Vom Wert der Links für die Suchmaschinen

admin, 18. September 2009 4 Kommentare RSS

Links sind wichtig für das Ranking einer Seite in den Suchmaschinen. Das ist bekannt. Aber Link ist nicht gleich Link, und die Suchmaschinen ermitteln den Wert eines Links für das Ranking nach unterschiedlichen Kriterien.

Google betrachtet nicht nur die Links zwischen einzelnen Seiten, sondern erweitert den Blick zunehmend auf die ganze Domain. Deshalb können neue Seiten oder Seiten mit wenigen Links trotzdem gut positioniert sein, wenn sie zu einer wichtigen, vertrauenswürdigen und gut verlinkten Site stammen. Die „Domain-Autorität“ ist also ein wichtiges Element im Google-Algorithmus.

Interne Links vs. externe Links

Dass die Suchmaschinen Links zur Messung der Popularität, Bedeutung und Relevanz einer Seite verwenden, beruht auf der klassischen Zitat-Regel. Demnach ist das, was andere über einen sagen, wichtiger (und vertrauenswürdiger) als das, was man selber über sich sagt.

Eine gute interne Linkstruktur ist wichtig. Man muss die Anstrengungen in diesem Bereich (gute Ankertexte, keine unnötigen Links usw.) aber nicht übertreiben. Denn externe Links sind um einiges wichtiger, weil die Position einer Site/Seite von den Links von anderen Seiten abhängt.

Ankertexte

Die SEO-Experten haben es schon immer gewusst: Der Ankertext zählt zu den wichtigsten Faktoren beim Ranking und hat für die Suchmaschinen eine hohe Bedeutung.
Der Ankertext sollte nur aus wenigen genau passenden Begriffen bestehen. Das hat sich meist als günstiger erwiesen als die Verlinkung eines ganzen Satzes, der die Schlüsselwörter enthält.

PageRank

Alle Suchmaschinen verwenden einen iterativen Algorithmus für das Ranking – verwenden dafür aber unterschiedliche Namen. Jeder Link wird als Stimme für die jeweilige Seite betrachtet. Je mehr Stimmen, desto mehr Einfluss gewinnt die Seite.

Jede URL erhält von Haus aus einen kleinen Page Rank-Vorschuss. Enthält eine Seite n Links auf andere Seiten, erbt jede dieser Seiten 1/n des PageRanks der Seite. Je mehr ausgehende Links, desto geringer wird der vererbte PageRank für jede verlinkte Seite.
Der Rankingwert jeder einzelnen URL wird iterativ berechnet und kann Werte von 0 bis 10 annehmen. Er verhält sich logarithmisch, d.h. ein PageRank von 4 hat das 8-10-fache Gewicht wie ein PageRank von 3.

Der PageRank kann sowohl für einzelne Seiten und URLs als auch für ganze Domains berechnet werden.

TrustRank

Die guten und vertrauenswürdigen Seiten des Webs sind eng miteinander verlinkt. Außerhalb dieses „Kerns“ findet man erheblich mehr Spam. Berücksichtigt man also in einem Algorithmus, der der Berechnung des PageRanks ähnelt, nur die Links zwischen vertrauenswürdigen Seiten, lässt sich mit dem TrustRank messen, ob eine Site/Seite qualitativ hochwertig oder verspammt ist.

Es gibt allerdings kaum detaillierte Informationen zum Algorithmus. Wahrscheinlich ist jedoch, dass die Entfernung vom vertrauenswürdigen „Kern“ verwendet wird. Auch der umgekehrte TrustRank, der die Anzahl an Links auf bekannte Spam-Seiten misst, fließt in den Algorithmus ein. Hier wird ebenfalls die Site- und Seitenebene verwendet.

Das Fazit ist also relativ einfach: Man bemühe sich um Links von vertrauenswürdigen Seiten und verlinke nicht auf potenzielle Spam-Seiten.

Domain-Autorität

Auch wenn der Begriff oft diskutiert wird, gibt es keine allgemeingültige, formale Definition. Meist wird er mit einer Mischung aus Popularität, Bedeutung und Vertrauenswürdigkeit beschrieben, die die Suchmaschinen überwiegend aus Linkdaten berechnen. Auch das Alter der Site könnte einen Einfluss haben.

Suchmaschinen vergeben meist Punktwerte für die Autorität einer Domain, die sich an der Anzahl an Links orientieren. Die Domains, von denen man Links erhält, sind potenziell genauso wichtig (oder möglicherweise noch wichtiger) als die Seite, von der der Link stammt.

Vielfältige Linkgeber

Die Anzahl der verlinkenden Root-Domains steht in engem Zusammenhang mit guten Rankingwerten. Diese Metrik lässt sich für Spamzwecke schwer beeinflussen (besonders wenn man Domains mit gutem Ruf mit verschiedenen individuellen Linkprofilen benötigt) und zeigt die Popularität und Bedeutung sehr gut an.

Der zweite Link von einer Site ist also nicht so wertvoll wie der erste Link einer anderen Domain. Links von Sites, die vielfältige Links aufweisen, genießen also ein höheres Vertrauen und sind wertvoller als Links von einseitig verlinkten Sites.

Einheitlichkeit von Quelle und Ziel

Die Suchmaschinen beurteilen die Beziehungen zwischen Websites unterschiedlich. Sie berücksichtigen beispielsweise folgende Daten:

  • Anzahl reziproker Links
  • Datum der Domainregistrierung
  • IP-Adresse beim Shared Hosting oder C-Block der IP-Adresse
  • öffentlich zugängliche Informationen über Beziehungen oder Firmenübernahmen
  • Marketing-Verträge, die veröffentlicht wurden, maschinenlesbar und interpretierbar sind

Wenn die Suchmaschinen zu dem Schluss kommen, dass eine bestehende Beziehung Einfluss auf die „redaktionelle“ Qualität eines Links zwischen zwei Seiten hat, kann diesem Link weniger bis gar kein Gewicht eingeräumt werden.

Position des Links auf der Seite

Links aus der Fußzeile einer Webseite sind weniger wertvoll als Links in der Header-Navigation. Es hat sich auch gezeigt, dass die Suchmaschinen sich gegen übermäßig verlinkte Werbung wehren, indem sie den Links aus der Sidebar oder aus dem Footer der Webseite weniger Gewicht einräumen.

Am meisten bringen Links aus dem Content der Seite, sowohl hinsichtlich des Werts für das Ranking als auch für die Klickraten.

Inhaltliche Relevanz

Die Suchmaschinen haben verschiedene Möglichkeiten, die Seiteninhalte zu analysieren um festzustellen, ob zwei Seiten/Sites das gleiche Thema behandeln. Vor Jahren haben die Google Labs ein Tool entwickelt, mit dem sie für Inhalte aller Art (von Medizin über Immobilien, Marketing bis zu Sport) automatisch die Kategorie und Sub-Kategorie ermitteln können.
Möglicherweise verwenden die Suchmaschinen diese automatischen Systeme auch heute noch, um verwandte Themen zu erkennen und Links entsprechend der Qualität der Ergebnisse zu zählen.

Man kann aber trotzdem davon ausgehen, dass auch Links von Seiten zu verschiedenen Themen nützlich sind und dass die Untersuchung der Themenrelevanz mehr dazu benutzt wird, um Spamseiten oder Manipulationsversuche zu finden. Eine Site, von der erstmals auf Seiten zu bestimmten Medikamenten, Glücksspielen oder anderen zwielichtigen Themen verlinkt wird, erweckt sicher eher einen Spam-Verdacht.

Bewertung von Content & Kontext

Auch wenn das Thema einer Seite den Suchmaschinen nützliche Informationen über die Verlinkung liefern kann, sind Content und Kontext eines Links möglicherweise noch wichtiger zur Ermittlung des Wertes, den dieser auf die verlinkte Seite überträgt. Die Suchmaschinen versuchen automatisch herauszufinden, warum ein Link auf einer Seite existiert.

Bei redaktionellen Links sind bestimmte Muster erkennbar. Sie befinden sich im Contentbereich, verlinken auf relevante Quellen, verwenden akzeptierte Normen hinsichtlich HTML-Struktur, Wörtern, Phrasen, Sprache usw. Mit einer detaillierten Muster-Erkennung, lernfähigen Maschinen und großen Datenmengen können die Suchmaschinen „zulässige“ und redaktionell nötige Links erkennen, die eine Bereicherung des Content darstellen und diese von Links unterscheiden, die sich Hacker erschlichen haben, die durch die Weitergabe von Inhalten (mit wenig zusätzlichem Gewicht) entstanden sind oder gekauft wurden.

Geografische Position

Die geografische Position eines Links hängt stark vom ermittelten Standort des Hosts ab. Die Suchmaschinen, allen voran Google, können die örtliche Relevanz einer Root- oder Subdomain oder eines Unterordners immer besser erkennen.
Dafür können folgende Angaben verwendet werden:

  • Standort der IP-Adresse des Hosts
  • Länderkürzel der Top-Level-Domain (.de, .co.uk, etc)
  • Sprache der Texte
  • Anmeldung bei lokalen Suchmaschinen und/oder regionalen Verzeichnissen
  • Nennung einer physikalischen Adresse

Links von einer Seite/Site, die sich auf eine bestimmte Region bezieht, kann einer Seite (oder der gesamten Site) helfen, in der regionalen Suche besser abzuschneiden. Wenn ein Linkprofil einen starken regionalen Bezug aufweist, kann es schwer sein, in einem anderen Gebiet prominent zu erscheinen, selbst wenn es andere Daten zur Identifikation des Orts gibt (z.B. IP-Adresse, Domain-Endung usw.).

Verwendung von Rel=”Nofollow”

Auch wenn es das nofollow-Tag schon lange gibt, wird es von Google erst seit Januar 2005 unterstützt. Mit diesem Tag wird den Suchmaschinen mitgeteilt, dass den betreffenden Links kein Wert für das Ranking mitgegeben werden soll. Derzeit sind nur etwa 3% der Links mit nofollow versehen. Und mehr als die Hälfte dieser Sites verwenden nofollow bei internen und nicht bei externen Links.

Man kann allerdings nicht zu 100% sicher sein, dass sich die Suchmaschinen wirklich an dieses Tag halten. Es wird vermutet, dass Google Links von Wikipedia trotz des nofollow-Tags ein gewisses Gewicht einräumt.

Art des Links

Links kommen in unterschiedlichen Formen vor. Die drei wichtigsten Arten sind:

  • HTML-Textlinks
  • Links in Bildern
  • Links per Javascript

Google hat kürzlich bekannt gegeben, dass sie inzwischen auch die dritte Gruppe berücksichtigen, was ja früher nicht der Fall war, weil sie damit bezahlte Links ausschließen wollten. Seit einigen Jahren verwenden sie den Text im Alt-Tag eines Bildes ähnlich wie den Ankertext in Textlinks.

Andere Linkziele auf der Quellseite

Bei einem externen Link werden sowohl die Menge als auch die Ziele der anderen auf der Seite befindlichen Links berücksichtigt, um die Menge an Linkjuice zu bestimmen.

Der Linkjuice wird also auf die einzelnen Links der Seite aufgeteilt. Die Qualität einer verlinkten externen Domain kann aber ebenso Einfluss auf die Qualität des Links haben. Wenn die Seite beispielsweise aus dem Content nur auf einige wenige Seite zu einem bestimmten Thema verlinkt, kann das anders gewertet werden als eine lange Liste an Links auf viele verschiedene externe Seiten. Das eine ist nicht unbedingt besser oder schlechter als das andere. Die Suchmaschinen können sich aber auf eines der beiden Modelle festlegen und damit Links abwerten, die aus Verzeichnissen mit geringem Zusatznutzen stammen.

Die Suchmaschinen berücksichtigen sehr wahrscheinlich auch, wen die verlinkenden Seiten sonst noch unterstützen. Ein Link von einer Seite, die auf Seiten mit geringer Qualität, also Spam verlinkt, bringt also sicher weniger Wert als ein Link von einer Seite, die für hohe Qualität stehen und auf wertvolle Domains und URLs verlinkt.

Strafen im Zusammenhang mit Domains, Seiten und Links

Es ist kein Geheimnis mehr, dass die Suchmaschinen Seiten und Sites bestrafen – sei es mit dem Entzug der Fähigkeit, Linkjuice weiterzugeben oder mit dem kompletten Ausschluss aus dem Index. Im ersten Fall bringen Links von der Seite keinen Nutzen mehr für die Suchmaschinenergebnisse. Manchmal werden die Strafen öffentlich sichtbar (z.B. wenn die Seite nicht in den Suchergebnissen erscheint, obwohl Titel oder URLs klar zum Suchbegriff passen oder durch einen geringeren PageRank). Meist werden die Strafen aber im Verborgenen angewendet, so dass es den schwarzen Schafen nicht möglich wird, systematische Regeln zu erkennen.

Content und eingebundene Elemente

Je weiter sich Inhalte, Buttons, Siegel und in den Content eingebettete Links verbreiten, desto intensiver suchen die Suchmaschinen Wege, diese Flut einzugrenzen. Sie wollen zwar die meisten dieser Links berücksichtigen, einzelne Seiten aber nicht bevorzugen.

Es ist wahrscheinlich, dass die Suchmaschinen Muster in Inhalten und Links erkennen und zur Bewertung der Linkvielfalt und Qualität verwenden. Wenn die Suchmaschinen z.B. feststellen, dass die gleichen Inhalte mit den gleichen Links auf tausenden von Seiten erscheinen, können sie diesen weniger Gewicht einräumen als unterschiedlichen Linkarten und Inhalten. Sie versuchen damit, sich vor Manipulationen zu schützen.

Temporäre/Historische Daten

Die Suchmaschinen sammeln Daten darüber, wie neue und alte Sites und Seiten Links erhalten. Sie verwenden diese im Kampf gegen Spam und ermitteln Autorität und Relevanz. Wie diese Daten genau verwendet werden, ist nicht bekannt. Man kann aber ziemlich sicher davon ausgehen, dass alle Ergebnisse zur Verbesserung der Ranking-Algorithmen verwendet werden, damit die bestmöglichen Ergebnisse gezeigt werden können und das Spam-Aufkommen so weit wie möglich reduziert wird.

Quelle: SEOmoz


4 Kommentare zu “Vom Wert der Links für die Suchmaschinen”

  1. Dennis schrieb:

    Sehr gute und ausführliche Zusammenfassung. Im Grunde braucht man nur mit gesundem Menschenverstand an die Sache gehen. Man erkennt dann sehr schnell, dass z.B. ein Footer-Link weniger Wert sein muss, als ein Content-Link. Gleiches gilt für die Sidebar, massig ausgehende Links von einer Seite etc. Wie sollte es auch anders sein… Grüße, Dennis

  2. SEOptiker schrieb:

    Sher schöner Artiekl. Kurz und knapp alles angesprochen :)

  3. Hans Schmuck schrieb:

    Danke für die ausführliche Zusammenfassung. Ich habe mich gerade etwas näher über den Pagerank erkundigt, viele Blogger nannten den 17. September 2009 als entgültigen Termin, doch es hat sich wieder einmal nichts getan.

  4. Benjamin schrieb:

    Danke für die ausführliche Übersicht. Konnte einige Punkte auch in meinen Grundlagen übernehmen: http://seolicious.de/seo-grundlagen/

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