Alles Wichtige zu Scrum in 4 Minuten

Also zunächst Mal: Scrum ist sehr einfach. Es ist ein teamorientiertes Framework zur agilen Produktentwicklung. Es hat 3 Rollen, 3 Artefakte, 5 Events und 5 Werte. Das wars schon, das ist Scrum. Gehen wir mal schnell durch.

Die drei Rollen in Scrum

  • 1. Product Owner — er entscheidet, was gemacht wird, weil er das Produkt verantwortet.

2. Scrum Master — er berät, wie der Prozess, das Zusammenarbeiten, die kontinuierliche Verbesserung laufen können.

3. Entwicklungsteam — es setzt die Produkt-Wünsche des Product Owner um und entscheidet dabei über das wie. Es ist cross-funktional, alle Disziplinen, die regelmäßig notwendig sind für die Umsetzung, sind vertreten.

 

Die drei Artefakte in Scrum

1. Produkt Backlog — eine Liste aller Dinge, die der Product Owner, der PO, vielleicht im Produkt haben will. Für nächste Woche weiß er es ziemlich genau, für in drei Monaten weniger genau.

2. Sprint Backlog — die Liste der Dinge, die im aktuellen Sprint vom Entwicklungsteam umgesetzt werden. Das Sprint Backlog wird während des Sprints vom PO nicht geändert.

3. Potentiell auslieferbares Produkt-Inkrement — ein fertiges Stück vom Produkt, getestet, funktioniert, könnte man, wenn der PO will, den Nutzern geben.

 

Die fünf Events in Scrum

1. Sprint — eine Timebox (eine abgegrenzte Zeit) von 1 bis 4 Wochen, in der das Entwicklungsteam die Dinge im Sprint Backlog umsetzt. 

2. Sprint Planning — ein Meeting zum Anfang des Sprints, in dem geplant wird, was rein kommt in den Sprint (was entscheidet der PO, wie viel entscheidet das Team), und wie man es umsetzen will.

3. Daily Standup — ein tägliches Meeting, max 15 Min., in dem man sich über den Fortschritt austauscht und Hindernisse benennt.

4. Sprint Review — ein Meeting am Ende des Sprints, in dem man das Ergebnis des Sprints prüft. Gern mit echten Menschen, sog. Stakeholdern.

5. Sprint Retrospektive — ein Meeting ganz am Ende des Sprints, in dem man den Verlauf des Sprints reflektiert mit dem Ziel: Verstehen, lernen, besser werden.

Das war’s schon, wenn Sie das haben bzw. machen, machen Sie Scrum. Nein, Moment, es gibt noch 5 definierte Werte:

1. Fokus

2. Offenheit

3. Commitment

4. Mut

5. Respekt

Werte sind ein Kompass, die einem helfen bei der Frage, sollen wir eher A oderB? Ok, was gibt mehr Fokus, was ist offener, respektvoller, mutiger, was hilft uns eher beim Commitment? A?! Gut, dann versuchen wir A. Für einen definierten Zeitraum mit anschließender Reflektion: Wie hat sich A für uns bewährt?

 

Was noch wichtig ist zu Scrum: Es ist schwerer als es aussieht

Weil einen Scrum dazu zwingt, nach jedem Sprint zu liefern bzw. die Hosen runterzulassen, fördert es relativ schnell die Schmerzen zutage, die darin bestehen, dass man eben nicht liefern kann. Oder das Falsche geliefert hat. Oder sogar das Richtige (vom PO gewünschte), aber die Nutzer finden es doof. 

Das nennt man Feedback. In Agile geht es vor allem um Feedback. Früher und schneller ist besser als später und langsamer. Unterwegs lernt man also, beim Machen, mehr oder weniger zwangsläufig die folgenden Dinge:

1. Wie müssen wir zusammenarbeiten, um zu liefern? „Ich war fertig, der Frank ist schuld“ ist nicht erlaubt — wir liefern als Team.

2. Wie müssen wir technisch gesehen arbeiten, um zu liefern? Morgen, aber auch in zwei Monaten... „Jetzt nichts mehr anfassen“ ist keine Option.

3. Wie viel können wir uns pro Sprint vornehmen? Der Deal ist: Das Team entscheidet, wie viel es sich vornimmt, und liefert dann auch. Pull statt push.

4. Wie müssen Team und PO zusammenarbeiten, um zu verstehen, was überhaupt gefragt ist? Wenn er Apfel sagt, meinen wir Birnen. Blöd.

5. Was ist überhaupt gefragt? Wir fanden es großartig, aber die Benutzer finden es leider unpraktisch.

6. Vermutlich noch weitere Dinge.

 

Das waren nicht mal vier Minuten

In unter vier Minuten haben Sie das ganze Wohl und Wehe von Scrum durchgearbeitet. Kent Schwaber, mit Jeff Sutherland einer der beiden Scrum-Gründer, sagt: Scrum is simple, but it‘s not easy. Wenn Sie Scrum machen, wissen Sie, dass das stimmt.

Scrum ist keine Wunderdroge, keine schlüsselfertige Lösung, kein Allheilmittel. Es ist einfach nur ein Framework, das einen zwingt, besser zu werden. In allen denkbaren Belangen  kontinuierlich besser zu werden. Wenn man das macht, ist man schon auf einem verdammt guten Weg.

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Sacha StorzAgile Coach