The State of Magento - Die letzten 18 Monate und mögliche Auswirkungen des Adobe Deals

Nachdem Magento für viele Jahre im E-Commerce gefühlt “everybody´s darling” war, kam durch die Übernahme von Magento durch eBay die Weiterentwicklung und das enorme Momentum etwas ins Stocken. Mittlerweile hat Magento allerdings sowohl produkt- als auch marktseitig wieder zu alter Stärke zurückgefunden und die kürzlich bekannt gegebene Übernahme das das IT-Schwergewicht Adobe für fast 1,7 Mrd. Dollar bestätigt aus unserer Sicht recht deutlich die Potentiale der Lösung.

Abb.: Entwicklung der Suchhäufigkeit nach “Magento” (Quelle: Google Trends)

 

Nach den ersten Jahren exzessive Wachstums und der Übernahme durch eBay geriet das bis dahin vorhandene Momentum von Magento ins Stocken. Der neue Eigentümer eBay konnte mit der Shopsoftware und dem Open Source Ansatz in der Praxis nur sehr wenig anfangen, die langersehnte Nachfolgeversion Magento 2 ließ deutlich länger auf sich warten als ursprünglich kommuniziert und geplant, Magento war mehr mit sich selbst und in Teilen auch mit Politik beschäftigt als mit dem Produkt und Mitbewerber nutzten die Gunst der Stunde durch geschicktes Marketing und solide Produkte um gerade im deutschsprachigen Raum Boden gut zu machen.

Das umfassendste Produktporfolio für E-Commerce im Mittelstand

Durch den Einstieg von Permira Capital und Hillhouse 2016 und 2017 als strategische Investoren hat Magento inzwischen aber wieder zu alter Stärke zurückgefunden und bietet mittlerweile das aus unserer Sicht konkurrenzfähigste und umfassendste Produktportfolio im E-Commerce insbesondere für mittelständische Kunden an.

 

Das aktuelle Magento Produktportfolio umfasst dabei folgende Lösungen

Dabei trifft gerade die inzwischen verfügbare Magento Cloud Version als sog. PaaS Lösungen (Platform as a Service) den Nerv der Zeit und hilft Unternehmen dabei, schnell und kostengünstig mit der Digitalisierung von Vertriebsprozessen zu starten ohne unnötig interne IT-Ressourcen zu binden und zugleich die Anforderungen der DSGVO bestmöglich zu adressieren.

Während gerade in den Anfangsjahren von Magento primär das sog. SMB Umfeld adressiert wurde, darunter versteht man kleinere und mittlere Unternehmen und Händler hat sich Magento über die Jahre stark in Richtung Enterprise-Lösung entwickelt und adressiert inzwischen primär den klassischen Mittelstand sowie auch immer häufiger Großunternehmen, die von den Kostenvorteilen, der enormen Flexibilität, dem riesigen weltweiten Ökosystem und der Tatsache, dass Magento als Cloud-Lösung inklusive Hosting und umfassendem Herstellersupport zur Verfügung steht, profitieren möchten.

 

Abb.: Kategorisierung von Shopsoftwarelösungen (Quelle: TechDivision)

 

Auch auf Marketing- und Personalseite hat Magento gerade in der DACH Region inzwischen massiv aufgestockt, so dass man sowohl als Systemintegrator genauso wie als Magento Kunde mit den neuen und zusätzlichen Ansprechpartnern vor Ort, dem inzwischen verfügbaren Produktportfolio sowie dem Backup durch Magento für die Zukunft bestens aufgestellt ist.

Nach der Übernahme von eBay Enterprise zu dem auch Magento gehörte durch die strategischen Investoren Sterling Partners und Permira für rund 925 Mio. Dollar und die recht positiven Entwicklungen sowohl produkt- als auch markt- bzw. nachfrageseitig verkündete Magento Anfang Januar 2017 ein weiteres Investment. Der in Hong Kong ansässige Investor Hillhouse Capital steigt mit rund 250 Mio. Dollar direkt bei Magento ein.

Das Thema Content Commerce wurde in der Vergangenheit bereits recht häufig thematisiert und Shopware zeigte mit den Einkaufswelten, die mit der aktuellen Version 5 Einzug gehalten haben auch recht plakativ, wie sowas in der heutigen Zeit aussehen und funktionieren sollte. Dieser Umstand blieb auch bei Magento nicht unbeachtet, so dass durch den Zukauf des sog. Blue Foot CMS und die Erweiterung der Magento Roadmap um entsprechenden CMS Features durch Integration von Blue Foot CMS - zukünftig unter dem Laben Magento Pagebuilder - in einem der kommenden Releases auch das Thema Content Management zeitgemäß und umfassend abgebildet sein wird. Pagebuilder wird dabei bereits standardmäßig im kommenden Magento Release 2.3 integriert sein, das noch in diesem Jahr verfügbar sein wird. Damit wird es Shopbetreibern zukünftig ermöglicht, umfassende Themen- welten und Landingpages ohne Programmierkenntnisse einfach per Drag & Drop zu erstellen und Content Commerce ohne zusätzliches Content Management System zu realisieren.

Gerade das Thema B2B und die damit einhergehenden Anforderungen und Besonderheiten sowie das dort vorhandene Potential blieb auch bei Magento nicht unbemerkt und so war es nur logisch, dass Mitte letzten Jahres umfassende B2B Funktionalitäten in Magento integriert wurden, die seit der Magento Commerce Version 2.1 standardmäßig enthalten sind.

Mit den in Magento 2 jetzt integrierten, dezidierten B2B Features ist es mittlerweile noch einfacher und schneller möglich, entsprechende B2B Projekte zu launchen. Gerade B2B Commerce hat häufig sehr unterschiedlichen Anforderungen. Um dies zu verdeutlichen haben wir unter anderem auch die nachfolgende B2B E-Commerce-Pyramide entwickelt:

 

Abb.: B2B E-Commerce-Pyramide (Quelle: TechDivision)

 

Neben dem B2B Umfeld hat auch das Thema Omnichannel weiter an Bedeutung gewonnen. Aus diesem Grund hat Magento 2017 mit dem Magento Order Management eine entsprechende SaaS-Lösung präsentiert, die als eigenständiger und zentraler Datenhub zwischen Shop-Frontend und der bestehenden IT-Infrastruktur fungiert und damit diverse Omnichannel-Services wie Click & Collect, Ship-from-Store, Ship-to-Store, Instore-Ordering uvm. ermöglicht.

Mitte 2017 wurde Magento sowohl von Gartner als auch Forrester offiziell in den E-Commerce-Olymp gehoben und erstmals als sog. Leader ausgezeichnet. Im Falle von Forrester erhielt Magento die Auszeichnung im Report “Forrester Wave: B2B Commerce Suites For Midsize Organizations, Q3 2017”.

Die Magento Imagine 2018 - Rückkehr zu “alten” Tugenden

Aufgrund der Entwicklungen in den letzten 18 Monaten wurde gerade in diesem Jahr besonderes Augenmerk auf die Magento Leitkonferenz “Imagine” geworfen, die Ende April wieder in Las Vegas stattfand. Mit mehr als 3.500 Teilnehmern aus über 60 Nationen war das Event auch die bis dahin größte Magento Veranstaltung weltweit und die verkündeten Daten und Fakten verdeutlichen auch einmal mehr die wieder sehr positive Entwicklung von Magento:

  • 50 neue Solution Partner weltweit
  • Rund 800 Mitarbeiter
  • Neuen Magento 2 Zertifizierungen
  • Magento ist “top contributed PHP platform”
  • Mehr als 3.000 Extension im Magento Marktplatz
  • Über 800 Partner weltweit (Systemintegratoren & Technologiepartner)
  • Magento Innovation Lab Innitiative
  • Neuer Premier Technologie-Partner DHL
  • Cloud-First-Ansatz mit der Magento Cloud Edition (in 2017 schon 40%  cloud-Anteil, Q1 2018 bereits > 53%)

Und die Ziele von Magento für die kommenden Jahre sind weiterhin sehr ambitioniert. So möchte das Unternehmen in 2020 rund 224 Mrd. $ Transaktions- volumen über die Plattform abwickeln, was beinahe eine Verdoppelung zum Jahre 2017 bedeutet.

Magento Pagebuilder und Magento PWA Studio

Auch technologisch hat Magento durch verschiedene Initiativen und Produkte wieder zu alter Stärke zurückgefunden. So wurde u.a. der neue Magento Pagebuilder, der auf Basis des zugekauften Blue Foot CMS entwickelt wird vorgestellt. Dieses Features steht inzwischen für einige Magento Partner als Beta zur Verfügung und wird in den kommenden Monaten allgemein ausgerollt und dann fester Bestandteil von Magento Commerce sein sowie als kostenpflichtige Extension auch für Magento Open Source zur Verfügung stehen.

Mit dem sog. Magento PWA Studio ist mittlerweile ein Tool ebenfalls als Beta- Version verfügbar, das mit Hilfe von Google entwickelt wird und zukünftig die Implementierung von sog. Progressive Web Apps direkt mit Magento ermöglicht. PWAs bieten dabei diverse Vorteile, da sie die Vorteile von nativen Apps mit den Vorteilen und dem einfacheren Handling von Web-Applikationen verknüpfen. Zu den positiven Aspekten von Progressive Web Apps gehört hierbei u.a.

  • +50% Verbesserung der Seitenladezeit
  • +50% höhere Conversionrate
  • Echte Mobile Experience durch Offline-Modus, Push Notifications, Payments (in der Zukunft)

Hierzu wird zukünftig auch ein neues Magento PWA Referenz Frontend (Theme) namens “Venia” zur Verfügung stehen.

Die Community wird wieder gestärkt

Last but not least hat sich Magento in den letzten 18 Monaten auch wieder auf die eigenen Wurzeln, nämlich die enorme Open Source Community mit weltweit rund 300.000 Mitgliedern, besonnen und hier zusammen mit der bisher als Verein eigenständig geführten Meet Magento Association diverse Community Maßnahmen initiiert. Hierzu zählen u.a. inzwischen vom neuen Magento Community Engineering Team unterstützten, weltweit stattfindenden Hackathons sowie Contribution Days. Auf der diesjährigen Imagine Konferenz Ende April in Las Vegas wurde zudem die Übernahme und Integration der bisherigen Meet Magento Association unter das offizielle Dach von Magento Inc. bekannt gegeben, was ein weiteres sehr starkes Signal in Richtung Community darstellt.

Aus letzterem wurde vor gut einem Jahr das sog. MSI Projekt geboren. MSI steht für Multi-Source-Inventory. Dabei handelt es sich um das erste Magento Community Contribution Projekt, welches den Nutzern von Magento 2 in Zukunft ermöglichen soll, mehrere Lager mit verschiedenen Beständen am Produkt zu pflegen und zu verwalten. Dieses Feature wird schon lange von der Magento Community gewünscht und musste bereits in Magento 1, als häufige Anforderung der Kunden aufwändig und individuell implementiert werden. Auf der diesjährigen Imagine Konferenz wurde dazu auch einige Daten und Fakten präsentiert:

  • Größtes Community-Projekt in der Geschichte von Magento
  • Start im Frühjahr 2017 auf der Meet Magento Deutschland
  • Start der Community Engineering Offensive
  • Umfang: rund 10% der Lines of Code des gesamten Magento Sourcecodes
  • 66 Einzel-Contributor
  • 16 Systemintegratoren aus allen Erdteilen beteiligt
  • Der deutsche Magento Enterprise Partner TechDivision ist einer der aktivsten Beteiligten

Dieses Projekt beweist die enorme Schlagkraft der Magento Community, die mit solchen Ansätze für eine praxis- und marktorientierte Weiterentwicklung unter Berücksichtigung der Anforderungen und Besonderheiten im zunehmend globalen Handel Rechnung tragen.

Adobe übernimmt Magento - Keine echte Überraschung und enormes Potential

Ende Mai platzte plötzlich die “Bombe”: Adobe vermeldete rund eineinhalb Jahre nach dem Einstieg der strategischen Investoren Permira und Hillhouse Capital die beabsichtigte Übernahme von Magento für einen Kaufpreis von annähernd 1,7 Mrd. Dollar.

Wer sich in den letzten Jahren intensiver mit Magento beschäftigt hat - hier würde ich uns dazu zählen - für den war zwar der Zeitpunkt der Übernahme eine wirkliche Überraschung, Adobe als Käufer aber nicht wirklich. Denn bereits im September 2016 vermeldete Magento eine strategische Kooperation mit Adobe. Damals wurde von uns folgendes gebloggt:

“In einem unseren letzten Blogbeiträge zum Stand von Magento hatten wir abschließend bereits orakelt, dass im Umfeld von eCommerce-Lösungen Adobe der einzige Big-Player ist, der hier noch keine Assets an Bord hat. Jetzt muss man eher sagen hatte. Auf der Handelsmesse Shop.org hat Magento vorgestern eine Kooperation mit Adobe bekannt gegeben….Durch diese Kooperation wird aus meiner Sicht auch weiter untermauert, wo die Reise mit Magento Enterprise hingehen wird....”

Für die bisherigen Investoren Permira und Hillhouse kein schlechter Deal. Damit realisieren sie annähernd ein zehnfaches Umsatz-Multiple innerhalb von eineinhalb Jahren und streichen eine recht amtliche Rendite ein.

Gründe für die Übernahme - Fehlende Puzzleteil für Adobe

Jetzt kann man sich natürlich die Frage stellen, warum Adobe für die Übernahme von Magento - dessen aktuelle Jahres-Umsätze bei rund 150 Mio. Dollar liegen - so tief in die Tasche greift. Hierzu hilft ein Blick zum einen in die Vergangenheit und zum anderen ins Magento Ökosystem.

Wie bereits skizziert ist Adobe einer der wenigen Software-Big-Player im Business-Umfeld, der noch keine eigene E-Commerce-Lösung im Portfolio hat. Adobe wollte bereits im Jahre 2013 die deutsche Enterprise Shoplösung Hybris übernehmen, zog damals jedoch gegen SAP den Kürzeren. Drei Jahre später stand die ebenfalls deutsche Cloud-Lösung Demandware zur Disposition. Am Ende musste sich Adobe auch hier geschlagen geben und dem Mitbewerber Salesforce den Vorzug lassen und der Druck der Adobe-Investoren in Bezug auf einen Strategiewechsel inkl. Besetzung des E-Commerce-Segmentes wuchs aufgrund der anhaltenden Marktdynamik und der Entwicklung der Mitbewerber weiter.

Wirft man einen Blick auf das bestehende Adobe Produktportfolio kann Magento das für Adobe bislang noch fehlende Puzzle-Teil bei einer 360 Grad Abdeckung der Customer- Journey darstellen und damit ein nahezu perfekter Fit sein:

 

Adobe Creative Cloud Adobe Experience Cloud Adobe Document Cloud Business-Lösungen
Photoshop Magento Commerce Acrobat DC Großunternehmen
Lightroom Adobe Advertising Cloud Reader DC Kleine/mittlere Unternehmen
Illlustrator Analytics Adobe Sign Insights
Adobe XD Audience Manager PDF Pack Adobe Sensei
Premiere Pro Experience Manager Export PDF Adobe Cloud Platform
After Effects Media Optimizer Mobile Branchen
Dimension Primetime   E-Learning
Acrobat Pro Social   Kundenreferenzen
Dreamweaver Target   Experience League
Animate     Services & Support
Audition     Partner
Lightroom Classic     Adobe Exchange
Character Animator      
Spark      
Bridge      
Media Encoder      
InCopy      
Prelude      
Story Plus      
Fuse (BETA)      

 

Gemäß der bisherigen Informationen soll Magento zukünftig Teil der sog. Adobe Experience Cloud (AEC), ehemals Adobe Marketing Cloud (AMC) werden. Hierbei handelt es sich um eine Zusammenstellung von integrierten Online-Marketing- und Webanalyseprodukten von Adobe Systems.

Adobe Experience Cloud umfasst dabei eine Reihe von Analyse-, Social-, Werbe-, Media-Optimierungs-, Targeting-, Web Experience Management- und Content-Management-Produkten, die speziell auf die Werbebranche ausgerichtet sind.

Die Adobe Marketing Cloud-Kollektion wurde im Oktober 2012 der Öffentlichkeit vorgestellt. Ursprünglich stammen die Produkte der Adobe Marketing Cloud von dem Unternehmen Omniture, welches Adobe im Jahr 2009 übernommen hat. Die Produkte wurden dann Schritt für Schritt in den neuen Cloud-Service integriert, der die folgenden acht Anwendungen umfasst: Adobe Analytics, Adobe Target, Adobe Social, Adobe Experience Manager, Adobe Media Optimizer, Adobe Campaign, Audience Manager und Primetime. Zukünftig ist es dabei durchaus denkbar, dass mit Magento Commerce ähnlich verfahren werden könnte.

Im November 2013 führte Adobe Systems mobile Funktionen in seine Marketing-Cloud ein, die Smartphones und andere mobile Geräte zu neuen Zielen für die Analyse machen.

Auf dem Adobe Summit 2017 wurde die Adobe Experience Cloud vorgestellt, eine umfangreiche Sammlung von Cloud-Services, die Unternehmen alle notwendigen Voraussetzungen für außergewöhnliche Kundenerlebnisse bieten. Experience Cloud, die aus Adobe Marketing Cloud, Adobe Advertising Cloud und Adobe Analytics Cloud besteht, basiert auf der Adobe Cloud-Plattform und nutzt die Funktionen von Adobe Sensei für maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz.

Künstliche Intelligenz powered by Adobe Sensei

Gerade das Thema der Künstlichen Intelligenz (KI bzw. AI) ist eines der aktuell heißesten Themen im IT-Umfeld und nahezu jedes relevante Softwareunternehmen beschäftigt sich mit AI. Mit Adobe Sensei können zukünftig auch Magento Kunden auf umfangreichste KI-Technologien und Tools zugreifen. Sensei nutzt künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen, um Business-Opportunities zu erkennen, langwierige Prozesse zu beschleunigen und jedem Kunden die für ihn relevanten Informationen und damit entsprechende Kundenerlebnisse zu bieten. Einfach gesagt: Adobe Sensei hilft Kunden, besser, intelligenter und schneller zu arbeiten:

  • Künstliche Intelligenz, Machine Learning & Deep Learning
  • Anwendung “menschlicher” Fähigkeiten (wie Urteilsvermögen/Kreativität) an und damit automatisieren von Abläufe
  • Besseres, intelligenteres und schnelleres Arbeiten mit dem Ziel mehr Tempo und Effizienz bei der Arbeit zu ermöglichen
  • Suchmaschinenmarketing zur optimalen Zielgruppenansprache
  • Personalisierung von Inhalten
  • Vorhersagen von Kundenverhalten
  • uvm.

 

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Adobe Sensei soll dabei die menschliche Kreativität verstärken, aber nie ersetzen, denn die künstliche Intelligenz dient zur transparenten Abwicklung von sich wiederholenden Routineaufgaben, damit der Mensch sich auf seine Ideen konzentrieren kann und bei der Ausführung/Umsetzung durch KI entsprechende Zeitersparnis möglich werden.

Um das Ganze etwas plastischer zu machen. Nachfolgend noch einige Beispiele von konkreten Anwendungsszenarien:

Kreative Intelligenz

  • Versteht die Sprache von Bildern/Illustrationen/Animationen

Content Intelligenz

  • Sucht und versteht große Mengen von Inhalten auf einer tiefen Ebene z.B. Stimmung, ästhetische Merkmale
  • Suche: nicht nur auf visueller, sondern auch auf technischer Ebene (wie z.B. Tiefenschärfe)

Erlebnis-Intelligenz

  • Hilft relevante, personalisierte Erlebnisse in Echtzeit zu liefern
  • Kunden-KI-Services: lernt was Kunden wollen
  • Identifiziert wichtige Ereignisse
  • KI-Services für die Customer Journey: Gibt Empfehlungen,um Kunden zur richtigen Zeit zu erreichen

Offenes Framework

  • erweiterbares Framework für KI und ML der Adobe Cloud-Plattform
  • für benutzerdefinierte Workflows und Applikationen

Adobe, Magento & Open Source

Nach der Übernahme von Magento durch eBay hat sich relativ schnell gezeigt, dass ebay mit dem Open Source Ansatz von Magento und der weltweiten Community nicht besonders viel anfangen kann - es prallten hier einfach zwei unterschiedliche Welten aufeinander. Daher könnte sich gerade die Open Source Community von Magento jetzt erneut fragen, ob dieser Schritt im Worst-Case vielleicht sogar das Ende von Magento Open Source bedeutet.

Wenn man sich den Adobe Deal und Adobe als Firma allerdings etwas näher ansieht, kann man folgendes feststellen:

  • Ein Kaufpreis von 1,7 Mrd. Dollar lässt sich bei einem aktuellen Umsatz von rund 150 Mio. Dollar selbst bei sehr optimistischen Zukunftsprognosen nur sehr begrenzt rechtfertigen.
  • Trotz einiger Irritationen in der Vergangenheit wurde auf der diesjährigen Imagine Konferenz doch recht überraschend die Eingliederung der Meet Magento Association in Magento Inc. bekannt gegeben. Hierin organisiert sich ein sehr großer Teil der weltweiten Magento Community.
  • Magento verfügt über eine der größte Communities im Business-Software- Umfeld mit rund 300.000 Mitgliedern weltweit.
  • Diese Community ist aus unserer Sicht einer der größten Assets von Magento, da dadurch laufend Produktinnovationen und Weiterentwicklungen eingesteuert/beigesteuert werden.
  • Im Gegensatz zu eBay ist das Open Source Umfeld für Adobe nicht neu. Das Unternehmen ist bereits seit vielen Jahren hier sehr aktiv, nutzt Open Source Komponenten für ihre Produkte und veröffentlicht im Gegenzug auch eine Vielzahl von Open Source Tools. Dazu gibt es u.a. eine eigene Webseite unter http://opensource.adobe.com/.
  • Ein Großteil der Magento-Kunden und -Community-Mitglieder hat bereits Berührung mit Adobe Produkte (gehabt). Daher wird es sich Adobe schlicht nicht leisten können, eine solch große Kundenbasis zu vergraulen.
  • Adobe hat bislang kaum eigene E-Commerce-Erfahrung und ist daher auf das Wissen und Können der Community angewiesen.
  • Adobe wird seit vielen Jahren im Gartner Magic Quadranten für unterschiedliche Segmente als Leader geführt, u.a. auch im Bereich Content Management, was eine perfekte Ergänzung für Magento darstellt (Stichwort: Content Commerce)
  • Gerade für das Midsize-Segment (klassisch, deutscher Mittelstand) hatte Adobe in der Vergangenheit mit Ausnahme der Creative Cloud Produkte häufig noch kaum Anknüpfungspunkte und adressiert(e) bisher primär S&P500 Unternehmen. Das im Midsize-Segment vorhandene Marktpotential dürfte für Adobe zukünftig auch immer interessanter werden. Mit Magento steht hierzu ein sehr guter Türöffner bereit.

Magento wird von Gartner erneut als Leader ausgezeichnet

Für die Vollständigkeit seiner Vision und die Umsetzungskompetenz ist Magento von Gartner kürzlich das zweite Jahr in Folge als „Leader“ ausgezeichnet worden und konnte dabei die Position des Vorjahres nochmals verbessern. Somit hat sich Magento in den letzten Jahren vom sog. Nischenanbieter der primär kleinere und mittlere Unternehmen adressiert hin zum Leader und damit zur echten Enterprise- Lösung auch für anspruchsvollste Kunden empor gearbeitet!

Laut Gartner setzen als Leader eingestufte Unternehmen ihre aktuelle Vision erfolgreich um und sind daher gut aufgestellt für die Zukunft. Magento Commerce sieht in der Auszeichnung einen Beleg für die einzigartige Fähigkeit der Plattform, Kunden die Leistung, Skalierbarkeit und Sicherheit zu bieten, die sie benötigen, um über den gesamten Lifecycle hinweg herausragende Kundenerlebnisse zu schaffen und ihren Umsatz zu steigern – unabhängig von der Unternehmensgröße oder den jeweiligen Anforderungen.

 

 

Magento Commerce bietet B2B- und B2C-Händlern aus unterschiedlichsten Branchen eine flexible Cloud-Commerce-Lösung, die von einer aktiven Community aus Entwicklern, Technologiepartnern und Systemintegratoren unterstützt wird. Führende Unternehmen wie Burger King, HALLHUBER, Helly-Hansen und Gabor setzen auf Magento Commerce, um mit Millionen von neuen Kunden auf der ganzen Welt über außergewöhnliche digitale Erfahrungen in Kontakt zu treten.

„Wir entwickeln unsere Lösungen ständig weiter, um Händlern dabei zu helfen, schneller zu wachsen und sich an die neuen Erwartungen ihrer Kunden anzupassen", so Mark Lavelle, CEO von Magento Commerce. „Die Unternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten, haben es sich zum Ziel gesetzt, ihren Kunden unvergleichliche Erfahrungen zu bieten und sich durch innovative Ideen vom Wettbewerb abzuheben. Die Ernennung zum Leader bestätigt uns in unserem Anspruch, umfassende und innovative Lösungen zu entwickeln, die es Marken ermöglichen, bei der digitalen Transformation ihres Handels ein neues Level zu erreichen."

„Um der wachsenden Nachfrage nach unseren Produkten gerecht zu werden, waren wir auf der Suche nach einer flexiblen Lösung für unsere B2B- und B2C-Aktivitäten, die hochgradig skalierbar ist, mehrere Sprachen und Währungen unterstützt und uns hilft, die Nutzererfahrung unserer Kunden mit überzeugenden Inhalten zu bereichern", erklärt Chris Hammond, Global Digital Director von Helly Hansen. „Magento bietet uns all das und noch mehr. Die Plattform ermöglichte es uns, neue Märkte zu erschließen und gleichzeitig das Einkaufserlebnis für unsere Kunden auf der ganzen Welt zu personalisieren."

Der Gartner Magic Quadrant for Digital Commerce hat 18 Anbieter bewertet und ihre Umsetzungskompetenz und die Vollständigkeit ihrer Vision untersucht, um einen differenzierten, transparenten Blick auf die Wettbewerber im Markt zu gewinnen.

Gemäß der Analyse von Gartner gibt Magento Commerce seinen Kunden die Möglichkeit, dynamisch auf sich verändernde Markt- und Geschäftsanforderungen zu reagieren, und bietet dabei eine branchenführende und kostengünstige Lösung mit kurzer Time-to-Market.

Der komplette Gartner Magic Quadrant for Digital Commerce 2018 steht unter nachfolgendem Link kostenfrei zum Download zur Verfügung: https://magento.com/resources/magento-named-leader-in-gartner-magic-quadrant

Die Einschätzung bzw. Platzierung von Magento im Gartner Quadranten unterstreichen zudem Kundenmeinungen auf diversen Software-Bewertungsportalen:

Fazit

Auch wenn die Zeit für den Deal etwas überraschend ist, stellt die Übernahme bei näherer Betrachtung keine allzu große Überraschung mehr dar. Adobe wollte bereits in der Vergangenheit im E-Commerce noch mehr Fuß fassen, zog bislang jedoch gegen SAP und Salesforce den Kürzeren. Mit Magento hat Adobe zukünftig eine der führenden E-Commerce-Lösungen weltweit im Portfolio, die sich in den letzten Jahren noch stärker weg von einer KMU-Lösung hin zu “echter” Enterprise-Software entwickelt hat.

Auch das Thema Cloud passt von beiden Seiten perfekt. Zukünftig wird Software überwiegend in und über die Cloud betrieben werden. Adobe hat dies bereits vor einiger Zeit entdeckt und seine Produkte sukzessive in diese Richtung entwickelt. Gleiches gilt für Magento, das mit der Magento Cloud ebenfalls seit rund eineinhalb Jahren ein entsprechendes Produkt anbieten, das enorm stark nachgefragt wird und inzwischen mehr als 50% der Neukunden nutzen.

Adobe hat darüber hinaus Erfahrung mit Open Source, hat in der Vergangenheit bereits mehrfach gezeigt, dass übernommene Softwareprodukte erfolgreich integriert werden können (z.B. Omniture) und last but not least werden Adobe Produkte von Gartner - analog zu Magento - in verschiedenen Segmenten regelmäßig als Leader eingestuft. Alles in allem sehen wir den Deal daher als klassische Win-Win-Win- Situation.

  • Adobe kann seinen Kunden zukünftig leistungsfähige E-Commerce-Lösungen anbieten.
  • Magento kann durch die Adobe Produkte die komplette Customer-Journey mit State-of-the-Art Lösungen aus einem Haus adressieren
  • Magento- und Adobe-Kunden erhalten zukünftig eine äußerst leistungsfähige 360 Grad Suite bzw. integrierte und abgestimmte Softwarelösungen für erfolgreichen E-Commerce inkl. Online-Marketing aus einer Hand
  • Die Community hat mit Adobe ein sehr erfolgreiches und wirtschaftlich gesundes Unternehmen im Hintergrund, das weltweit aktiv ist, über umfassende Ressourcen verfügt

Als einer der führenden Magento Enterprise Partner in der DACH Region freuen wir uns auf die weitere Zusammenarbeit mit Magento und Adobe und die sich damit zukünftig ergebenden Möglichkeiten.

Nach einer durchaus bewegten Historie hat Magento aus unserer Sicht einen sehr guten Hafen angelaufen und sich somit für die Zukunft optimal positioniert. Wer noch tiefer in die Magento Historie eintauchen möchte, findet in unserem Artikel “126 Monate Magento - Ein Rückblick” einiges an Wissenswertem.

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