Interessante Erkenntnisse zu Spam-Mails habe ich heute früh im meinem Lieblings-Radiosender gehört. Für alle, die diesen Sender nicht auf Nr. 1 programmiert haben oder gar nicht empfangen können, hier die erschreckende Aussagen zum Spamming, angereichert durch einige eigene Erfahrungen.
Ein paar Zahlen…
Bis zu 95% des täglichen Mailaufkommens besteht aus Spam-Mails.
200 Mrd Spam-Mails werden pro Tag versendet.
Ein “guter” Spammer kann bis zu 10 Mio Mails pro Tag versenden, sofern er die nötige technische Ausstattung hat.
Das ist eine gewaltige Menge, unter der wohl nicht nur die Mailserver stöhnen. Da kann man also froh sein, wenn man etliche Spam-Mails gar nicht zu Gesicht bekommt, weil die Spam-Filter der Mailprogramme bzw. -Provider doch recht wirkungsvoll sind. Andererseits sind die Spamfilter von Zeit zu Zeit auch mal überaktiv und schieben echte Bestellbetätigungen aus Webshops oder gewünschte Newsletter in den Spam-Ordner.
Neben dem Spam, der in der Mailbox landet, steht ja auch noch der Kommentar-Spam in Blogs, der zum Teil ebenfalls negativ überwältigend ist.
Die Akteure
Sie sitzen zumeist in den USA und machen mit Spam sogar ein richtig gutes Geschäft. Viagra ist bei den Spammern Thema Nummer 1, und dass auch Frauen Mails mit dem Betreff “Machen Sie Ihre Frau wieder glücklich…” bekommen, stört natürlich niemanden. So gibt es Unternehmen, die für Vertrieb und Versand der blauen Pillen 20 bis 30 Personen beschäftigen. Versendet wird aber nicht das Original, sondern bestenfalls eine blau gefärbte Vitaminpille. Und wer Pech hat, erwischt gefälschte Pillen, zu deren Risiken und Nebenwirkungen der Arzt oder Apotheker keine Auskunft erteilen kann. Denn die Scheu, sich Viagra direkt vom Arzt zu holen, ist wohl der größte Motor hinter dem Kauf bei dubiosen Anbietern im Internet.
In vielen Fällen erhält man aber auch gar keine Ware, auch wenn der Kaufpreis natürlich von der Kreditkarte abgebucht wird. Das einzige, was man bekommt, ist möglicherweise noch ein Virus – damit der nächste Spammer, der ein Virenschutzprogramm anbietet, vielleicht zum Zug kommt.
Die Opfer
Wer meint, dass Spam-Mails keine Leser haben, irrt sich also gewaltig. Auf ca. 10.000 Mails kommt ein Kauf.
Verkauft wird aber nicht nur Viagra & Co, verkauft werden auch Mailadressen. Und mit jeder Aktion des Adressaten steigt der Wert der Mailadresse. Wer also auf eine Spam-Mail antwortet, z.B. um die Streichung aus der Liste zu erwirken, oder eben sogar kauft, bringt seine Mailadresse nur noch weiter in Umlauf.
Dass in Deutschland und Österreich Werbemails nur nach ausdrücklicher Zustimmung des Empfängers versendet werden dürfen, stört die Spammer natürlich nicht. Und selbst wenn einmal einer erwischt und aus dem Verkehr gezogen wird, steht sofort der nächste Spammer auf der Matte und übernimmt.
Neben diesem anonymen Spam gibt es aber auch noch eine zweite Form von Spam, die zwar auch unter das og. Verbot fällt, bei der man aber vielleicht eher bereit ist, beide Augen zu zu drücken. So bekomme ich immer mal wieder Mails von Musikverlagen oder Konzertagenturen, die meine Mailadresse offensichtlich von Musik-Webseiten gesammelt haben, auf denen ich als Webmaster eingetragen war. Der Zufall kann es ja mal wollen, dass hier eine brauchbare Information transportiert wird. Meist sind die Mails jedoch schon optisch so schlecht gemacht, dass sie in meinen Augen eher eine negative Werbung sind. Aber wer auf Spam Viagra kauft, sieht das vielleicht anders als ich….
Der Rat
Wenn also das Spam-Aufkommen nicht zu begrenzen ist, kann jeder Mailbox-Besitzer nur folgendes tun:
offensichtliche Spam-Mails ungeöffnet löschen
Ab und zu bekommt man Spam-Mails, die scheinbar aus einer Kundenbeziehung resultieren, wenn eine (angebliche) Kundennummer oder der Bezug zu einer Sendung im Betreff genannt werden. Hier sollte man zunächst an Hand der Angaben aus der Übersicht überlegen, ob man derzeit überhaupt offene Bestellungen laufen hat und ob diese mit dem genannten Logistikdienstleister versendet werden. Bei web.de kann man mit der Maus über den Namen des Absenders fahren und sieht dann die Mailadresse des Absenders. Wenn einem diese nicht bekannt vorkommt, ist der Weg zum Löschen frei. Bei Spammern zu kaufen, verbietet sich damit schon von Haus aus.
mehrere Mailadressen verwenden
Für die seriöse Korrespondenz sollte man eine Mailadresse verwenden, sie man gut schützt. Zur Anmeldung bei Portalen und für andere eher anonyme Aktionen im Web sollte man sich eine zweite Mailadresse zulegen, die man still legen kann, falls sie zu sehr von Spam verseucht worden ist.
Mailadressen auf Webseiten verschlüsseln
Mailadressen, die auf Webseiten angezeigt werden, sollten verfremdet werden, auch wenn die Spammer vielleicht schon nach (at) oder Varianten suchen können. Ideal ist die Lage für TYPO3-Nutzer, wo die Mailadressen kryptisch verschlüsselt im Quelltext abgelegt werden.
Spamfilter nutzen
Freemailer wie z.B. web.de bieten recht gute Spam-Filter. Für Mailadressen, die mit der Domain der Website verbunden sind, gibt es meist auf dem Server die Möglichkeit, einen Spamfilter zu konfigurieren. Und auch im Mailprogramm selber können Regeln für eingehende Mails eingestellt werden.
Spam wird also leider nicht aus der Welt zu schaffen sein. Mit ein wenig Nachdenken kann man sich aber durchaus vor negativen Folgen zu schützen.
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Untersuchung zu Spam-Mails
admin, 7. Juni 2010 kein Kommentar RSS
Interessante Erkenntnisse zu Spam-Mails habe ich heute früh im meinem Lieblings-Radiosender gehört. Für alle, die diesen Sender nicht auf Nr. 1 programmiert haben oder gar nicht empfangen können, hier die erschreckende Aussagen zum Spamming, angereichert durch einige eigene Erfahrungen.
Ein paar Zahlen…
Das ist eine gewaltige Menge, unter der wohl nicht nur die Mailserver stöhnen. Da kann man also froh sein, wenn man etliche Spam-Mails gar nicht zu Gesicht bekommt, weil die Spam-Filter der Mailprogramme bzw. -Provider doch recht wirkungsvoll sind. Andererseits sind die Spamfilter von Zeit zu Zeit auch mal überaktiv und schieben echte Bestellbetätigungen aus Webshops oder gewünschte Newsletter in den Spam-Ordner.
Neben dem Spam, der in der Mailbox landet, steht ja auch noch der Kommentar-Spam in Blogs, der zum Teil ebenfalls negativ überwältigend ist.
Die Akteure
Sie sitzen zumeist in den USA und machen mit Spam sogar ein richtig gutes Geschäft. Viagra ist bei den Spammern Thema Nummer 1, und dass auch Frauen Mails mit dem Betreff “Machen Sie Ihre Frau wieder glücklich…” bekommen, stört natürlich niemanden. So gibt es Unternehmen, die für Vertrieb und Versand der blauen Pillen 20 bis 30 Personen beschäftigen. Versendet wird aber nicht das Original, sondern bestenfalls eine blau gefärbte Vitaminpille. Und wer Pech hat, erwischt gefälschte Pillen, zu deren Risiken und Nebenwirkungen der Arzt oder Apotheker keine Auskunft erteilen kann. Denn die Scheu, sich Viagra direkt vom Arzt zu holen, ist wohl der größte Motor hinter dem Kauf bei dubiosen Anbietern im Internet.
In vielen Fällen erhält man aber auch gar keine Ware, auch wenn der Kaufpreis natürlich von der Kreditkarte abgebucht wird. Das einzige, was man bekommt, ist möglicherweise noch ein Virus – damit der nächste Spammer, der ein Virenschutzprogramm anbietet, vielleicht zum Zug kommt.
Die Opfer
Wer meint, dass Spam-Mails keine Leser haben, irrt sich also gewaltig. Auf ca. 10.000 Mails kommt ein Kauf.
Verkauft wird aber nicht nur Viagra & Co, verkauft werden auch Mailadressen. Und mit jeder Aktion des Adressaten steigt der Wert der Mailadresse. Wer also auf eine Spam-Mail antwortet, z.B. um die Streichung aus der Liste zu erwirken, oder eben sogar kauft, bringt seine Mailadresse nur noch weiter in Umlauf.
Dass in Deutschland und Österreich Werbemails nur nach ausdrücklicher Zustimmung des Empfängers versendet werden dürfen, stört die Spammer natürlich nicht. Und selbst wenn einmal einer erwischt und aus dem Verkehr gezogen wird, steht sofort der nächste Spammer auf der Matte und übernimmt.
Neben diesem anonymen Spam gibt es aber auch noch eine zweite Form von Spam, die zwar auch unter das og. Verbot fällt, bei der man aber vielleicht eher bereit ist, beide Augen zu zu drücken. So bekomme ich immer mal wieder Mails von Musikverlagen oder Konzertagenturen, die meine Mailadresse offensichtlich von Musik-Webseiten gesammelt haben, auf denen ich als Webmaster eingetragen war. Der Zufall kann es ja mal wollen, dass hier eine brauchbare Information transportiert wird. Meist sind die Mails jedoch schon optisch so schlecht gemacht, dass sie in meinen Augen eher eine negative Werbung sind. Aber wer auf Spam Viagra kauft, sieht das vielleicht anders als ich….
Der Rat
Wenn also das Spam-Aufkommen nicht zu begrenzen ist, kann jeder Mailbox-Besitzer nur folgendes tun:
Ab und zu bekommt man Spam-Mails, die scheinbar aus einer Kundenbeziehung resultieren, wenn eine (angebliche) Kundennummer oder der Bezug zu einer Sendung im Betreff genannt werden. Hier sollte man zunächst an Hand der Angaben aus der Übersicht überlegen, ob man derzeit überhaupt offene Bestellungen laufen hat und ob diese mit dem genannten Logistikdienstleister versendet werden. Bei web.de kann man mit der Maus über den Namen des Absenders fahren und sieht dann die Mailadresse des Absenders. Wenn einem diese nicht bekannt vorkommt, ist der Weg zum Löschen frei. Bei Spammern zu kaufen, verbietet sich damit schon von Haus aus.
Für die seriöse Korrespondenz sollte man eine Mailadresse verwenden, sie man gut schützt. Zur Anmeldung bei Portalen und für andere eher anonyme Aktionen im Web sollte man sich eine zweite Mailadresse zulegen, die man still legen kann, falls sie zu sehr von Spam verseucht worden ist.
Mailadressen, die auf Webseiten angezeigt werden, sollten verfremdet werden, auch wenn die Spammer vielleicht schon nach (at) oder Varianten suchen können. Ideal ist die Lage für TYPO3-Nutzer, wo die Mailadressen kryptisch verschlüsselt im Quelltext abgelegt werden.
Freemailer wie z.B. web.de bieten recht gute Spam-Filter. Für Mailadressen, die mit der Domain der Website verbunden sind, gibt es meist auf dem Server die Möglichkeit, einen Spamfilter zu konfigurieren. Und auch im Mailprogramm selber können Regeln für eingehende Mails eingestellt werden.
Spam wird also leider nicht aus der Welt zu schaffen sein. Mit ein wenig Nachdenken kann man sich aber durchaus vor negativen Folgen zu schützen.