„Ich habe auch Photoshop. Das gestalte ich einfach schnell selbst!“

Als Designer höre ich diesen Spruch leider viel zu häufig - von Freunden, Kunden und sogar Kollegen: „Ich habe auch Photoshop. Das gestalte ich einfach schnell selbst“. Dabei möchte ich am liebsten immer laut losschreien! „Halt. Nein. STOP!“ 

Warum Photoshop nicht mit Design gleichzusetzen ist

Wie problematisch dieser Gedanke für mich ist, zeigt folgender Vergleich: 

Ich kann einem Kind die Schlüssel zu meinem Auto geben. Es mag eventuell sogar fähig sein, es zu starten und sich in Bewegung zu setzen. Dazu raten würde mir aber niemand. Einen schönen Fahrstil hätte das Kind bestimmt nicht, unsicher wäre diese Fahrt auch – für das Kind und für die anderen Verkehrsteilnehmer. 

Und warum? Weil bei der Bedienung eines Autos, als auch bei der Teilnahme am Straßenverkehr, spezielle Regeln zu beachten sind. Die lernen wir, indem wir einen Führerschein machen. Haben wir keine Ahnung von diesen Regeln, führt das zu unangenehmen Situationen, zu Gefahren und im schlimmsten Fall zu Unfällen. Designunfälle gibt es auch. Und was für welche. Und die tun weh!

 

 

Sie passieren leider viel zu häufig. Und sie können genauso zu Verletzungen mit Todesfolge führen, wie Unfälle im Straßenverkehr.

„Übertreib doch nicht so!“ Klar, hier spritzt kein Blut, die Feuerwehr muss niemanden aus einem verklemmten Auto schneiden. Aber schlechtes Design, das seine Funktion nicht erfüllt und nicht vom Nutzer verstanden wird, kann Unternehmen viel kosten: Sie würden so gerne die neue Caprihose kaufen, welche Sie gerade im Webshop entdeckt haben. Sie passt perfekt zu ihrem Hawaii Hemd für den bereits gebuchten Sommerurlaub. Doch wo ist nur dieser blöde Warenkorb-Button? Nach durchschnittlich 3 Sekunden kaufen Sie diese Hose auf einer anderen Seite. Die Suche war Ihnen zu aufwendig. Warum schwer wenns auch einfach geht? Bei schlechtem Design ergeht es nicht nur einem User so, sondern vielen. Und dann? Die Umsätze sinken in den Keller, das kann im schlimmsten Fall zum Tode des Unternehmens führen. 

Was ist also die Lösung? Ein Designführerschein? Keine schlechte Idee. 

Der Ausdruck „Designer“ steht in Deutschland unter keinem ausreichenden Schutz. (Selbst wenn akademische Grade in diesem Fall geschützt sind.) Die Folge? Jeder Zweite mit Photoshop nennt sich so. Das schadet aber denjenigen, die eine richtige Ausbildung oder ein Studium genossen haben. Die ganze harte Arbeit, die Zeit, der Fleiß - alles umsonst. Auf meiner Visitenkarte steht ja nicht dabei, dass ich mein Studium mit einem Diplom abgeschlossen habe und bereits langjährige Berufserfahrung habe.

Es ist für uns alle klar, dass es ein gewisses Können braucht, um Auto zu fahren. Woher kommt also diese fehlende Wertschätzung im Design? Vielleicht weil Design etwas ist, das sich nicht messen lässt. Es ist nicht greifbar. Dennoch verstehen wir gutes Design in dem Moment, in dem es uns begegnet: Es ist intuitiv, schön, es funktioniert! 

Außerdem ist gutes Design unabhängig vom Tool, mit dem es erstellt wird. Adobe Programme sind schön und gut. Ein Stift und ein Blatt Papier tun es im Notfall aber auch – bei einem guten Designer mit dem gleichen Ergebnis: In unserem Fall ein funktionierender Webshop.

In diesem Sinne: Ich habe auch Photoshop. Das gestalte ich lieber selbst.

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