Return on Time Investment – eine Metrik für dich, nicht den Meeting-Moderator

Return on Time Investment (ROTI) wird gerne verwendet, um am Ende eines Meetings zu erfassen, wie wertvoll die einzelnen Teilnehmer das Meeting fanden. Jedoch wird ROTI falsch verstanden bzw. verwendet, wenn man es als „Bewertung“ für den Meeting-Facilitator sieht!

Ein niedriges ROTI bedeutet, dass der Teilnehmer die Zeit lieber anders verbracht hätte, so hätte er mehr von der Zeit gehabt. Ein hohes ROTI bedeutet, dass die Zeit im Meeting wertvoll war und sich die Teilnahme gelohnt hat. Wir benutzen meiste eine einfache Skala, auf der man ein Kreuz macht, manche verwenden eine Skala mit 4 Quartilen. Letztlich macht das keinen Unterschied.

Vor nicht langer Zeit sagte ich in einer Retro, die ich moderierte, zum Schluss: Macht bitte noch ein ROTI und wenn Ihr ein niedriges ROTI macht, überlegt, wie Ihr das Meeting hättet wertvoller machen können für Euch. Es ist Euer Meeting.

Ich erntete Gelächter, ich glaube, das sollte (u.a.) sagen: Du machst es dir einfach, Scrum Master, wenn die Retro nicht gut war, sind wir also selber schuld oder wie?!

Bist Du ein Meeting-Konsument?

Und für die Argumentation in diesem Blogpost will ich behaupten: Ja! Genau so ist es. Ich finde, ROTI wird falsch verstanden bzw. verwendet, wenn man es als „Bewertung“ für den Meeting-Facilitator sieht. Ja, natürlich muss der Meeting-Facilitator / Moderator das Meeting gestalten, und sicher kann er das mehr oder weniger gut tun. Er kann nicht-neutral sein, nicht auf die Zeit achten, nicht die klugen Fragen stellen, nicht darauf achten, dass alle gehört werden, nicht interessante Mikro-Formate auswählen usw.
Diese Einstellung führt aber bald zu einer passiven Konsumhaltung: Das Meeting wird für uns gestaltet, wir werden bespaßt. Man sollte ein Schild an der Tür aufstellen „Wenn Du bespaßt werden willst, geht woanders hin.“ Meetings müssen kollaborative Events sein, in denen alle gemeinsam mit Motivation, Energie und Kreatvität die gemeinsamen Ziele verfolgen. Wenn man den Eindruck hat „Ich sitze in einem stinklagweiligen Blöd-Meeting“, warum dann nicht einfach rausgehen?

 

Workshops und Retros gestalten


 

Ich habe so viele Meetings erlebt – v.a. in Konzernen, muss ich dazusagen – in denen die Hälfte der Leute am Laptop E-Mails abarbeitet und ein weiteres Viertel spielt mit dem Handy oder träumt vor sich hin. Wenn man die Leute fragt, wird beinah jeder sagen, dass keiner solche Meetings will. Unkonferenzen wie Barcamps sprechen deshalb nicht von Teilnehmern, sondern Teilgebern. Das finde ich eine schöne Wortschöpfung, die klar macht: Sei dabei oder lass es sein. Aber sei nicht einfach nur ein lustloser Kosument.

Macht die Meetingteilnahme freiwillig!

Wir haben deshalb unsere Meetings alle freiwillig gemacht. Nimm teil, wenn du es sinnvoll findest, ansonsten bleib fern. „Freiwillig und pünktlich“ ist die Maxim für alle unsere Meetings. Ich wurde mal gefragt, ob das auch für die regulären Scrum-Meetings gelte, an denen man ja wohl teilzunehmen habe… aber ich finde: Das sind doch alles erwachsene Menschen. Wenn sie als Teil eines Scrum-Teams entscheiden, dass sie heute nicht im Review dabei sind, und das – wie alles andere auch – mit dem Team absprechen, was solls dann? Alles prima.

Zurück zum ROTI: Return on Time Investment ist meiner Meinung nach eine Sache aller Beteiligten. Wenn das ROTI eines Meetings allg. niedrig ist, sollten alle gemeinsam reflektieren, wie man das nächste Meeting besser machen könnte. Wenn das ROTI für die einzelnen Teilnehmer deutlich auseinandergeht, sollte man gemeinsam reflektieren, woran das liegt. Vielleicht sollte man sogar am Ende des Meetings 5 Minuten als Closing dafür einplanen.

Wenn man sich aber darauf ausruht, dass eben der Scrum Master das Meeting zu langweilig gestaltet hat, macht man es sich zu leicht. Sicher kann man einem Meeting-Facilitator das Feedback geben, dass man sich mehr Abwechslung wünscht oder mehr energetisierende Gestaltungsaspekte oder mehr Gruppenarbeit oder mehr Interaktivität oder oder oder… Dennoch bleibt es in jedem Meeting in der Verantwortung aller, so mitzumachen, als wäre ihnen das Meeting und der Input der anderen und das Outcome des Meetings wichtig. Denn sonst sollten sie halt einfach fernbleiben.

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