Amazon goes offline....

Dass der Onlineriese Amazon mittlerweile auch im klassischen Handel durch drei Amazon-Bookstores vertreten ist, dürfe inzwischen bekannt sein. Jetzt scheint Amazon aber im Offline-Handel tatsächlich ernst zu machen. Aktuell gibt es in den USA bereits 22 Amazon Pop-Up Stores in 12 Bundesländern und die Wachstumspläne sind sportlich.

Wer sich mit dem Amazon Gründer Jeff Bezos beschäftigt, weiß dass der Mann extrem geradlinig und ehrgeizig ist und nachdem er den Online-Handel revolutioniert hat und hier mittlerweile eine Marktposition erreicht hat, die manch einem die Schweißperlen auf die Stirn treibt, streckt er seine Fühler jetzt auch verstärkt in den Offline-Handel aus.

Während andere Unternehmen daran arbeiten um mit Amazon irgendwann konkurrieren zu können (schöne Grüße an die neue Wal Mart „Errungenschaft“ www.jet.com), arbeitet Amazon unermüdlich daran, den Kunden weiter „auf den Pelz“ zu rücken, ganz nach dem Ausspruch von Jeff Bezos

Wenn Sie sich auf die Konkurrenz konzentrieren, müssen sie warten, bis diese etwas macht. Wenn Sie sich auf ihre Kunden konzentrieren, können Sie Vorreiter sein.“

Seit kurzem gibt es eine Amazon-Landingpage, auf der die inzwischen bestehenden 22 Pop-Up-Store – in bestehenden Malls - in den USA aufgelistet werden. Und Amazon hat wieder einmal ehrgeizige Pläne.


Abb.: Bestehende Amazon Pop-Up Stores (Blau) sowie Amazon Bookstores (Orange)


Ein paar Pop-Up Stores gab es bereits in der Vergangenheit. Jedoch scheint hier aktuell richtig „Druck auf dem Kessel“ zu sein, da sich die Anzahl dieser Stores in den letzten Wochen und Monaten fast schon explosionsartig entwickelt hat. Gemäß eines Berichts von Businessinsider sollen bis Jahresende 2017 rund 30 Stores in den USA eröffnet sein und für 2017 plant der Konzern demnach die magische Grenzen von 100 Stores.

Interessant dabei ist, dass die Pop-Up Store vom Unternehmensbereich Devices betrieben werden, während die Amazon Bookstores vom Unternehmensbereich Handel geführt werden. Das Ziel der Pop-Up Stores, in denen primär Amazon Hardware gezeigt werden sollen, besteht darin Kunden mit Amazon Geräten (Kindle, Echo, etc.) vertraut zu machen. Interessenten sollten sich mit den Geräten auseinandersetzen und selbst ausprobieren, was man damit machen kann. Darüberhinaus sollen die Stores auch dazu dienen, Amazon Services wie z.B. Prime zu verkaufen. Gerade Amazon Echo scheint in den USA enorm erfolgreich angelaufen zu sein, so dass der Rest der GAFA-Ökonomie bereits in Zugzwang gerät.


Quelle: http://fortune.com/2016/09/09/amazon-pop-up-stores/

Während eines Aktionstreffens im Mai diesen Jahres sagte der Amazon CEO Jeff Bezos, dass das Unternehmen zukünftig aggressiver ihre Handelspläne voran treiben wird. Auch um zu lernen, welche Strategien im klassischen Handel am besten funktionieren. „Wir werden definitiv weitere Stores eröffnen. Wie viele das sein werden, wissen wir noch nicht. Aktuell ist es für uns wichtiger zu lernen als zu versuchen, möglichst viel Geld zu verdienen.“

Ein Amazon Mitarbeiter wird zudem zitiert, dass ein guter Einstieg darin begründet werden kann, dass man die Barrieren um Dinge einfach auszuprobieren um zu sehen wie sich etwas anfühlt, möglichst abbaut.

Aktuell hat Amazon eine Vielzahl an Stellen für den klassischen Handel ausgeschrieben, darunter eine Position „Senior Vendor Manager, Amazon Device Pop-Up Stores“ in der man folgendes lesen kann. Interessant ist hier insbesondere der zweite Satz:

„The Amazon Device Sales team is looking for a Sr. Vendor Manager to help us scale our new offline direct retail business. The Amazon Device Pop-Up stores have emerged from the test phase with a goal to expand and grow.“

Solche Stellenangebote sind inzwischen auch für Standorte verfügbar, in denen es aktuell noch keinen Amazon Pop-Up Store gibt, z.B. in Miami.

Dieses Engagement dürfte für Amazon nicht ganz billig sein, aber es bedeutet vermutlich auch einen signfikanten Einfluss auf die Wahrnehmung der Marke sowie die Verkäufe und zwar sowohl online als auch offline. Und Amazon lernt mit jedem weiteren Store dazu und generiert entsprechende Daten. Das Vorgehen kommt dann doch wieder ein wenig bekannt vor...

Gerade Amazon als extrem zahlengetriebenes Unternehmen, wird sich hier im Vorfeld die Daten der bisherigen Pop-Up Stores und das Umfeld sehr genau angesehen haben. Daher kann man davon ausgehen, dass die Stores positiven Einfluss auch auf den Online-Umsatz haben. Dies wurde in der Vergangenheit auch bereits von anderen Online Pure Player, die ins Filialgeschäft eingestiegen sind, bestätigt, z.B. Notebooksbilliger.de.

Wenn man sich jetzt wieder den berühmte Ausspruch von Jeff Bezos „It´s still day one!“ vor Augen führt, kann man möglicherweise erahnen, wo die Reise hingehen wird!

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