Mach ein Ticket draus... Warum Tickets sinnvoll sind!

Wenn man "nur schnell mal" was machen muss, z.B. nebenher einen Bug fixen, etwas am Setup-Script XY umstellen oder so, dann denkt man sich sicher oft: Wozu ein Ticket machen, das mach ich jetzt einfach so schnell! Dieser “Hau-Ruck-Ansatz” ist jedoch falsch und zudem gefährlich….

Tickets machen: Sichtbarkeit, Transparenz, Nachvollziehbarkeit

Das hören wir in letzter Zeit gehäuft. Es gibt aber auch viele gute Gründe, jede Arbeit - und sei sie vermeintlich noch so klein/trivial - in Tickets zu fassen. Der wichtigste ist: Eure Arbeit als Dev ist häufig erstmal unsichtbar. Auch die der POs, auch die von Marketing, auch die von Sales oder HR. Wir sind alle "Kopf-Arbeiter" (okay, manchen mehr und manche weniger... :-)). Man kann häufig nicht - wie beim Handwerker oder am Fließband - sehen, wie viel und was gerade in Arbeit ist oder in letzter Zeit gemacht wurde. Diese Sichtbarkeit von Arbeit ist eines der Grundprinzipien von Kanban. Man kann nicht managen, was man nicht sehen kann! Punkt!

Zweitens ist es wichtig, dass möglichst jede/r weiß, was jede/r tut oder getan hat. "Ich hab nur schnell mal bei X..." kann im Zweifelsfall dazu führen, dass bei Y irgendwas nicht mehr funktioniert oder passt. Vor allem in so komplexen Themen, wie dies häufig bei E-Commerce der Fall ist. Ist die Arbeit an X in einem Ticket (und würde darüber im Standup oder sonstwo gesprochen), wissen alle, wer wann was wie, und zwar im Zweifelsfall auch noch 4 Wochen später. Das ist in unseren Augen zentral für die Teamarbeit. Wenn Dich der Blitz bei weiß was trifft, sollten alle Kollegen wissen, was gelaufen ist!

 

 

Drittens kann das "nur schnell mal" sich auch ganz schnell auswachsen zu mehreren Stunden Arbeit (Stichwort Komplexität!). Das ist äußerst ungünstig für den Flow (sichtbare Dinge bleiben liegen, weil unsichtbare Dinge gemacht werden), und es ist auch “suboptimal” für die POs (Kapa = Geld wird unsichtbar verwendet, statt transparent und nachvollziehbar).

Was sind denn die Gründe, warum man kein Ticket macht? Wir hören hier häufig folgende zwei Punkte:

  • "Overhead" und/oder
  • Angst vor dem "Prozess-Korsett", denn nebenher mal schnell geht immer und ich muss nichts befolgen, Tickets haben Workflows usw.

Den ersten Punkt kann man aus unserer Erfahrung vernachlässigen. Ein Ticket ist echt schnell gemacht und spart in der Folge häufig enorm viel Abstimmugsaufwand und verhindert Probleme von Beginn an. Da sollte das “Invest” von ein paar Minuten für ein “Standard-Ticket” in jedem Fall drin sein und der Return dadurch überproportional

Der zweite Grund ist in unseren Augen ein Missverständnis. Und zwar weil...

 

Ticket heißt nicht gleich Prozess-Korsett

Wenn Prozesse für uns zu eng sind, uns stören, uns behindern, dann müssen wir sie gemeinsam auf den Prüfstand stellen. Die Prozesse sind für uns da, nicht wir für die Prozesse. Manchmal ist es aber auch einfach eine Frage der Disziplin und auch der Kollegialität, sich an Prozesse zu halten. Insbesondere in Agilen Teams gibt es sogenannte Retros, die - sofern Agile nicht nur ein Marketing-Buzzword darstellt - auch äußerst sinnvoll sind und bei uns permanent erfolgen. Damit haben die Teams kurzfristig regelmäßig Gelegenheit, über scheinbare oder echte Behinderungen durch Prozesse zu sprechen und Dinge zu verändern. Prozess-Korsett ist ein sog. "Prozess Smell" oder ein Zeichen für Disziplinlosigkeit bzw. Liebe zum Chaos.

Insofern kann man folgendes festhalten: Macht aus jeder Arbeit ein Ticket. Wenns ist, zieht das Ticket sofort auf Blocker (weil es Euch blockt?) und in Progress. Warum nicht? Entwickler haben auch das Recht, Blocker zu definieren. Redet halt kurz mit den POs drüber. Dies ist natürlich auch Aufwand, aber unter dem Strich eigentlich nicht sooo viel Aufwand. Wenn es viele solche Blocker gibt, wird der Schmerz sichtbar!

Ganz wichtig! Teamarbeit / agile Arbeit / Kanban-Arbeit usw. heißt immer: Kollaboration. Wir sind alle Teil eines komplexen Systems, sei es Team, eine einzelne Unit bzw. ein Unternehmens- bereich oder das gesamte Unternehmen. Das komplexe Bild eines Vogelschwarms verdeutlicht die Situation gerade in aktuellen IT-Projekte recht gut: Wenn ein einzelner Vogel, beispielsweise nur mal schnell die Richtung ändert, wird nicht viel passieren? Wie soll das gehen? Das ist Nonsense. Das geht nicht. In der heutige Zeit hoher Komplexität beeinflusst sich alles oder zumindest sehr vieles gegenseitig.

 

Bildquelle: pixabay

Insofern sollte folgendes gelten: Macht Tickets und kollaboriert, denn alles andere ist eine scheinbare Abkürzung, die durch lokale Optimierungen das Globale, z.B. die Arbeit eures Teams, suboptimiert!

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