geschrieben von Marion Engel am 4. Juli 2008 um 9:39 Uhr
Während auf der einen Seite mit Web 2.0 die Web-Sites immer ansprechender und die Online-Shops immer benutzerfreundlicher werden, findet man auf der anderen Seite beim täglichen Stöbern im Web immer wieder krasse Verstöße gegen die Regeln der Web-Usability. Daas ein oder andere müsste einem ja fast schon der Hausverstand verbieten. Aber die Menschen sind verschieden, die Geschmäcker unterscheiden sich ebenso wie die Dinge, auf die der einzelne Wert legt.
Auf privaten Web-Sites kann ja noch jeder machen was er will, aber auf Firmen-Sites sollte man sich an gewisse Konventionen halten. Es sei denn, man möchte keine neuen Kunden gewinnen oder bestehende verlieren. Hier nun ein paar Usability-Regeln an Hand von Negativbeispielen. Sollte einer meiner Leser seine Site erkennen – nichts für Ungut. Nun wissen Sie wenigstens, wo dringender Verbesserungsbedarf besteht.
Konsistenz und Gewohnheit
Innerhalb einer Website sollte Konsistenz herrschen, d.h. gleiche Elemente müssen auf jeder Seite an der gleichen Stelle stehen. Dies gilt ganz besonders für die Navigation, die zu den wichtigsten Orientierungshilfen des Benutzers zählt. Sie muss immer an der gleichen Stelle stehen und immer die gleichen Inhalte haben. Und so “hip und cool” das Web 2.0 auch sein mag, die Benutzer sind an gewisse Konventionen gewöhnt. Manche Elemente wollen sie einfach auf jeder Web-Site in gleicher Form wieder finden. Das folgende Beispiel hat hier einiges zu bieten. Das linke Bild zeigt die Navigationsleiste der Startseite, das rechte Bild die einer der Unterseiten:

Was fällt auf?
Schrift und Hintergrund
Schwarzer Text auf weißem Hintergrund, so wie es das Auge von gedruckten Werken gewöhnt ist, sollte auch im Web vorherrschen. Und wenn schwarz nicht gefällt, dann sollte es wenigstens eine dunkle Farbe sein, so dass ein ausreichend hoher Kontrast zum Hintergrund besteht. Grelle Schriften sind ebenso tabu wie grelle, dominante oder unruhige Hintergründe. Auch bewegter Text ist ein Relikt aus der Vergangenheit. Heute ist das Angebot an Waren und Dienstleistungen im Web so groß, dass die Benutzer unkomfortable Sites sehr schnell verlassen. Der erste Eindruck ist im Web überaus entscheidend, denn der Benutzer nimmt sich weniger als eine halbe Minute Zeit, um eine Seite zu betrachten und daraus auf den Wert der ganzen Site zu schließen.
Womit vergrault man seine Besucher also ziemlich sicher? Mit folgenden Kombinationen von Schrift und Hintergrund:

Menüs
Wenn es um die Gestaltung der Navigation geht, sind einige Vorüberlegungen nötig. Denn Menüs, die aufklappen, sollten nicht mehr als zwei Ebenen aufweisen. Wenn es gar nicht anders geht, kann im Ausnahmefall mal eine 3. Ebene sein. Aber dann muss wirklich Schluß sein, weil sich die Benutzer einfach nicht mehr zurechtfinden werden. Bei ausklappenden Menüs ist zudem ein gewisses Geschick mit der Maus erforderlich, um in die nächste Ebene zu gelangen. Das bedeutet umgekehrt, dass die Menüs hier eine gewisse Toleranz aufweisen sollten. Bei seitlich ausklappenden Menüs muss man auch bedenken, dass sie sich über den Inhalt legen. Dieser ist dann nicht mehr sichtbar, und andersherum kann der Hintergrund auch die Lesbarkeit des Menüs beeinträchtigen.
Aber auch in diesem Bereich gibt es Sachen, die es eigentlich nicht geben sollte:

Das soll für heute zum Thema Usability reichen. Aber zu diesem fast unerschöpflichen Thema gibt es demnächt sicher noch weitere Beiträge.
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4. Juli 2008 um 17:24
Schöner Artikel.
Aber sind das nicht Webseiten, die schon älter und nicht mehr weitergepflegt worden sind? Sieht auf jedenfall so aus. Vielleicht kannst Du ja ein paar aktuelle Beispiele nennen. Ich denke da wird die Ausbeute nicht so groß sein.
Viele Grüße
Mike
4. Juli 2008 um 18:11
Sicher sind das überwiegend ältere Seiten. Aber sie sind noch im Web und sind auch von anderen Seiten verlinkt.Sie sind also erreichbar und stellen die Visitenkarte des Unternehmens dar.
Eine weitere Regel der Usability ist ja auch, nur aktuelle Inhalte anzubieten. Und gegen die wird somit auch verstoßen.
22. August 2008 um 9:25
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