Barrierefreie Webseiten

Manche müssen barrierefreie Webseiten anbieten, andere wollen es gerne und wieder andere behaupten, es zu tun, auch wenn es nach genauerer Prüfung manchmal gar nicht stimmt. Und meist wird hier vorrangig an Blinde gedacht, die sich die Seiten mit einem Screenreader vorlesen lassen. Aber eine Sehbehinderung ist längst nicht die einzige Barriere, die zwischen Mensch und Webseite steht. Was also verhindert einen uneingeschränkten Zugang zu den Webseiten?

Sehbehinderungen
Beginnen wir mit den Sehbehinderung, um klarzustellen, dass es bereits in diesem Bereich verschiedene Ausprägungen gibt. Hier gibt es die bereits genannte Möglichkeit, sich den Text durch einen Screenreader vorlesen zu lassen. Ist noch eine begrenzte Sehkraft vorhanden, kann es auch reichen, die Seiten bzw. vorrangig die Texte mehr oder weniger stark zu vergrößern. Dann gibt es noch Menschen, die mit kleinen Texten keine Schwierigkeiten haben, aber Farben nicht oder schlecht unterscheiden können, seien es alle Farben oder besonders die Unterschiede zwischen rot und grün.

Einschränkung des Hörvermögens
Auf der einen Seite gibt es Menschen, die taub sind und nicht hören können. Es gibt allerdings auch Hörende, die für das Internet taub sind, da sie den Lautsprecher des Rechners abgeschaltet haben.

eingeschränkte Beweglichkeit
Nicht alle Internet-Nutzer können 10 Finger zum Tippen benutzen oder mehrere Tasten gleichzeitig drücken. Manchen ist es nicht möglich, die Maus zu fassen und sicher auf ein Element zu führen.

begrenztes Aufnahmevermögen
Es kann sein, dass die Konzentration der Web-Besucher im Laufe der Zeit abnimmt, es kann auch sein, dass sie aus welchen Gründen auch immer nicht in der Lage sind, komplexe Zusammenhänge oder komplizierte Texte zu verstehen.

technische Einschränkungen
Diese betreffen nicht die Person, die vor dem Rechner sitzt, sondern den Rechner selber. So gibt es trotz DSL & Co noch immer Web-Benutzer, denen nichts anderes übrig bleibt, als über eine langsame Modem-Verbindung ins Internet zu gehen. Andere verzichten darauf, ständig neue Browser-Updates oder zusätzliche Programme zu installieren.

Eine ganze Menge unterschiedlicher Barrieren, die unterschiedliche Maßnahmen erfordern. Angesichts dieser Vielfalt denkt vielleicht mancher Website-Betreiber, dass die Menschen, die die genannten Einschränkungen aufweisen, sowieso nicht zu seiner Zielgruppe gehören, spezielle Maßnahmen also nicht erforderlich sind. Denkt man allerdings ein wenig weiter, stellt sich heraus, dass das eine Täuschung ist. Denn mit dem Abbau von Barrieren steigt der Nutzen der Web-Site auch für alle anderen Benutzer. Und in dieser Gruppe der Benutzer finden sich auch die Spider der Suchmaschinen, die ja beispielsweise für Bilder blind sind. Und auch wenn keine Behinderung vorliegt, wird der Benutzer eine gut strukturierte Web-Site mit verständlich formulierten Texten sicher höher schätzen als einen Ansammlung an Seiten, in der man sich nur schwer orientieren kann. Und Texte, die schwer zu lesen sind, wird man im Web noch viel schneller verlassen als im Print-Bereich.

Was lernen wir daraus? Von den Forderungen der Barrierefreiheit kann sich jeder Web-Site-Betreiber eine Scheibe abschneiden. Wie dick diese Scheibe sein muss, hängt von der Site, dem Thema und der genauen Zielgruppe ab.
Konkrete Tipps hierzu folgen in Kürze in einem separaten Beitrag.

4 thoughts on “Barrierefreie Webseiten

  1. Gehörlose Internetbesuche haben auch einen anderen Zugang zu Texten, da die sie eher visueller Natur sehen. Somit werden Texte manchmal mit Gebärdensprachenvideos unterstützt

  2. Richtig, weil die landläufige Meinung, dass Gehörlose ja problemlos Lesen können, nicht stimmt. Denn wer nicht sprechen und hören kann, tut sich mit dem Lesen lernen viel schwerer.

  3. Pingback: Barrierefreiheit: Tipps zur Umsetzung » SEO- und Internet-News by TechDivision

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