Wann gewinnt der Online-Shop?

admin, 20. Januar 2009 3 Kommentare RSS

Heute gibt es mal wieder ein praktisches Anwendungsbeispiel und ein paar Tipps, die sich daraus ergeben.

Der Fall: Gesucht wird ein Ziffernstempel, also ein Produkt, das man einmal kauft und ewig benutzt, das es nicht an jeder Ecke gibt, aber an das abgesehen von der Grundfunktionalität keine besonderen Anforderungen gestellt werden.

Der erste Weg geht ins Internet, um einen Überblick über das Angebot zu erhalten. Dass das gesuchte Teil “Ziffernstempel” heißt, ist mir inzwischen bekannt, war es aber nicht von Anfang an. Und dass es auch noch Numerteure gibt, habe ich auch erst auf der Suche gelernt.

Tipp 1: Gehen Sie als Anbieter nicht davon aus, dass ihre Kunden die Fachterminologie kennen. Verwenden Sie auch umgangssprachliche Begriffe oder Umschreibungen auf Ihren Seiten und betreiben Sie dafür Suchmaschinenoptimierung.

Selbst wenn Google den Weg auf die Seite eines Anbieters gewiesen hat, muss das noch nicht das Ende der Suche sein. Denn manchmal ist der Suchbegriff auf der Trefferseite nicht mal enthalten. Oder aber der nicht sachkundige Interessent landet in einem Shop, der zu spezialisiert oder zu voll ist, was die Orientierung erschwert.

Tipp 2: Gestalten Sie leicht verständliche Landing-Pages, die sich mit nur einem abgegrenzten Thema beschäftigen. Optimieren Sie die Seite für die themenrelevanten Begriffe. Und vergessen Sie nicht, das Meta-Tag “Description” zu pflegen, damit die Benutzer aus den Suchergebnissen leicht erkennen können, was die Zielseite bietet.

Nachdem die erste Marktübersicht im Internet erfolgt ist, kommt vielleicht die Idee, den Stempel bei einem örtlichen Anbieter zu besorgen. Aber wer bietet in meiner Stadt Stempel an? Neja, Google wird es mir schon sagen…. oder auch nicht?

Tipp 3: Tragen Sie Ihren Laden im lokalen Branchencenter bei Google ein, damit er bei lokalen Suchanfragen gefunden wird. Und verwenden Sie Ihren Standort auch mindestens auf einer Seite als Schlüsselwort für die Suchmaschinenoptimierung.

In meinem Fall hat mir Google nicht wirklich geholfen, einen örtlichen Anbieter von Stempeln zu finden. Aber da war doch noch was – offline – Gelbe Seiten oder Telefonbuch genannt. Keine Masse, aber Klasse, denn ein Anbieter hat sogar seine Internet-Adresse ins Telefonbuch drucken lassen.

Tipp 4: Kombinieren Sie Online- und Offline-Medien. Aus der Offline-Welt lassen sich die echten Interessenten gerne ins Web umleiten, um dort ausführliche Informationen zu sammeln.

Die Freude über den lokalen Anbieter währte im konkreten Fall allerdings nur kurz. Nicht nur, dass der Eintrag im Telefonbuch nicht mehr aktuell und der Laden umgezogen war, sondern auch, dass es keine konkreten Informationen zu den Produkten auf den Webseiten gab. Und hier zeigt sich der Vorteil der Online-Shops. Auch wenn die preisliche Transparenz nicht allen Anbietern gefällt, hat sie für den Kunden doch Vorteile – und letztlich für den Shop, in dem er kauft, auch.

Tipp 5: Bieten Sie standardisierte Produkte in einem Online-Shop an, zumal wenn es der Mitbewerb auch tut. Oder stellen Sie auf Ihrer Webseite dar, welche Vorteile der Besuch in Ihrem Laden bietet, die beim Online-Kauf nicht vorhanden sein können.

Nach längerer Suche haben sich zwei Shops vom Produktangebot und von den Preisen her als Favoriten herauskristallisiert. Und auf welchen fällt nun die Entscheidung?
Auf den Shop, der bei den Nebenbedingungen kundenfreundlicher ist. Und das ist eindeutig der Shop, der mit dem Trusted Shop-Siegel wirbt und auf Rechnung liefert.

Tipp 6: Denken Sie über ein Siegel für Ihren Shop nach, das den Interessenten Vertrauen und Seriosität signalisiert. Zwar sind diese Siegel nicht kostenlos, aber wenn sie Ihnen zusätzliche Kunden bescheren, wird sich die Ausgabe bald rechnen.

Nachdem die Entscheidung für einen Shop gefallen war, blieb nun nur noch die Aufgabe, die Bestellung aufzugeben. Wie schön, dass das online auch noch spät in der Nacht geht.
Mit dem ersten Stempel im Warenkorb geht es weiter durch den Shop zum zweiten Stempel. Als dieser jedoch im Warenkorb liegt, zeigt sich, dass der erste Stempel verschwunden ist. Hmmm, es sollte doch im Interesse des Anbieters liegen, dass die Kunden mehrere Artikel kaufen, oder? Auch in mehrfachen Versuchen lässt sich der Warenkorb nicht dauerhaft befüllen.

Was fällt einem da – leicht schaudernd – ein? Versuch’s mal mit dem Internet Explorer! Vielleicht ist der Shop ja nicht Firefox-kompatibel.
Ja, und das ist denn auch wirklich des Rätsels Lösung. Da hat der Anbieter Glück, dass ich seinen Trusted Shop-Siegel sehr hoch einschätze, denn sonst wäre ich auf Nimmerwiedersehen verschwunden.

Tipp 7: Testen Sie Ihren Online-Shop und die Webseiten in allen gängigen Browsern.  Hinweise, für welchen Browser optimiert wurde, sind ebenso out und tabu wie fehlende Funktionalitäten in den gängigen Browsern!

Nun also schnell ab zur Kasse, bevor der Warenkorb vielleicht doch wieder verschwindet. Kundenadresse eingeben, ok. Ob eine abweichende Lieferadresse möglich ist, lässt sich nicht erkennen. Neja, schreiben wir die halt in das Bemerkungsfeld, es wird schon schief gehen.
Kaum ein paar Klicks weiter erscheint dann ein Kästchen mit Haken, der angibt, ob die Kundenadresse auch Lieferadresse sein soll. Also Bemerkungsfeld wieder löschen und Lieferadresse eintragen. Und die Versandart muss ich auch noch wählen, sagt mir die Mussfeldkontrolle. Warum eigentlich, denn für die bereits eingetragenen Versandkosten gibt es doch nur eine Möglichkeit…

Tipp 8: Informieren Sie Ihre Kunden frühzeitig und deutlich über ihre Möglichkeiten an der Kasse.  Sowohl mit den Möglichkeiten als auch mit der Information können Sie weitere Pluspunkte beim Kunden sammeln. Und zufriedene Kunden kommen ja bekanntlich wieder oder empfehlen einen Shop weiter.

Fazit: Es gibt immer noch viel zu tun in der Online-Welt. Und es gibt auch noch immer viele Möglichkeiten, sich mit einem kundenfreundlichen Web-Shop vom Mitbewerb zu differenzieren. Man muss es eben nur anpacken. Je früher, desto besser.


3 Kommentare zu “Wann gewinnt der Online-Shop?”

  1. 10 Lesetipps der Woche für Shopbetreiber » shopbetreiber-blog.de schrieb:

    [...] Wann gewinnt der Online-Shop? von TechDivision [...]

  2. Hans Blazejewski schrieb:

    Moin moin aus dem Norden der Republik.
    Prima Artikel ” wann gewinnt der online-shop.
    Ihre Kritik kann ich nicht nur als Shopbetreiber sondern mehr noch als Endkunde nachvollziehen und finde sie zum Teil noch untertrieben.
    Sei es drum. Je mehr solche grottenschlechten Shops das Internet verseuchen um so besser für die anderen.

    Nur, wer im Steinhaus sitzt soll nicht mit Glas schmeißen. Oder war es umgekehrt.

    Nachdem ich Ihren Artikel gelesen hatte dachte ich: Ja mach ich, das mit RSS-Feed, wie Sie es so nett anbieten:
    >Abonnieren Sie jetzt unseren RSS-Feed und bleiben Sie so immer auf dem Laufenden!>
    Wenn Sie diese Fehlermeldung von Opera lesen, dann müßten Sie doch rote Ohren bekommen, oder?
    Die von Ihnen aufgerufene Adresse, feed://http//blog.techdivision.com/blog/feed/, ist zurzeit nicht

    Freundlichst von mir
    Hans Blazejewski

  3. Marion Engel schrieb:

    @ Hans Blazejewski: Ich habe gerade alle Links der Seite geprüft und kann kein Problem feststellen. Dass der Link in Ihrem Kommentar nicht funktioniert, liegt daran, dass das Komma mit in den Link einbezogen wurde.
    Versuchen Sie es doch bitte einfach nochmal.

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