze sein. Und in diesem Sinne können sich auch Autoren qualifizieren und zu einflußreichen Top-Autoren werden. Für eine Seite, die in mehreren Tweets erscheint, wird zunächst nur der Top-Autor als Quelle angezeigt. In der Randspalte ist die Anzahl aller Verweisquellen gezeigt.

Die Anzahl an Verweisquellen hat einen Einfluss auf die Reihenfolge der Ergebnisse, wobei es sich aber nicht um eine reine Sortierung handelt, d.h. selbst die höchste Zahl an Verweisen garantiert nicht automatisch Platz 1 in der Liste. Die Sortierung kann aber nicht nur nach Relevanz, sondern auch auf- oder absteigend nach Datum erfolgen.

Die Suchergebnisse können nicht nur nach Aktualität, sondern auch nach Quelle gefiltert werden. So kann man alle Ergebnisse aus dem Web ansehen oder sich nur auf Bilder oder Tweets beschränken.

Topsy ist international und enthält Suchergebnisse in verschiedenen Sprachen. Trotzdem findet man mit englischen Suchbegriffen derzeit mehr Ergebnisse als mit dem gleichen Begriff in Deutsch. Besonders schlecht schaut es mit deutschen Suchbegriffen aus, die Sonderzeichen enthalten.

Alles in allem ist Topsy ein interessanter Ansatz, der es verdient, in Zukunft näher betrachtet zu werden. Wahrscheinlich wird es keine Konkurrenz zu Google werden, aber es wird sicher Nischen, Themen und Anwendungsfälle geben, in denen eine Suche bei Topsy sinnvoll und hilfreich sein kann.


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