Social Dining als Instrument der sozialen Gestaltung

Katrin Frische, biografische Storytellerin, veranstaltete im Rahmen der TechDivision Techtalks bei uns einen offenen Abend „Social Dining“. Dabei fanden sich unsere Gäste in Form eines „Erzähl Mahls“ zusammen. Wir aßen und erzählten uns dabei frei unsere Geschichte zu einer Fragestellung. Katrin Frische hatte ein klug und sensibel gewähltes Set an Fragen im Gepäck. Reihum hatte jeder Gast um die 10 Minuten Zeit, eine (selbstgewählte) dieser Fragen zu beantworten. Bewusst ohne Diskussion, Tipps oder Feedback der anderen. Ein paar Beispiele: Wer hat dich in deinem Leben besonders geprägt? Was möchtest du in deinem Leben noch verwirklichen?

„Organisationen könnten so viel mehr erreichen, wenn sie sich auf die Begeisterung verlassen würden, die entsteht, wenn wir uns mit anderen von Sinn zu Sinn verbinden. So viele von uns sehnen sich danach zu entdecken, wer wir zusammen werden können…“ (M. Wheatley & M. Kellner-Rogers, zitiert aus Frederic Laloux, Reinventing Organisations)

Organisationen, die auf Eigenverantwortung und Mitbestimmung  ihrer Mitarbeiter setzen, sind noch stärker als hierarchisch organisierte Unternehmen darauf angewiesen, ihre Ziele, Werte und Visionen immer wieder miteinander abzugleichen. „Wo kommen wir her?“ „Was treibt uns an?“ „Wo wollen wir hin? Das sind Fragen, die eine moderne Organisation sich immer wieder stellen sollte. Im Rahmen des TechTalks zum Thema „Social Dining“ konnten wir selbst erleben, welchen Beitrag Storytelling leisten kann, um die Verbundenheit mit der „höheren Idee“, also den handlungsleitenden Grundannahmen, Werten und Visionen des Unternehmens und der Menschen einer Gemeinschaft untereinander zu festigen.

Was sich zunächst vermutlich simpel und trivial anhört, entpuppte sich als ein enorm schöner, lehrreicher und impulsgebender Abend. Katrin verstand es dabei als Host durch ihre Besonnenheit, Achtsamkeit und Erfahrung einen Rahmen zu schaffen, der während unserer Erzählungen eine intime und intensive Atmosphäre entstehen ließ, obwohl sich die Teilnehmer zuvor größtenteils nicht kannten. Das hätte ich persönlich so nie erwartet. Der naheliegende Vergleich mit archaischem Erleben „rund um das Lagerfeuer“ mag abgeschmackt klingen, dennoch, für uns Teilnehmer war er evident und kraftvoll präsent.

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Gerade, wenn die Gruppe dann keine zufällig zusammengewürfelte ist wie bei unserem Techtalk-Abend, sondern ein Team oder eine Abteilung oder ähnliches, stelle ich mir die Team-bildende, Verbundenheit schaffende und Sinn findende Wirkung noch viel stärker vor.

So wird klar, warum Katrin Frische dieses Format des Erzählens als einen Weg für Unternehmen benutzt, um zu gemeinsamen Wurzeln, Werten und Visionen vorzustoßen. Gemeinsam fördert man echte Inhalte zutage und macht sie für alle greif- und erlebbar. Ich kann diese „Technik“ nur empfehlen und habe vor, bald einen solchen Abend im TechDivision-Team zu veranstalten.

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