Vorteile der Web-Entwicklung vom Profi

admin, 24. März 2009 3 Kommentare RSS

Natürlich soll und kann man nichts verallgemeinern. Und was man hier und da mal erlebt, muss in anderen ähnlichen Situationen nicht genauso eintreten. Aber gewisse Tendenzen lassen sich im Laufe der Zeit erkennen, und um die soll es heute gehen.

An jeder Ecke werden WYSIWYG-Editoren oder Web-Baukästen angeboten, die suggerieren, dass der Aufbau einer Website ein Kinderspiel ist, für das keinerlei Programmierkenntnisse erforderlich sind. Das ist zwar nicht ganz falsch, aaaaber…. Dabei wird die Qualität des Ergebnisses außer Acht gelassen. Tools, so gut sie sein mögen, können die menschliche Arbeit und Intelligenz nur bedingt ersetzen.

Der Laie, der sich in der Webentwicklung nur rudimentär auskennt, ist allerdings nicht in der Lage, zwischen qualitativ hochwertigen und eher schlechten Seiten  zu unterscheiden. Und so bewertet er Webseiten eher nach optischen Aspekten, denn von Usability, W3C-Standards oder Suchmaschinenoptimierung hat er ja noch nichts gehört.

Schaut man sich beispielsweise Webseiten von Vereinen an, sieht man ganz gut, was ich meine. Von Frames bis zu Content Management Systemen gibt es dort alles. Große Vereine können es sich mitunter sogar leisten, auf einen externen Dienstleister zuzugreifen. Andere können sich nur Seiten aus einem Baukasten leisten oder verzichten ganz auf einen Internet-Aufritt.

Glückliche Vereine finden jemanden in den eigenen Reihen, der sich mit der Materie auskennt und zum Nulltarif hochwertige Webseiten erstellt. Ob diese Vereine allerdings von ihrem Glück wissen, ist eine andere Frage. Ich habe es leider schon oft erlebt und auch von anderen gehört, dass die Arbeit des Web-Masters viel zu wenig geschätzt wird – weil die Qualität von den Laien eben nicht richtig bewertet werden kann.
Und wenn persönliche Befindlichkeiten dann auch noch wichtiger als die objektive Beurteilung eines Arbeitsergebnisses werden, ist der Absturz in die Mittelmäßigkeit nicht mehr zu verhindern. Den Vogel hat kürzlich ein Verein abgeschossen, der einen optisch ansprechende, W3C-konformen und suchmaschinenoptimierten Internet-Auftritt wegen dieser persönlichen Befindlichkeiten aus dem Netz genommen hat und nun mit einer Uralt-Version eines WYSIWIG-Editors drei rudimentäre und einige leere Seiten anbietet. Tabellenlayout, Formatierungen im html-Code, keine Fehlerfreiheit, Baustellenseiten und fehlende Umleitungen indizierter Seiten – für Profis absolute NO-GOs. Aber der Laie hat scheinbar wenigstens das Glück, dass er nicht merkt, wie er seinem Verein selber schadet.

Wer würde denn im realen Leben auf die Idee kommen, seine Schuhe zum Besohlen zum Metzger zu bringen? Und wer würde zum Maler gehen, wenn er ein Stück Sahnetorte braucht? Niemand, oder?

Was natürlich nicht heißt, dass der Maler nicht ein begnadeter Hobby-Bäcker sein kann, oder dass der Metzger handwerklich sehr geschickt ist. Aber wer sich in seiner Berufsausbildung und in der täglichen Praxis mit einer Materie beschäftigt, muss sich zwangsläufig besser auskennen als jemand, dem nur die Freizeit dafür verbleibt.

Behält man diese Aussagen im Hinterkopf, ist man sicher besser gerüstet, die verschiedenen Verlockungen im Web realistisch einzuschätzen.
Bis beispielsweise ein Online-Shop gut funktioniert, dauert es zwangsläufig eine gewisse Zeit. Und auch wenn man beispielsweise Magento als Grundlage auswählt, sind ein paar Mausklicks leider nicht ausreichend, um den Rubel rollen zu sehen.

Und selbst ein Blog hat so seine Tücken – wie ich gestern feststellen musste. Wunderbare Templates stehen da zur Verfügung, für die es im Backend eine Vielzahl an Konfigurationsmöglichkeiten gibt, die überwiegend auch für den Laien verständlich und nutzbar sind. Diese Möglichkeit wird aber mit erheblichen Nachteilen im Code erkauft. Denn dieser enthält in dem von mir betrachteten Beispiel unendlich viele Codezeilen zur Formatierung, die eigentlich in ein Stylesheet gehören. Dort können sie aber nicht stehen, weil sie php-Befehle enthalten, mit denen offenbar die Konfiguration ausgelesen wird. Bis die Spider der Suchmaschinen dann zum wirklichen Text des Blogbeitrags kommen, ist ihnen wahrscheinlich schon der Appetit vergangen.

Wenn es sich “nur” um einen Blog für die Freunde handelt, ist das noch nicht so schlimm, aber wenn ein Laie diese Vorlage verwendet, weil er ja gehört hat, dass Blogs bei den Suchmaschinen so hoch im Kurs stehen, wird er möglicherweise eine Enttäuschung erleben.

Also: Augen auf im Web, Köpfen einschalten, dies und das kritisch hinterfragen und Partner suchen, die sich wirklich auskennen.


3 Kommentare zu “Vorteile der Web-Entwicklung vom Profi”

  1. Ralf Baier schrieb:

    Erschreckend, aber wahr! Hinzu kommt noch der überschüssige Code, der durch die ach so tollen Editoren generiert wird und unnötig den Quellcode aufpumpt.

  2. Ticket Info Berlin schrieb:

    Das Vereine oft nicht wissen, was Sie an einer kostenlos erstellten Website haben kann ich nur leidvoll bejahen. Was nix kostet is nichts wert. Tja so sind die Leute halt einmal…

  3. Heidrun schrieb:

    Hallo,

    ambitionierte Laien bringen oftmals erstaunliches zustande. Ich habe schon etliche gute Vereins-Seiten gesehen. Wenn es nicht so sehr auf die Suchmaschinenoptimierung ankommt, reicht es vielen Vereinen, dass sie im Web vertreten sind. Wer allerdings von seinen Seiten mehr erwartet, muss auch ein Blick “unter die Haube” des Templates werfen, die Programmierung auf den Prüfstand stellen. Für diese Dinge gibt es Fachleute. Einen Ölwechsel am Auto bringen viele noch hin. Wenn es um größere Dinge geht, die mehr Erfahrung und Können erfordern, wendet man sich an einen Fachmann. So ist es auch bei vielen Webseiten.

    Gruß
    Heidrun

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