Aus E-Commerce wird Everywhere Commerce

Das „E“ steht schon lange nicht mehr nur für „Electronic“. Der Begriff E-Commerce hat sich in seiner Bedeutung gewandelt: Kunden wollen von überall in einen Kaufentscheidungsprozess einsteigen können. Dank moderner Technologien und Endgeräte wie Smartphones und Tablets ist dies mittlerweile auch kein Problem mehr.

Mit den Entwicklungen im Handel konnte mit Everywhere Commerce eine neue Ära erreicht werden. Ausgangspunkt ist der klassische Handel. In diesem Zusammenhang sorgt die Herausforderung E-Commerce für die Etablierung neuer Multichannel-Strategien. Mobile macht es möglich und verschmelzt unterschiedliche Medien zu einem crossmedialen Dialog. Anzeigen, Mailings, TV und Hörfunk, Banner, Blogs und Tweets – Kaufimpulse können überall gegeben werden. Zudem wird eine aktive Beteiligung der Kunden durch Social Commerce bzw. F(Facebook)-Commerce garantiert. In diesem Zusammenhang sei darauf verwiesen, dass Online-Pure-Player neben der Online-Werbung auf eine „greifbare“ Präsenz Wert legen und Print-Produkte für ihren Zweck nutzen. So gilt Print als Impulsgeber im Everywhere Commerce. Einzelne Medien haben ihre eigenen Stärken und Vorteile, die in Zukunft vermehrt miteinander kombiniert werden um Erfolge zu erzielen.

Die Frage Print oder Online ist in Zukunft hinfällig. Vielmehr müssen sich Händler Gedanken darüber machen Kunden gezielt und konsistent anzusprechen. Mittlerweile ist fast jedes zweite genutzte Mobiltelefon in Deutschland ein Smartphone. So gab es im Jahr 2012 29,5 Millionen Smartphone-User.

Abb.: Smartphones sind voll im Trend. Nutzerzahlen steigen.


Hinzu kommen Tablets, deren Entwicklungen und Auswirkungen für die E-Commerce-Welt ähnlich sind. Laut dem Branchenverband BITCOM besitzt bereits jeder dritte Deutsche ein Smartphone und jeder achte nutzt ein Tablet. Glaubt man Expertenaussagen, werden Hersteller in diesem Jahr weltweit 197 Millionen, im kommenden 266 Millionen und im Jahr 2017 sogar 468 Millionen Geräte verkaufen.

Laut Umfragen des Marktforschungsunternehmens Goldmedia steht die Internetnutzung für Smartphone-Benutzer mit 43 Prozent im Vordergrund, während „nur“ 42 Prozent damit telefonieren. Mit den neuen Technologien wird auch das Shopping zu einem neuen Erlebnis. Die modernen Möglichkeiten dynamisieren den Wandel im Konsumverhalten und sorgen für neue Trends. Viele Konsumenten informieren sich über ihr Smartphone über ein Produkt, während der mobile Kauf häufig auf dem Tablet stattfindet. Die Rede ist dann häufig vom sogenannten „Couch-Commerce“.

Die neuen Kommunikationskanäle sind in der Entwicklung des Handels sicherlich nicht zu unterschätzen und stellen eine wichtige strategische Bedeutung dar. Eine Untergangsstimmung im stationären Handel scheint jedoch übertrieben.
Die Bedeutung des M-Commerce wächst im Online-Handel merklich an. Nach dem Bundesverband für Versandhandel machte der Warenhandel über das mobile Internet im Jahr 2012 einen Umsatz von ca. zwei Milliarden Euro aus. Der Anteil lag somit bei 7,3 Prozent am Online-Warenumsatz, was insgesamt 27,6 Milliarden Euro ausmachte. Beim interaktiven Handel hat M-Commerce 5,1 Prozent zum Umsatz beigetragen. Laut der BITKOM-Studie besucht jeder dritte Smartphone-User über sein mobiles Endgerät Social Media Plattformen und tauscht sich dort mit Konsumenten über Marken und Produkte aus. Folglich entsteht F-Commerce (Facebook Commerce). Somit stellen Smartphones und Tablets wichtige Katalysatoren dar, die die Offline- und Online-Welt miteinander verschmelzen.


Abb.: Mittlerweile dominiert im Versandhandel die Online-Bestellung

Chancen für Mobile-Commerce

„Stationärer Handel“ vs. „Online“ war gestern! So eignen sich Apps für Smartphones und Tablets bestens um Produktinformationen, Angebote und Werbung auf die Displays zu bringen. Die mobilen Geräte sind persönliche Begleiter und stellen einen dauerhaften Berührungspunkt für den Handel dar.

So wird es in naher Zukunft möglich sein, dass mit einem NFC-fähigen Gerät (Near Field Communication Technologie) Einkäufe im Handel bargeldlos bezahlt werden können und das Handy als Geldbörse benutzt wird. Zudem sorgen Location based Services für ortsabhängige Angebote. So können User aktiv nach Angeboten in ihrer Nähe suchen. Das Smartphone wird somit zum Lotsen für potentielle Laufkundschaft.

Omnipräsenz wird in Zukunft zum entscheidenden Kriterium werden. Nachfolgende Graphik verdeutlicht, dass der Kaufentscheidungsprozess über viele Kanäle verstreut ist. Folglich ist es wichtig, dass das Produkt richtig platziert und positioniert wird.


Abb.: Phasen der Kaufentscheidung

Technische Trends: Augmented Reality und QR-Codes

Innovative Techniken bilden meist die Brücke zwischen Offline und Online. So auch Augmented Reality und QR-Codes, auf die im Folgenden näher eingegangen werden soll.

Bei Augmented Reality handelt es sich um eine Ergänzung zur realen Welt durch computergestützte Textinformationen oder Grafiken in Echtzeit. Dabei kann der User sein Smartphone auf eine markierte Stelle im Text halten, was wiederum Animationen direkt auf seinem Bildschirm erzeugt. Ein gutes Beispiel dafür ist der IKEA-Katalog. So können Leser mit der IKEA-App auf dem Smartphone Seiten des Katalogs scannen und weitere Informationen online abrufen. Dabei werden Usern zusätzliche Tipps und Einrichtungsvorschläge gegeben oder es werden passende Animationen oder Videos gezeigt, die einen Mehrwert für User darstellen und Produkte greifbarer machen.

Im Gegensatz zu Augmented Reality sind QR-Codes bereits für eine breitere Masse zugänglich und weit verbreitet. Dabei verbinden QR-Codes, die aus einer quadratischen Matrix aus kleinen schwarzen und weißen Flächen bestehen und Datencodes binär darstellen, Gedrucktes mit der digitalen Welt. Bereits jetzt sind die Codes auf Plakaten, Anzeigen, Produktpackungen, etc. zu finden und schon fast zu einer Alltagsnormalität geworden. QR-Codes sind meist der Schlüssel zu einem tieferen Kundendialog. Dabei werden User beispielsweise gezielt auf Landingpages mit speziellen Produkten geführt. Die Nutzung von QR-Codes ist vielseitig und stellt sicherlich ein großes Potential in der E-Commerce-Welt dar.


Abb.: Nutzung von QR-Codes

Fazit

Der Einsatz crossmedialer Strategien wird in Zukunft immer wichtiger und durch neue Technologien vorangetrieben. Die Trends im Everywhere Commerce sind wohl unaufhaltsam und Mobile-Commerce scheint auf der Überholspur zu sein. In unserem Blogbeitrag „Trends im E-Commerce 2013: Fakten, Zahlen, Entwicklungen“ haben wir uns weiter intensiv mit der Thematik beschäftigt.

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Josef Willkommer Geschäftsführer / CMO