Was sind gute Fragen?

Bei unserem firmeninternen Format „Peer to Peer Coaching“ üben wir, uns gegenseitig mit Fragen weiterzuhelfen.

Wir üben ein konstruktives Gespräch voranzutreiben, den Denk- und Reflektionsprozess anzuregen. Wir nennen die Sessions „Coach me if you can“. Die erste einfache Instruktion beim Peer to Peer Coaching ist: Stelle nur Fragen und nur Fragen mit W.

Der Grund ist einfach: Offene Fragen sind meistens bessere als geschlossene, und Wörter wie „Warum“, „Wie“, „Wer“, „Wann“, „Weshalb“ erzwingen eine offene Frage. Auf die Frage „Ist das ein Problem für dich?“ ist die Antwort evtl. einfach nur „Ja“. Das hält das Gespräch weniger in Schwung, bietet weniger Optionen, regt weniger zum Nachdenken an.

Gibt es „gute“ Fragen?

In der Nachbesprechung des CMIYC ist oft das Thema: Wieso ist es so schwierig, geschlossene Ja/Nein-Fragen zu vermeiden? Was sind gute Fragen, die etwas auslösen? Man darf nicht der Versuchung erliegen, in der Coach-Rolle nach der einen tollen, super-cleveren nächsten Frage zu suchen. Erstens kann man nicht wissen, was die wäre, zweitens ist es wichtiger, immer wieder Räume zu öffnen, als genau die richtige Frage zu stellen, und drittens überlegt man dann angestrengt und hört nicht mehr wirklich zu. Lässt man sich von der Neugier leiten, ist es besser, als wenn man ein toller Coach mit den super Fragen sein will.

Dennoch ist es interessant, sich einmal zu überlegen, was „gute“ Frage sind. Man profitiert davon für jede Art von Gespräch, seien es Requirements-Gespräche mit dem Kunden, Kickoff-Termine, Problem-Analysen oder Gespräche, in denen jemanden unseren Rat sucht. Eine mächtige Frage ist z.B. „Warum?“. Wichtig ist, dass Fragen immer wertfei gestellt werden, ohne eigene Meinung, Urteile oder Suggestion. „Warum ist es dir wichtig, was X über dich denkt?“ ist besser als „Warum pfeifst du nicht einfach darauf, was X denkt.“

Was willst Du mit einer Fragenliste erreichen?

Ich wurde um eine Liste guter Fragen gebeten. Die Liste kommt gleich, ohne Anspruch auf „Mach es genau so, das ist richtig“ natürlich. Aber zuerst will ich Fragen stellen in einem hypothetischen Zwiegespräch:

  • „Was willst Du mit so einer Fragenliste erreichen?“
    „Ich will bessere Fragen stellen!“

  • „Was sind bessere Fragen?“
    „Naja, Fragen, die den anderen zum Nachdenken anregen?“

  • „Was für Fragen regen Dich zum Nachdenken an?“
    „Hmm… Fragen, die mich auf etwas stoßen, woran ich vorher nicht gedacht habe…“

  • „Wann hat Dir zuletzt jemand eine solche Frage gestellt?“
    „Puh… Das war vorgestern. Da hat mich Kollegin Y gefragt: Und was wäre denn eigentlich, wenn Z wirklich enttäuscht von Dir ist?“

  • „Worauf hat Dich das gestoßen, woran Du vorher nicht gedacht hast?“
    „Naja, dass ich vielleicht damit leben kann, wenn Z enttäuscht ist, so ist das Leben.“

  • „Wie würdest Du die Frage in eine Coaching-Frageliste aufnehmen?“
    „Was wäre wenn, das ist vermutlich oft eine praktische Frage...“

  • „Warum?“                                                                                                                               
    „Weil sie einen dazu bringt, Dinge aus einer anderen Perpesktive zu sehen.“

Die ultimative Liste der besten 8 Coaching-Fragen…

…weiß ich auch nicht, aber hier sind ein paar, die sicher praktisch und sinnvoll sind. Wichtig ist, Übung von Anwendung klar zu unterscheiden. Wenn man übt, wird man mit einem Schmierzettel mit Fragen vor sich grübeln und krampfhaft nach der nächsten Frage suchen, während das Gegenüber, der sog. Coachee, warten muss und mit den Fingernägeln auf dem Tisch trommelt. Das ist in einer ausdrücklichen Übungssituation ok. Man muss irgendwann auch wieder von den Zetteln und dem krampfhaften Nachdenken weg, dafür muss man sich Zeit lassen. Gute Fragen stellen ist Übungssache – wie fast alles andere auch im Leben.

  • Warum ist da für Dich von Bedeutung? - Es kam, glaube ich, schon raus: Ich mag „Warum“; üben Sie mal in einem Coaching -Gespräch nur Warum zu fragen - mit Ansage natürlich
  • Was würde XYZ dir raten“ - Setze ein für XYZ: Angela Merkel, Bill Gates, Barack Obama, deine Oma, Franz Beckenbauer, Paris Hilton usw.
  • Was hindert Dich daran, …. - Dies und jenes zu tun, zu sagen etc.
  • Woran würdest du merken, dass sich daran etwa verbessert hat? - Dann zu diesen Anzeichen weiterfragen….
  • Was hat es noch auf sich mit X? - Eine der beiden Jedi-Fragen aus Clean Language, ideal zur Exploration: „Ich würde es daran merken, dass einfach mal mehr Ruhe herrscht“. „Was hat es noch auf sich mit der Ruhe?“. „Dass ich einfach mal arbeiten kann und sich nicht andauernd die Prioritäten ändern“. „Was hat es auf sich mit den „einfachmal arbeiten“?“. „Ich muss halt wissen, was die Erfolgskriterien sind, die dürfen sich nicht dauern ändern, sonst kann ich nicht sinnvoll agieren“ usw.
  • Wie hast du bisher versucht das Problem anzugehen? - Analysieren wir bisherigen Strategien und offnen dadurch evtl. Den Raum für neue.
  • Was ist das Allerschlimmste, das passieren könnte? - Überzeichnete Katastrophisierungen verändern oft den Blickwinkel: Naja, so schlimm wäre das doch gar nicht…..
  • Wen könntest du um Hilfe fragen? - In meiner Wahrnehmung nutzen die meiste viel zu wenig ihre Netzwerk, um Probleme zu lösen oder Gelegenheiten zu erarbeiten.

Ist Coaching wirklich so simpel?

Nein. Wer Sessions mit professionellen Coaches gemacht hat, wird wissen, was für aufregende, tiefgreifende, erhellende Dinge in so einer Session passieren können. Die Ausbildung und Erfahrung von professionellen Coaches kann man natürlich nicht mit Fragenlisten nachbilden. Das wäre wie wenn man das Buch „Mein Körper“ für 6-jährige liest und dann in den OP-Saal will, einen Blinddarm rausnehmen.

Anders als im OP kann aber durch Fragen nicht viel kaputt gehen. Deshalb finde ich das Format „Coach me if you can“ sehr wertvoll, denn es übt uns im Fragen stellen und im Zuhören, und es prägt im Idealfall eine Kultur der Achtsamkeit, Offenheit und gegenseitigen Hilfe.

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