Das war die Meet Magento Deutschland 2018

Wie bereits die letzten Jahre, versammelte sich auch dieses Jahr die deutschsprachige Magento Community Mitte Juni wieder in Leipzig zum jährlichen “Magento Klassentreffen” aka Meet Magento Deutschland. Ein neuer Besucherrekord zeigt, dass Magento wieder zurück auf der Erfolgsspur ist.

Mit insgesamt über 800 Teilnehmern war die diesjährige Meet Magento so gut besucht wie noch nie und gerade von Händlerseite scheint das Interesse - aufgrund der positiven Entwicklung von Magento 2  und sicherlich auch durch den inzwischen fixierten Adobe Deal - sehr hoch zu sein. Die Meet Magento wurde bislang ja von in Deutschland gegründeten und ansässigen Magento Association veranstaltet, die in den letzten Jahren das Veranstaltungskonzept global ausgerollt hat und in diesem Jahr inzwischen 34 Meet Magento Events in 31 Ländern weltweit gemeinsam mit jeweils lokalen Partnern veranstaltet.

Während es in der Vergangenheit sowohl innerhalb der Community, als auch auf Kunden- und Interessentenseite immer mal wieder Irritationen über die Einordnung der Meet Magento innerhalb des Magento Ökosystems gabe, wurde auf der Imagine Konferenz im April diesen Jahres eine aus unserer Sicht nur logische Konsequenz kommuniziert, die zukünftig sowohl die Community stärken als auch das gesamte Magento Ökosystem weiter voranbringen wird: Aus der Meet Magento Association wird bzw. wurde die Magento Association als offizielles “Organ” von Magento Inc. Aktuell wird hierzu die neue Magento Association entwickelt und das Unternehmen zeigte alleine schon anhand der Präsenz mit rund 20 “offiziellen” Magento-Vertretern aus dem In- und Ausland, dass man zum einen wieder zurück zu den Wurzeln - nämlich der Community - findet und zum zweiten auch den deutschsprachigen Markt wieder verstärkt adressieren wird. Dabei möchte Magento durch die neue Ausgestaltung der Magento Association unter anderem folgende Ziele verfolgen:

  • Verstärkung und Support von Technologieprojekten
  • Globale Ausrichtung von Community Events
  • Schulungen & Trainings
  • Schaffung von Weiterentwicklungs- und Karrieremöglichkeiten
  • Diverse Community Initiativen

Gerade in den letzten Monat hat sich hier einiges sowohl marketing- als auch personalseitig getan, wodurch Magento in der DACH Region inzwischen präsenter denn je ist.

Die Eröffnungs-Keynote übernahm dieses Jahr der Magento Head of Product Mark Lenhard, der gleich zu Beginn auf die äußerst positive Entwicklung in Europa einging und hier gerade auch durch das “Schreckgespenst” der Datenschutzgrundverordnung aufgrund der Magento Cloud Edition, die hierfür entsprechend vorbereitet ist und Unternehmenskunden damit ein schnelles und sicheres Onboarding erlaubt, bestens vorbereitet ist. Mit dem Produkt erhalten Kunden im Prinzip Out-of-the-Box das Beste aus zwei Welten - die Flexibilität einer Open Source Lösung in Kombination mit der Leistungsfähigkeit, Skalierbarkeit und den Services einer Cloud-Software:

 

 

Mittlerweile wählen mehr als die Hälfte der Magento-Neukunden die Cloud Variante, Tendenz stark steigend - selbst in Deutschland, in dem das Thema Cloud im internationalen Vergleich bislang noch etwas hinterher hinkt(e).  

Während Magento gerade in der Anfangszeit vor gut 10 Jahren - auch aufgrund des Open Source Ansatzes - gerade bei kleineren und mittleren Kunden innerhalb kürzester Zeit enorme Verbreitung fand, hat sich Magento in den letzten Jahren signifikant weiterentwickelt und insbesondere durch Magento 2, das inzwischen seit eineinhalb Jahren verfügbar ist stärker in Richtung mittlerer und größerer Kunden und deren Anforderungen entwickelt. Mark Lenhard verdeutlichte dies durch nachfolgenden Slide:

 

 

Kleine Randnotiz über die wir schon ein wenig stolz sind: Vier der hier aufgeführten Kunden sind TechDivision Kunden.

Mark zeigte darüber hinaus die nachfolgende Folie mit den Top Contributors in Deutschland. Auch hier sind zwei TechDivision Kollegen mit dabei, die insbesondere am sog. Multi Source Inventory Feature (MSI) maßgeblich beteiligt waren bzw. nach wie vor sind. Hierbei handelt es sich um das bislang größte Magento Community Contribution Projekt, das auf der letztjährigen Meet Magento im Rahmen der damals neu gestarteten Community Engineering Offensive beim Magento Hackathon und den Contribution Days begonnen wurde und nach 12 enorm intensiven und arbeitsreichen Monaten auf der diesjährigen Meet Magento durch den Projektleader Igor Miniailo als Beta Version vorgestellt wurde.

Magento wird mittlerweile sowohl im B2C- als auch immer häufiger im B2B-Umfeld von unterschiedlichsten Analysten und Beratungsunternehmen als eine der global führenden Commerce-Lösungen geführt, wie die nachfolgende Folie recht eindrucksvoll demonstriert. Hierbei sind so “Schwergewichte” wir Gartner und Forrester dabei:

 

 

Er hob dabei insbesondere die Entwicklung von Magento von einem Nischen-Anbieter bei der ersten Erwähnung durch Gartner im Jahre 2013 zu einem sog. Leader erstmal 2017 und erst kürzlich erneut bestätigt bzw. nochmals verbessert, hervor.

Der Vorsitzende der Meet Magento Association Thomas Goletz, zeigt dann die äußerst positive Entwicklung der weltweiten Meet Magento Konferenzen, von denen es in diesem Jahr bereits 34 Events in 31 Ländern gibt und für kommendes Jahr 40 Events in 36 Ländern bereits in Planung sind. In der Folge erklärte er auch nochmals die Eckpfeiler für die neue Magento Association dann als fester Teil von Magento Inc.. Obwohl hier noch keine Details fixiert sind, hat man sich jedoch im Vorfeld bereits auf die nachfolgenden drei Parameter geeinigt:

  • Das weltweite Magento Ökosystem wird “schlüpft” unter das Dach von Magento
  • Die Meet Magento Association wird von Beginn intensiv bei der Ausgestaltung mit arbeiten und ist entsprechend umfassend involviert.
  • Magento Inc. sieht das Ganze als nachhaltigen und zukunftsgerichteten Schritt

 

 

Danach wurde eine “Abordnung” chinesischer Vertreter nacheinander auf die Bühne geholt, um Grußworte zu sprechen. Das Ganze war insofern sehr ungeschickt, weil das Publikum nach der Magento Keynote fachliche Infos und Input erwartete und stattdessen einen etwas unkoordinierte Englisch-Chinesischen Mix (teils noch mit Dolmetscher) präsentiert bekam, dem man als Zuschauer kaum folgen konnte und wodurch auch viele der Teilnehmer den Saal verließen. Bei dieser Aktion ging es scheinbar darum, dass Magento mit einigen Provinzen und Hochschulen in China zukünftig kooperieren wird und das Thema E-Commerce auch von offizieller Seite noch stärker in den Fokus rücken und supporten wird.

Im Vergleich zu den Vorjahren wurde heuer verstärktes Augenmerk auf Businesstrack für Entscheider gelegt. So gab´ es unter anderem folgende Vorträge:

  • What is possible in B2B with Magento Commerce
  • Fuß im Schuh? So verkaufst Du deinen Content emotional!
  • Digitalisierung von Unternehmensprozessen im B2B
  • Case Study BMW: In 8 Wochen zum MVP mit Magento 2.2 B2B
  • Content Commerce - Der Übermacht von Amazon Widerstand leisten.

Auf zwei Vorträge möchte ich jedoch noch explizit eingehen.

Der unbekannte Gigant China

Thomas Goletz erzählte dabei unter dem Titel “Meet Magento goes China & China goes Meet Magento” über seine Erfahrungen, nachdem er inzwischen rund ein halbes Jahr in China lebt und den dortigen Markt mit seinen Besonderheiten hautnah miterlebt und es wurde da einige echte “Brocken” serviert, die man sich durchaus mal auf der Zunge zergehen bzw. etwas genauer ansehen sollte:

  • Im April 2018 gibt es in China rund 801 Mio. Internetnutzer, wovon rund 56% das Web ausschließlich mobile nutzen, 79% zahlen auch über ihr Smartphone
  • Alipay & Wechat sind Marktführer mit einem Marktanteil von rund 93% und einem Transaktionsvolumen, das in etwas dem 12-fachen des US-Volumens entspricht. Eine der größten Unterschieden im Vergleich zu westlichen Payment-Variante: Die Gebühren sind mit 0,1% extrem niedrig.
  • Durch zum Teil sehr clevere, staatlichen Regulierungen und Einschränkungen hat sich über die Jahre quasi eine digitale Parallelwelt mit Alibaba, Wechat und Baidu etabliert die technologisch mit den westlichen Konkurrenten Amazon, Whatsapp und Google locker mithalten kann.
  • Die Aus- und Weiterbildung in China ist exzellent und es gibt eine äußerst engagierte Startup-Szene in ganz China.
  • Chinesische Kunden sind äußerst anspruchsvoll insbesondere in Bezug auf Services und gleichzeitig jedoch nicht besonders loyal. Diese Umstände führen dazu, dass nur die besten Unternehmen erfolgreich und für den Weltmarkt perfekt gerüstet sind.
  • Made in China 2025” als strategische Initiative, die man sich unbedingt näher ansehen sollte und die eine echte Bedrohung für den Westen darstellen kann.
  • Im Zuge dessen verwies er zudem auf die sog. “Belt and Road initiative”, die darauf abzielt, die Handelsrouten zwischen China und dem Westen auszubauen um den Handel zukünftig weiter zu stärken und entsprechendes Wirtschaftswachstum auch zukünftig sicherstellen zu können.

Multi-Source Inventory - Das bislang größte Magento Community Projekt

Neben diesem Abstecher nach China war der Vortrag von Igor Miniailo über das sog. Multi-Source Inventory Feature als das bislang größte Magento-Community-Projekt ein echtes Highlight, da es die enorme Schlagkraft der weltweiten Magento Community sehr eindrucksvoll beweist.

Im Rahmen seines Talks präsentierte Igor auch einige Daten und Fakten zum genauen Umfang des Projektes:

  • Das Projekt wurde beim Magento Hackathon und Contribution Day im Vorfeld der letztjährigen Meet Magento gestartet.
  • In den letzten 12 Monaten haben 70 Contributors und 16 Systemintegratoren an diesem Features mitgearbeitet und hierbei 601 Pull Requests übermittelt
  • Innerhalb des MSI-Projektes wurden 32 Module entwickelt
  • Der Umfang des Projektes beträgt aktuell fast 58.000 Zeilen Code. Dies entspricht in etwa 12% der gesamten Magento Codebasis.
  • Ab sofort steht eine Beta-Version von Magento MSI auf Github unter nachfolgendem Link zum Download zur Verfügung: https://github.com/magento-engcom/msi/wiki

Am Abend des ersten Tages ging es auch dieses Jahr wieder ganz traditionell in die Moritz-Bastei zur Meet Magento Aftershow-Party. Was soll ich sagen? Es war wieder sehr cool, sich mit bekannten und auch neuen Gesichtern auszutauschen. Für manch einen der Teilnehmer was die Party durchaus mit Nachwehen verbunden… (Grüße an FB aus B ;-))).

 

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Der zweite Tag

Nach einer kurzen Nacht, ging es am zweiten Tag dann gleich mit einem der Höhepunkte los: Der Verleihung der diesjährigen Meet Magento Awards:

1. Platz: Aigner

2. Platz: Frooggies

3. Platz: Frank Juice

Den Gewinnern auf diesem Wege auch nochmals herzlichen Glückwunsch.

Im Anschluss an die diesjährige Preisverleihung durften wir im Rahmen einer Keynote unser aktuelles Omni-Channel- und Marktplatz-Projekt für den Schuhhersteller Gabor vorstellen, das mittlerweile für einiges an Aufsehen sorgt, stellt es doch einen sehr interessanten Lösungsansatz für Hersteller unterschiedlichster Branchen dar, die zukünftig auch in den E-Commerce einsteigen wollen (D2C), dabei aber ihre bestehenden Handelspartner auch integrieren möchten.

Unter dem Titel “Next-Gen Shopping: Conversational Commerce with Magento” erläuterte Manuel Rülke von DAVE 42 auf äußerst unterhaltsame aber zugleich auch interessante Art und Weise warum man sich auch im E-Commerce-Umfeld mit Alexa & Co. beschäftigen sollte. Zugleich verwies er jedoch auch auf die aktuell noch vorhandenen Kinderkrankheiten dieser von manchem “Experten” als Next-Big-Think gefeierten Technologie, d.h. aktuell hat mir hier den Anschluss sicherlich noch nicht verloren.

Nach der Mittagspause durften wir dann nochmal ran. Diesmal ging es um das durchaus heikle Thema der Migration von Magento 1 zu Magento 2. Hierzu hatten wir einige Daten und Fakten eines weiteren, aktuellen und sehr umfangreichen Kundenprojektes in Form des neuen HALLHUBER Online-Shops dabei.

Bei dem für uns letzten Vortrag auf der diesjährigen Meet Magento Deutschland mit dem Titel “Bluefoot: More power for your Magento CMS” wurde auf das in der Vergangenheit oftmals auch durchaus zu Recht kritisierte Magento CMS bzw. das im kommenden Magento Release enthaltene, neue CMS eingegangen. Hierbei handelt es sich um das ursprünglich Bluefoot genannte Content Management System, das vor rund eineinhalb Jahren von Magento übernommen wurde und zukünftig als Magento Pagebuilder ab dem Release 2.3 noch in diesem Jahr verfügbar sein wird. Damit lassen sich dann ohne Programmier- kenntnisse einfach per Drag & Drop Landingpages und Themenwelten gestalten, wodurch zukünftig auf ein separates CMS ala TYPO3, Wordpress & Co. in den allermeisten Fällen verzichtet werden kann. Damit wird die Komplexität eines Shop-Projektes signifikant reduziert und zugleich die Möglichkeiten für den Shopbetreiber deutlich erhöht.

Fazit

Die diesjährige Meet Magento war erneut eine Reise nach Leipzig wert. Das Event entspricht im wesentlichen einem jährlichen Klassentreffen der deutschen Magento Community mit dem dazugehörigen “Who is who”. Die Location war dieses Jahr wieder sehr cool, die Party wie auch die Jahre zuvor legendär und der fachliche Austausch hat erneut großen Spaß gemacht. Bleibt nur zu hoffen, dass das Event nach der Übernahme der Magento Association durch Magento Inc. zukünftig auch richtig gesehen und entsprechend vorangetrieben wird. Insbesondere sollte vermieden werden, dass die Amis auf den Idee kommen, sich zu stark in die jeweiligen Länder-Events einzumischen. Wir werden in jedem Fall recht bald sehen, wie sich das Ganze weiterentwickelt zumal auf der Magento Live im Oktober in Barcelona Details zur “neuen” Magento Association präsentiert werden sollen.

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