admin, 25. Januar 2010 1 Kommentar RSS
“Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen”. So sagt man ja gemeinhin. Ich war zwar nicht in fernen Länder, habe aber eine Reise durch das weite Web unternommen, und von der hätte ich auch so einiges zu berichten.
Gute Seiten, schlechte Seiten – könnte man sagen. Aber es geht natürlich auch detaillierter:
Hidden Champions ohne SEO-Kenntnisse
Es gibt wirklich tolle Seiten zu interessanten Nischenthemen. Nur leider fehlt ihnen oft das nötige SEO-Wissen, um die Seiten an vordere Positionen zu bringen. Deshalb findet man sie auch nicht in Google, sondern nur per Zufall. Vielleicht sind sie irgendwo verlinkt, vielleicht hat jemand ein Social Bookmark gesetzt oder vielleicht erfährt man auch offline von einer tollen Site.
Unter diesem Aspekt ist es durchaus interessant, einfach mal in Social Bookmarking-Diensten zu stöbern. Und Link-Seiten bekommen dadurch auch ein ganz anderes Gewicht, wenn sie eben nicht nur als “Link-Friedhöfe” für die Suchmaschinen gesehen werden, sondern tatsächlich interessante Links enthalten, die von Menschen verfolgt werden. Und genau das ist ja auch das Ansinnen von Google: Ausgehende Links nehmen der verlinkenden Seite keinen Page-Rank weg, sondern bringen – wenn sie sinnvoll sind – den Seitenbesuchern einen Nutzen und der Seite einen Pluspunkt.
Web 2.0 macht’s möglich
Auf meiner Reise habe ich Angebote gefunden, von denen ich vorher nicht mal geträumt hätte, weil ich nie auf die Idee gekommen wäre, dass so etwas möglich ist. Als Beispiel seien hier nur die Online-Optiker genannt. Mit den vielfältigen Möglichkeiten, Produkte in verschiedenen Größen und Perspektiven darzustellen und mit eigenen, hochgeladenen Bildern zu kombinieren, eröffnen sich etliche neue Geschäftsfelder.
Videos, Animationen und interaktive Anwendungen tragen ebenfalls dazu bei, dass sich die Web-Benutzer intensiv mit Produkten oder Dienstleistungsangeboten auseinandersetzen. Wer hier als Anbieter eine gute Figur macht und dann natürlich auch Offline eine gute Leistung abliefert, wird sicher über kurz oder lang die Früchte ernten können.
Netzwerke
Netzwerke aus inhaltlich zusammengehörigen Seiten sind eine feine Sache. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Und damit meine ich Netzwerke aus verschiedenen Seiten oder Diensten, die ganz offensichtlich nur aus verlinkungstaktischen Gründen aufgebaut wurden. Oft wird man schon stutzig, wenn die Layouts verschiedener Sites gleich oder zumindest sehr ähnlich sind. Wenn dann die Inhalte auch noch von zweifelhafter Qualität sind, bringt der Blick ins Impressum meist die Erleuchtung….
Da kann man es wirklich nur begrüßen, wenn Google weiterhin oder sogar zukünftig noch verstärkt auf Qualität setzt, um solche schwarz-grauen Schafe mit ähnlichfarbigen Hüten auf’s Abstellgleis zu schieben.
Schlechte Inhalte
Auch die gibt es natürlich massenhaft. Und mit schlecht meine ich hier wirklich sachlich falsch. Da habe ich kürzlich eine Seite über Tirol gefunden, die laut Impressum aus NRW stammt. Das ginge ja noch. Wenn dann aber Namen von Bergen falsch geschrieben sind und die Sehenswürdigkeiten, die für Aschau im Zillertal (Tirol) genannt werden, tatsächlich aber in Aschau im Chiemgau (Bayern) zu finden sind, wird mir ganz anders – und das nicht nur als bekennender Tirol-Fan
.
Wem kann man denn im Web überhaupt noch glauben, wenn man sich als Unbedarfter über etwas informieren möchte? Und was möchte der Betreiber einer solchen Seite damit bezwecken?
Traffic generieren und über Anzeigen Geld verdienen? Das wäre das einzige, was mir einfällt.
In dem oben beschriebenen Fall könnte man ja einfach raten, den offiziellen Seiten der Tirol-Werbung oder der Tourismusverbände mehr zu glauben als privaten Seiten, die nicht in der Region zu Hause sind. Aber damit tut man mitunter dem einen oder anderen Hidden Champion aus dem ersten Block Unrecht, da es ja durchaus viele Privatpersonen gibt, die sich in ihrem Fachgebiet sehr gut auskennen und hochwertige Informationen im Web zur Verfügung stellen.
Vergleichen und mehrere Quellen zu Rate ziehen, kann also nie schaden, ebenso wie ein wacher Hausverstand und ein kritischer Blick ins Impressum. Denn wenn – tatsächlich gesehen – sich der Betreiber dort schon selber von der Richtigkeit seiner Informationen distanziert und auf einen Fachmann verweist, kann man diese Seite getrost schnellstens verlassen.
Verwirrende Herkunft
Bei den Top-Level-Domains wird auch beliebig gemischt. Wenn ich eine Seite über eine österreichische Stadt unter Verwendung des Stadtnamens unter einer *.de-Domain finde, ist doch gleich wieder Stirnrunzeln angesagt. Die offizielle Seite der Stadt kann es sicher nicht sein, denn die kann einfach nur eine *.at-Domain haben.
Und warum ein deutscher Bookmarking-Dienst (mit deutscher Adresse im Impressum) eine *.at-Domain verwendet? Wenn der gleichlautende Domainname mit *.de schon besetzt gewesen ist, besteht aber nun das Problem der Verwechslungsgefahr. Frühes Erscheinen sichert die besten Plätze, und wer das versäumt hat, muss einfach die besseren Ideen haben, um erfolgreich zu sein.
Bei *.de und *.at ist ja wenigstens noch die Sprache gleich, aber bekanntermaßen bevorzugt ja Google.de *.de-Seiten ebenso wie Google.at *.at-Seiten. Und wer mit seiner Länderdomain nun partout nichts am Hut haben will, der kann ja immer noch auf die länderneutralen Top Level Domains wie *.com, *.net oder auch *.eu ausweichen.
Fazit
Augen auf im Web! Man sollte also einerseits Augen für das Blümelein am Wegesrand haben und andererseits kritisch genug sein, die Spreu vom Weizen trennen zu können. Das ist wahrscheinlich nicht immer einfach, aber ich denke, es lohnt sich, die guten Seiten im Web zu entdecken und diese dann auch weiter zu empfehlen.
30. Januar 2010 um 2:49
Ich denke, je mehr Seiten ins Netz gestellt werden, um so mehr steigt auch de Anteil an “Müll”. Das ist wohl leider so! Man braucht schon eine verdam.. gute *Navigation*, um nicht ständig in einer Sackgasse zu landen. Aber wie sollte diese denn aussehen – Suchmaschinen, Verzeichnisse…? Die besten Treffer habe ich soweit immer per Zufall oder eine direkte Empfehlung erzielt….