Wolfram Alpha – was ist dran?

admin, 18. Mai 2009 kein Kommentar RSS

Wolfram Alpha ist also nun für jedermann zugänglich – mitten im Jahr, auch wenn ich bei dem Logo immer an einen Weihnachtsstern denken muss.
Jetzt stellt sich natürlich die Frage, was dieses neue Tool kann und ob wir die Veröffentlichung bejubeln dürfen.
Um Enttäuschungen vorzubeugen: Auch wenn sich Wolfram so schön deutsch anhört, ist Englisch die Sprache der Wahl. Mit unseren Umlauten hat WolframAlpha denn auch so seine Probleme. Eigennamen mit Umlauten werden leider nur teilweise gefunden, und gerne ohne Umlaut angezeigt. Ansonsten wird man mit deutschen Begriffen keine Ergebnisse erhalten.

Als erstes stellt sich natürlich die Frage, was WolframAlpha denn eigentlich ist. Eine Suchmaschine, weil Google gleich reagiert und neue Funktionalitäten anbieten will? Eher nicht, denn die Ergebnisse sind komplett anders, und Links spielen nur eine sehr untergeordnete Rolle. Anstelle von Links sollen Ergebnisse geliefert werden.

Die Bandbreite möglicher Fragen, die sinnvolle Ergebnisse liefern, ist sehr groß. Wer gerade Langeweile hat, kann einige Zeit mit WolframAlpha verbringen und wird immer wieder auf neue Aha-Erlebnisse stoßen.
Ich würde WolframAlpha eher mit Wikipedia vergleichen als mit Google. Aber auch dieser Vergleich hinkt und gilt nur für solche Fragen, die rein statische Informationen bieten. Dort ist WolframAlpha mit seinen Informationen um einiges kompakter, bietet nur die Kernfakten und bietet für Texte und Bilder einen Link zu Wikipedia an.

Hier nun ein paar Beispiele für interessante Anwendungsfälle mit WolframAlpha:

Vergleiche

Gibt man mehrere Begriffe getrennt durch Komma ein, liefert WolframAlpha einen Vergleich der dazu vorhandenen Angaben – sofern beide Begriffe aus der gleichen Kategorie stammen und mit den gleichen Kriterien beschrieben werden:

Vergleiche mit WolframAlpha

Mathematische Formeln

Parabeln, Nullstellenberechnung? Womit sich jeder Schüler plagen muss, kommt bei WolframAlpha binnen Sekunden auf den Monitor. Formel eingeben genügt:

Mathematische Formeln mit WolframAlpha berechnen

Auch bei anderen Gleichungen, Brüchen, Prozentzahlen, Winkelfunktionen aller Art ist WolframAlpha um keine Antwort verlegen. Auf Knopfdruck kann das Ergebnis als pdf-Datei ausgegeben werden, die man sich dann in der Nacht vor der Mathearbeit unter’s Kopfkissen legen kann.

Die Liste der Fachgebiete, in denen WolframAlpha antworten kann, ist lang. Man findet alles, und die Beispiele zeigen nur einen Bruchteil der Möglichkeiten:

  • Periodensystem der Elemente
  • Farbwerte
  • Bedeutungen von Wörtern
  • Wörter, die an bestimmten Stellen bestimmte Buchstaben enthalten
  • Wetterstatistiken eines Ortes in einem bestimmten Jahr
  • Berechnung des BodyMassIndex und weiterer Werte aus Körpergröße und -gewicht
  • Ermittlung eines Ortes anhand von Längen- und Breitengraden
  • Finanzdaten von Unternehmen
  • Zugehörigkeit von IP-Adressen
  • Umrechnung von Maßeinheiten
  • Kalenderfunktionen und Zeitzonen
  • Verwandschaftsverhältnisse
  • und noch viiiieles, viiiieles mehr

Das Angebot ist so umfangreich, dass man nie von selber auf die Idee kommen würde, was man alles fragen könnte. Deshalb geht man am besten die Liste der Beispiele durch und lässt sich inspirieren. Denn für manche Abfragen sollte man die Syntax der Abfrage kennen, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen.

Nun könnte man fragen, worin das Neue liegt, die Farbe zu einem RGB-Wert zu ermitteln, denn dafür gibt es doch bereits etliche Tools im Web. Richtig, aber merkt man sich die Adressen alle? Oder sucht man jedes Mal neu? Die URL von WolframAlpha kann man sich merken oder bookmarken. Und sie reicht aus, um alle Fragen der Welt zu beantworten. Und wenn die Kinder alleine bei WolframAlpha surfen, kann nichts weiter passieren, als dass sie schlauer werden.

WolframBeta in deutsch hätte mit Sicherheit das Prädikat “eierlegende Wollmilchsau” verdient. Das soll aber nicht heißen, dass dann Google und Wikipedia ihre Daseinsberechtigung verloren hätten. Alle drei Säulen können gut nebeneinander stehen und sich ergänzen, wenn sie ihre Aufgaben und Ziele sauber definieren und das auch von den Web-Benutzern richtig verstanden wird.


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