Magento steigt im Gartner Magic Quadrant als Leader auf

Im letzten halben Jahr hat sich die nach der Abspaltung von ebay entsprechend positive Entwicklung bei Magento schon recht deutlich abgezeichnet und auch die Stimmung und Produktvorstellungen auf der vor rund vier Wochen in Las Vegas stattgefundenen Magento Imagine Konferenz hat die positive Entwicklung der führenden Open Source Shopsoftware erneut unterstrichen: Magento ist wieder auf der Überholspur!

Dieser positive Trend wurde jetzt auch durch den letzte Woche ganz aktuell vorgestellten Analysten-Report “Gartner Magic Quadrant for Digital Commerce” untermauert. Hier wird Magento erstmals als sog. Leader eingestuft und spielt dabei auch auf Analysten- und Branchenexpertenseite erstmals in einer Liga mit SAP Hybris, Salesforce (vormals Demandware), IBM und Oracle. Der Gartner Magic Quadrant dient vielen Entscheider als erste Anlaufstelle bei der Auswahl möglicher Softwaretechnologien und ist aufgrund der Erfahrung und Reputation von Gartner als ein sehr deutliches Zeichen für die Positionierung und Zukunftsfähigkeit einer Software einzustufen.

Im aktuellen Analystenreport zur internationalen Shopsoftware-Landschaft wurden 21 eCommerce-Systeme aus unterschiedlichen Länder und basierend auf unterschiedlichsten Technologien evaluiert.

Im aktuellen „Gartner Magic Quadrant for Digital Commerce“ werden folgende strategischen Annahmen herausgestellt, die für Shopbetreiber zukünftig sicherlich vermehrte Bedeutung erlangen werden:

  • Bis 2018 werden 40% der B2B Shopbetreiber Tools und Algorithmen zur Preisfindung und -optimierung einsetzen.
  • Im Jahre 2020 werden Unternehmen, die im Web entsprechende Vertrauenswürdigkeit aufgebaut haben rund 20% mehr Erlöse generieren, als solche die hier nicht entsprechende Investments tätigen.
    Im Jahre 2020 werden rund 25% der Onlinehändler einen Ansatz implementiert haben, der die Maxime “Der Handel kommt zum Kunden” verfolgt oder anders formuliert: erfolgreiche Onlinehändler müssen zukünftig noch stärker dort vertreten sein, wo sich auch ihre Kunden aufhalten. Das Web wird dabei sicherlich ein zentrales Element sein.
  • Im Jahre 2020 werden intelligente Personalisierungsengines – sicherlich auch getrieben durch den inzwischen starken Trend der künstlichen Intelligenz – Produktvorschläge anhand der jeweiligen Kundenabsichten unterbreiten und damit rund 15% Zusatzerlöse generieren.
Quelle: Gartner (April 2017) – www.gartner.com

Damit erhält Magento neben den positiven Nennungen in den Forrester Reports als sog. “Strong Performer” (sowohl im Bereich B2C als auch B2B) aber auch von IDC Marketscape und Frost & Sullivan eine weitere enorm wichtige Auszeichnung, die die Leistungsfähigkeit und Flexibilität von Magento verdeutlicht.

Die Gartner Quadranten

Gartner verwendet zur Einordnung und Visualisierung von Softwaretools vier Quadranten, die wie folgt bezeichnet werden und sich durch die nachfolgend beschriebenen Charakteristikas auszeichnen:

Leaders

Die sogenannten Leader zeichnen sich durch folgende Charakteristikas aus:

  • Umfassende breite und tiefe der vorhandenen eCommerce Funktionalitäten
  • Die eCommerce Funktionalitäten unterstützen unterschiedlichste Branchen und Businessmodelle
  • Die Software ist hochgradig skalierbar und ermöglicht damit auch sehr große Transaktionsvoluminas und entsprechende Online-Umsätze
  • Die Software bietet umfassende Vertriebs- und Supportservices sowohl direkt über den Hersteller als auch über ein vielschichtiges Ökosystem bestehend aus Implementierungs- und Technologiepartnern
  • Zusätzlich Funktionalitäten, die mit der Kernapplikation verknüpft werden können.

Leader verfügen darüberhinaus über einen entsprechenden finanziellen, technologischen und organisationsseitigen Background, namhafte Best Practises und können mitunter selbst als Benchmark herangezogen werden.

Evaluierungskriterien

Gartner beobachtet weltweit laufend rund 90 Anbieter von eCommerce-Lösungen. Im aktuellen “Gartner Magic Quadranten for Digital Commerce” wurden die 21 führenden Anbieter weltweit identifiziert und basierend auf einem umfangreichen Kriterienkatalog bewertet. Sofern eine Softwarelösung bei Gartner nicht genannt wird, bedeutet dies nicht, dass die Software schlecht oder nicht relevant/geeignet wäre. Es bedeutet lediglich, dass einige der Auswahlkriterien von Gartner nicht im entsprechenden Maße gegeben sind.

Details dazu können der Studie direkt entnommen werden.

Nachfolgend haben wir die wichtigsten Informationen von einigen in der Studie als sog. “Leader” bezeichneten eCommerce-Lösungen aus dem Gartner Report zusammengefasst. Hierbei handelt es sich um folgende Shop-Lösungen:

  • Magento
  • Salesforce
  • IBM
  • SAP Hybris

Bei den nachfolgenden Formulierungen handelt es sich um durch uns durchgeführte Übersetzungen aus dem entsprechenden Gartner Report, die zum Teil noch durch unser eigenes Wissen und unsere Erfahrung ergänzt wurden.

 

Magento

Magento wird aufgrund der stark wachsenden und sehr flexiblen Open Source eCommerce-Plattform als Leader eingestuft. Dabei wird die Software in unterschiedlichsten Branchen und von einer sehr großen Anzahl an Unternehmen in verschiedenen Größen und Ländern erfolgreich eingesetzt. Magento bietet zwei grundlegende Produktvarianten an, die beide Open Source sind, sich jedoch durch unterschiedliche Funktionalitäten und Supportleistungen unterscheiden. Ein Upgrade ist dabei grundsätzlich möglich: als Einstiegslösung dient hierbei die sog. Magento Community Edition, die bis zu einer Größenordnung von 1-2 Mio. Euro Online-Jahresumsatz ausreichend ist. Die Magento Enterprise Edition bildet dabei das Flaggschiff von Magento, das für mittlere bis große Shopprojekte und oder ambitionierte Online-Händler gedacht ist. Diese Version beinhaltet erweiterte Funktionalitäten – inkl. zukünftiger B2B-Features – sowie umfassende Supportleistungen. Dabei steht Magento Enterprise seit rund einem Jahr auch als sog. Cloud Edition zur Verfügung. Hierbei bedient man sich der Amazon Cloudinfrastruktur, die speziell auf Magento abgestimmt wird und um diverse Services – u.a. ein sog. Content-Delivery-Network – ergänzt wird. Der Großteil der Magentokunden bewegt sich in einem Umsatzsegment von mehreren Mio. Euro Online-Jahresumsatz bis hin zu rund 100 Mio. Jahresumsatz, wobei es auch einige Magento Großkunden gibt, die über die Plattform mehrere Hundert Mio. an Umsatz pro Jahr bewegen. Unser größtes Magento-Projekt hat im Rahmen einer umfassenden Promo-Aktion im Peak einen Ansturm von rund 20 Bestellungen pro Sekunde verarbeitet. Auf den Tag hochgerechnet bedeutet dies ein Bestellaufkommen von rund 1,2 Mio. Bestellungen an einem Tag. Damit wurde die grundlegende Leistungsfähigkeit der Software recht deutlich vermittelt.
Magento wurde Ende 2015 vom Investor Permira übernommen, der bereits in der Vergangenheit diverse recht erfolgreiche Investments im IT-Umfeld getätigt hat. Anfang diesen Jahres wurde zudem ein weiteres Investment über 250 Mio. Dollar durch Hillhouse, einen in Hong Kong ansässigen Großinvestor bekannt gegeben. Der Firmensitz von Magento befindet sich in Campbell, Kalifornien. Darüberhinaus werden mehrere Offices in Europa – u.a. in Barcelona und Dublin betrieben.


Stärken

Einer der ganz großen Vorteile von Magento liegt in der enormen Flexibilität. Aufgrund des Open Source Ansatzes sowie unzähliger REST APIs kann Magento nahezu an alle Anforderungen und Besonderheiten angepasst werden. Zudem besteht damit kein Vendor-Lock, wodurch größtmögliche Zukunftssicherheit gewährleistet wird. Neben dem individuellen Customizing steht mit dem Marketplace ein Marktplatz mit vielen verschiedenen Modulen und Erweiterungen zur Verfügung. Dadurch eignet sich Magento grundsätzlich für sehr viele Einsatzszenarien in unterschiedlichsten Märkten.
Darüberhinaus bietet Magento im Vergleich zu anderen Enterprise-Lösungen auch signifikante Kostenvorteile durch eine kurze Time-to-Market sowie ein sehr transparentes Preismodell auf Basis von unterschiedlichen Umsatzklassen. Bereits im Standard unterstützt Magento umfassende Mandantenfähigkeit in allen erdenklichen Ausprägungen. Darüberhinaus befindet sich umfassende B2B-Features derzeit im Beta-Stadium und werden noch in diesem Jahr standardmäßig in Magento Enterprise integriert. Damit lassen sich dann alle erdenklichen Szenarien (auch B2B + B2C) mit einer Instanz realisieren. Aktuelle Kundenbefragungen belegen, dass Magento Kunden von den TCO-Vorteile der Lösung überzeugt und mit der Software und den damit verbundenen Möglichkeiten insgesamt sehr zufrieden sind.
Mit Magento 2 wurde zudem nochmals massiv in die Bereiche Performance und Softwarearchitektur investiert. Hierzu zählt u.a. die Splitting der Datenbanken für Kunden- und Produktdaten sowie signifikante Verbesserungen am Checkout wodurch die möglichen Transaktionsvoluminas nochmals deutlich erhöht werden konnten.
An dieser Stelle sei zudem auch nochmals auf eine ganz aktuelle Studie der EU-Kommission verwiesen, die im Januar 2017 vorgestellt wurde, und das Thema Open Source Software in der Wirtschaft untersucht. Open Source, so das Kernergebnis der Studie „Study on the Economic impact of open source software on innovation and the competitiveness of the Information and Communication Technologies (ICT) sector in the EU“, ist aus der Wirtschaft nicht mehr wegzudenken. Ihr Marktanteil ist in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich gestiegen… Die Durchdringung des Marktes ist hoch: Viele öffentliche und private Organisationen und Unternehmen setzen Open Source ein. In der freien Wirtschaft sind es vor allem mittlere und große Unternehmen, die Open Source einsetzen.

 

Schwächen
Durch den Wechsel von Magento 1 zu Magento 2 und die massiven Änderungen an der Softwarearchitektur verschob sich der Launch der neuen Magento Version mehrfach. Magento 1 ist extrem weit verbreitet und für die Lösung stehen tausende von Extension und Erweiterungen für alle denkbaren Anforderungen zur Verfügung. Der Transitionsprozess dieser Module auf die neue Version dauert relativ lang und sorgt hier mitunter zu Unzufriedenheit.
Magento wird zwar bereits häufig für B2B Projekte verwendet, allerdings wurden bislang spezifische B2B-Funktionalitäten wie die Unterstützung von Einkaufsorganisationen, kundenindividuelle Preise etc. im Standard nicht unterstützt. In diesem Fall mussten bislang entweder gesonderte Implementierungen vorgenommen oder ggf. auf Drittanbietermodule zurückgegriffen werden. Mittlerweile ist für Magento B2B eine Erweiterung um eben solche Features als Beta-Version verfügbar. Das Ganze wird zukünftig komplett in Magento Enterprise als Standard integriert sein und noch in diesem Jahr als Stable-Release verfügbar sein.
Bei Magento handelt es sich um eine nordamerikanische Software und der Firmensitz befindet sich auch in Nordamerika. Die Software wird inzwischen jedoch von mehr als 260.000 Kunden weltweit eingesetzt, wobei der Marktanteil gerade auch in Europa und Asien sehr hoch ist. Diesem Umstand sollte und muss Magento zukünftig noch stärker Rechnung tragen um auf die Bedürfnisse und Besonderheiten der jeweiligen Märkte noch besser eingehen zu können.

 

Salesforce

Aufgrund der wachsenden Anzahl an B2C Kunden im Bereich Handel und Hersteller, sowie der kurzen Time-to-Market durch den SaaS Ansatz und die recht gute Bedienung wird Salesforce als Leader eingestuft. Beim Salesforce-Produkt handelt es sich um die vormals unter dem Label „Demandware“ bekannten Shop-Plattform die nach der Übernahme von Salesforce im vergangenen Jahr inzwischen in Salesforce Commerce Cloud umbenannt wurde. Die Software ist Multi-Mandantenfähig und verfolgt einen klassischen Software as a Service Ansatz, bei dem die Lizenzkosten als prozentualer Umsatzanteil abgerechnet werden. Dadurch eignet sich die Software insbesondere für margenstarke Geschäftsmodelle wie z.b. Fashion und ist hier insbesondere in Europa weit verbreitet. Als Hauptzielgruppe werden insbesondere Kunden mit einem jährlichen Online-Umsatz im Bereich von 50 Mio. bis 100 Mio. adressiert. Gemäß Schätzungen von Gartner betrug der Anteil der Demandware-Kunden, die mehr als 100 Mio. Dollar pro Jahr online umsetzen bei der Übernahme von Salesforce rund 11%, einige davon verzeichneten demnach Online-Umsätze im Bereich von 200 Mio. Dollar.

 

Stärken
Die Software ist besonders im B2C-Handel und hier wiederum verstärkt im Fashion-Umfeld unterwegs und verfügt hier über entsprechende Cases und Referenzen. Hierzu zählen auch diverse POS-Integrationen sowie AI Funktionalitäten für Email-Marketing und Produktempfehlungen. Neue Shops und Subshops lassen sich mit überschaubarem Aufwand realisieren und auch der Support sowie die SLAs erhalten von Salesforce Kunden sehr gute Noten.
Gartner geht davon aus, dass durch die Übernahme von Demandware durch Saleforce für beide Seite positive Effekte entstehen. Auf der einen Seite erhält Salesforce Zugang zu einer bestehenden und interessanten Kundenclientel und im umgekehrten Fall profitiert Demandware von den Vorteilen und Möglichkeiten, die ein Großunternehmen wie Salesforce bieten kann. Insbesondere die Verknüpfung von Commerce und CRM bietet dabei durchaus spannende Optionen und Möglichkeiten. Hier sollte allerdings berücksichtigt werden, dass ein Großteil der Salesforce Kunden aus dem B2B-Umfeld kommen, wohingegen die Commerce Cloud Kunden (vormals Demandware) im überwiegenden Teil klassische Händler bzw. Hersteller sind und damit dem B2C Segment zugeordnet werden müssen. Hier gelten mitunter grundlegend verschiedene Gesetzmäßigkeiten und Anforderungen.

Salesforce setzt auf ein klassisches SaaS Modell, d.h. eine Cloudlösung deren Vortei, insbesondere auch aufgrund der identischen Sourcecodebasis für alle Kunde, in kurzen Entwicklungszyklen und einer schnellen Time-to-Market liegt. Damit kann ein attraktiver TCO – insbesondere bei einer kurzfristigeren Betrachtung – erzielt werden. Die Software eignet sich daher insbesondere immer dann gut, wenn wenig technisches Know how bzw. entsprechende Kapazitäten vorhanden sind und ein sportlicher Zeithorizont vorgegeben ist.

 

Schwächen
Durch das gewählten Lizenzmodell über einen prozentualen Anteil am Umsatz (gestaffelt nach Umsatzklassen) kann bei entsprechenden Umsätze relativ schnell ein enormer Lizenzkostenblock anfallen. Daher sollten Kunden, die eine solche Lösung evaluieren, insbesondere auch die Kosten für einen mittleren Zeithorizont im Bereich von 3-5 Jahren sehr kritisch beleuchten. Neben den entsprechenden Kosten sollten hier insbesondere dann die damit einhergehenden Vorteile der Lösung in die Wagschale geworfen und sehr genau evaluiert werden.
Im Bereich B2B gelten sehr spezielle und mitunter auch sehr komplexe Anforderungen, die häufig enormes Know how und sehr tiefe Eingriffe in die Software bedeuten, sofern die grundlegenden Funktionalitäten nicht vorhanden sind. Gerade im Bereich B2B hat Salesforce signifikante Schwächen und es gibt hier – wenn überhaupt – auch nur wenige bekannte Cases.
Interoperabilität: Obwohl die Software inzwischen fester Bestandteil der Salesforce Produktfamilie ist, sollte man nicht von einer zu großen Integrationsfähigkeit bzw. Interoperabilität ausgehen. Die Software wurde zugekauft und umbenannt. Dies bedeutet bei einer solch komplexen Software und entsprechenden umfangreichen weiteren Produkten von Salesforce allerdings nicht, dass hier nahtlose Übergänge gegeben sind. Aktuell gibt es bzgl. der weiteren Integrationen innerhalb Salesforce auch noch kein konkreten Aussagen.

 

IBM

Auch IBM wird im Gartner Magic Quadrant im Bereich Shopsoftware aufgrund des Funktionsumfang der Unterstützung unterschiedlichster Geschäftsmodelle und Branche und namhafter Referenzen als Leader eingestuft.
Dabei umfasst das IBM eCommerce Portfolio folgende Produkte: Watson Commerce, Watson Commerce Insights, Order Management, Configure, Price, Quote, Watson Order Optimizer, Real-Time Personalization Solutions, Store Associate, Watson Content Hub und Watson Customer Experience Analytics (CXA). Obwohl IBM mit seinen Lösungen grundsätzlich jede Art von Kunden bedient, adressiert man mit deren Shoplösungen primär sehr große Kunden und Unternehmen die mit Online-Umsätzen ab 10 Mio. Dollar hantieren, wobei die Hauptzielgruppe sicherlich in einem Segment im Bereich von mehreren Hundert Millionen Dollar Jahresumsatz und darüberhinaus und mit sehr hohen Komplexitäten unterwegs ist. Außer im Bereich Tourismus findet man IBM in nahezu allen Branchen.

 

Stärken

Die großen Stärken von IBM liegen in der Beherrschbarkeit sehr hoher Komplexitäten und extremen Anforderungen an die Skalierbarkeit. IBM Watson Commerce unterstützt dabei hochkomplexe und sehr trafficstarke, globale eCommerce-Plattformen zu denen einige der größten Online-Händler der Welt gehören.
Durch die IBM Watson Technologie hat das Unternehmen insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz (AI), eines der Zukunftsthemen, ein sehr heißes Eisen im Feuer bzw. umfangreichstes Know How und die entsprechenden Tools. So verwendet maschinelles Lernen der IBM Watson Technologie u.a. für Predictive Merchandising und Predictive Search.
IBM gehört zweifelsfrei zu den etabliertesten Anbieter von Enterprise Technologien und verfügt hier sowohl über entsprechende Referenzen als auch über ein weltweites Partner-Netzwerk, das absolute High-End-Anforderungen realisieren kann. Insofern kann IBM hier sicherlich als eine Benchmark im Bereich Enterprise Commerce angesehen werden – mit allen Vor- und Nachteilen.

 

Schwächen
IBM verfolgt tendenziell einen ganzheitlichen und langfristigen Ansatz mit umfassenden Services. Auch Cloudhosting ist möglich, allerdings verfügt die Cloudlösung von IBM selbst gemäß den Angaben von Gartner nicht über Auto-Scaling-Funktionalitäten, wodurch die Infrastruktur bei zunehmendem Traffic automatisiert mit skaliert. Solche Funktionalitäten müssen hier anderweitig abgebildet werden.
Die Preis- und Produktpolitik von IBM ist sehr komplex und alles andere als selbsterklärend. Dies liegt zum einen an einer sehr modularen und komponentenbasierten Struktur bei der nicht sofort klar ist welche Komponenten beispielsweise für einen „B2B-Shop“ tatsächlich benötigt werden. Zum anderen auch an diversesten Parametern, die für das Pricing ausschlaggebend sind. Mit der AI-Techologie Watson kann IBM natürlich schon auch ein „nettes Pfund Zukunft“ in die Waagschale werfen. Allerdings ist auch hier kaum nachvollziehbar, was hier genau möglich ist bzw. welche Komponenten dann hierfür notwendig sind.
IBM ist ein „Veteran“ im IT-Umfeld – mit allen Vor- und Nachteilen. So ist es schon auch so, dass bestimmte State-of-the-Art Technologien erst sehr verspätete verfügbar sind oder manche Themen aktuell überhaupt nicht berücksichtigt sind. So ist beispielsweise eine REST-Api erst seit letztem Jahr verfügbar. Generell ist das Produktportfolio von IBM und die verschiedenen Versionen enorm und es empfiehlt sich alleine schon deswegen, einen Partner ist Boot zu holen, der über ähnlich lange und umfangreiche Erfahrung mit IBM verfügt.

 

SAP Hybris

Last but not least sei an dieser Stelle noch SAP Hybris erwähnt, das ebenfalls als Leader im Gartner Quadranten für eCommerce-Lösungen geführt wird. Hierbei handelt es sich um die ehemalige Enterprise Shopsoftware Hybris, die SAP im Jahre 2013 übernommen hat und zwischenzeitlich unter dem Label SAP Hybris vermarktet.
Bereits Hybris war als Enterprisesoftware bei diversen großen bis sehr großen nationalen und internationalen Kunden im Einsatz. Dieser Umstand war sicherlich auch ein Kaufargument für SAP und durch die Eingliederung in den SAP-Konzern hat sich der Enterpriseanspruch sicherlich noch weiter verstärkt. Ähnlich wie IBM bietet natürlich auch ein „IT-Dickschiff“ wie SAP umfangreiche Produkte und Komponenten rund um das Thema eCommerce an. Dazu zählen neben der eigentlichen Shoplösung u.a. SAP Hybris Customer Experience, SAP Hybris Marketing, SAP Hybris Profile, SAP Hybris Sales, SAP Hybris Service, SAP Hybris Revenue and SAP Hybris as a Service (YaaS) – bei letzterem handelt es sich um eine Extension-Plattform auf Basis von Microservices. Die Hauptzielgruppe von SAP Hybris liegt in einem Umsatzsegment von rund 50 Mio. Dollar bis 1 Mrd. Dollar p.a., wobei hier insbesondere bestehende SAP Kunden adressiert werden.

Stärken

Durch die große Bekanntheit und weltweite Verbreitung von SAP im Bereich ERP Software, profitiert natürlich auch der Bereich der Shoplösungen. So konnte SAP Hybris auch durch die so vorhandenen Kundenzugänge in den letzten Jahren stark wachsen. Die Software wird dabei sowohl im B2B als auch B2C Umfeld eingesetzt. Gartner schätzt dabei, dass SAP Hybris Kunden im Jahr 2016 online ein durchschnittliches Kundenwachstum von 36% realisiert haben.
Die Software bietet ein sehr umfangreiches Featureset, mit dem sich unterschiedlichste Einsatzszenarien abbilden lassen. Dabei investiert SAP in diverse, benachbarte Technologien und Lösungen um den Mehrwert für die Kunden weiter zu erhöhen. Dazu zählt mit SAP Hybris YaaS beispielsweise auch eine Plattform für Microservices, über die diverse SAP Produkte wie z.B. das ERP über den SAP Data Hub angebunden werden können. Zudem werden darüber weitere Funktionalitäten im Bereich Customer Experience, Marketing, Content-Management und Kundenservice realisiert.
Aufgrund der Größe und weltweiten Verbreitung sowie Akzeptanz von SAP besteht auch umfassendes Netzwerk an entsprechenden Dienstleistungs- und Technologiepartnern. Dazu zählen insbesondere auch große Unternehmensberatungen wie Accenture, Deloitte und Capgemini. SAP Hybris verfügt zudem über diverse Module und Erweiterungen bzw. Branchenlösungen für spezifische Anwendungsfälle wie z.B. Versicherungen oder die öffentliche Hand.

 

Schwächen
Die Software kann sowohl on-premise als auch in einer Private Cloud als Einzelinstanz betrieben werden. Dadurch lassen sich zwar viele Szenarien und Anforderungen abbilden, jedoch ist die Flexibilität nicht so groß, wie man manch anderem System – insbesondere wenn diese umfassende Mandantenfähigkeit unterstützen.
SAP hat in der Vergangenheit sehr viel Aufwand bei der Bewerbung und Vermarktung des SAP Produktportfolios und insbesondere auch der SAP Hybris Saas Microservice Plattform betrieben. Allerdings ist die Positionierung von SAP Hybris und der Microservice Plattform – die eher als Marktplatz für zusätzliche Cloud-Dienste zu verstehen ist – mit den entsprechenden Möglichkeiten aber auch Einschränkungen – noch etwas undurchsichtig.
Gerade im Bereich Customer Experience, Marketing und Content Management bietet SAP Hybris zum Teil nicht den Funktionsumfang, den andere Lösungen bereitstellen. Daher muss hier ggf. auf weitere Tools und Lösungen zurückgegriffen werden, was die Komplexität und damit auch Zeit und Kosten eines Projektes entsprechend erhöhten kann.

 

Fazit

Jede der genannten Softwarelösungen beweisst alleine schon aufgrund der Auszeichnung im Gartner Report ihre Praxistauglichkeit und Verwendbarkeit, selbst für sehr anspruchsvolle Projekte. Dabei hat natürlich auch jede der genannten Lösungen Ihre Stärken und Schwächen. Daher sollte eine vorschnelle Entscheidung für eine Lösung X tendenziell vermieden werden und statt dessen das vorhandenen Umfeld, die Infrastruktur sowie die genauen Anforderungen und Ziele möglichst neutral und ergebnisoffen evaluiert werden. Hier kann es durchaus Sinn machen, einen externen Berater für eine solche Evaluierung bzw. die Begleitung eines entsprechenden Evaluierungsprozesses zu beauftragen. Die Entscheidung über eine entsprechende Technologie sollte dabei zu einem möglichst späten Zeitpunkt erfolgen, da man sich andernfalls zu sehr an den Vorgaben der Technologie orientiert und damit im Worst-Case viele mögliche Potentiale ungenutzt lässt bzw. die Gefahr einer “Verlegenheitslösung” doch recht groß ist.

Als Dienstleister im Open Source Umfeld sehen wir natürlich einige ganz entscheidende Vorteile bei einem solchen Ansatz – insbesondere im Bezug auf Flexibilität und Zukunftssicherheit – jedoch soll an dieser Stelle auch nicht verschwiegen werden, dass alle genannten Lösungen – und daneben gibt es ja noch unzählige weitere – durchaus ihre Daseinsberechtigung haben und es sicherlich auch immer wieder Fälle gibt, wo solche Lösungen Vorteile haben. Am Ende des Tages entscheidet hier sicherlich auch ein Stückweit die Company-Policy, Zeit- und Budgetvorgaben, persönliche Eindrücke sowie der entsprechende Dientleister. Eine Diskussion auf Featureebene macht auch unserer Sicht nur in seltenen Fällen Sinn, da alle genannten Lösungen zur genüge und in der Praxis bewiesen haben, dass sie grundsätzlich verwendbar sind.

Unterm Strich sehen wir die Auswahl der passenden Shop-Technologie recht sportlich und stellen uns gerne jeder Konkurrenz, da am Ende häufig der bessere gewinnt – und dies ist auch gut so! In diesem Sinne freuen wir uns auf den Wettbewerb und auf entsprechende Herausforderungen! Sollten Sie noch Fragen zu Magento oder zu eCommerce-Themen im Allgemeinen haben, freuen wir uns sehr über Ihre Kontaktaufnahme. Ein paar Einblicke zu einigen Referenzen finden Sie auf unserer Webseite sowie in unserem Partner-Profil.

 

 

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